Rape Culture: Nur wer sie erkennt, kann sie bekämpfen

Shownotes

„Niemand von uns kennt eine Frau, die noch nie in irgendeiner Form sexualisierter Gewalt erfahren hat – ob das anzügliche Bemerkungen sind, Catcalling, unerwünschte Bilder oder körperliche Übergriffe." — Agota Lavoyer

In dieser Folge sprechen wir über Rape Culture. Zu Gast ist Agota Lavoyer, Sozialarbeiterin, Expertin für sexualisierte Gewalt und Autorin des Buches „Jede_ Frau – Über eine Gesellschaft, die sexualisierte Gewalt verharmlost und normalisiert". Sie lehrt an Hochschulen, bildet Fachkräfte weiter und arbeitet als externe Vertrauensstelle für Unternehmen bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz.

Agota Lavoyer erklärt anhand der Gewaltpyramide, warum sexualisierte Gewalt kein individuelles Problem ist, sondern ein strukturelles: Unten an der Basis liegen Geschlechterstereotype, toxische Männlichkeitsvorstellungen, Victim Blaming und das sogenannte Himpathy – die Solidarität, die Männer füreinander aufbringen, auch wenn einer von ihnen Grenzen verletzt. Ganz oben an der Spitze stehen die schwersten Formen sexualisierter Gewalt wie im Fall Gisèle Pelicot. Wer Letzteres bekämpfen will, muss Ersteres anpacken.

„Ich glaube, es gibt keinen Mann, der nicht schon in irgendeiner Form sexistisch oder misogyn war. Es geht nicht darum, Schuld zuzuweisen – aber es geht darum, sich zu fragen: Wie bin ich Teil davon? Und was tue ich damit?" — Agota Lavoyer

Kristina Appel und Agota Lavoyer sprechen darüber, was du tun kannst, wenn im Meeting ein sexistischer Kommentar fällt (Spoiler: Einfach etwas sagen ist oft genug). Welche Verantwortung Führungskräfte tragen. Wie du mit deinen Kindern über das Thema sprichst. Und warum Wut eine der wichtigsten Schutzressourcen ist, die Frauen haben.

**Ausblick: „Unlearn Rape Culture" **

Drei Ansätze für strukturellen Wandel:

1. Politische Verantwortung und Ressourcen Die Istanbul-Konvention – von Deutschland ratifiziert und in Kraft – verpflichtet den Staat zu umfassenden Maßnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Mehr Frauenhausplätze, mehr Beratungsstellen, verbindliche Aus- und Weiterbildung für Polizei, Justiz und Gesundheitsberufe. Die Realität: Diese Umsetzung fehlt bis heute weitgehend. Wer politisch aktiv ist oder wird – das ist der Ort, wo Druck entstehen muss.

2. Männer in die Verantwortung nehmen Solange der Kampf gegen Rape Culture hauptsächlich von den Betroffenen geführt wird, erschöpft er sich. Agota Lavoyer fordert klar: Cis-Männer müssen Verantwortung übernehmen – indem sie aufstehen, intervenieren und auf Privilegien verzichten. Das ist kein Angriff auf Männlichkeit. Es ist eine Einladung, Teil der Lösung zu werden.

3. Bewusstsein schärfen – bei Kindern, im Alltag, in Unternehmen Prävention beginnt früh: in Gesprächen mit Kindern, durch Medienkompetenz, durch das Hinterfragen von Erzählungen, die Stalker romantisieren (Serie „You") oder sexualisierte Bilder normalisieren. Und sie beginnt in Unternehmen, wo Führungskräfte die Pflicht haben, nicht wegzuschauen.

**Weiterführende Links: **

Agota Lavoyer: Jede_ Frau – Über eine Gesellschaft, die sexualisierte Gewalt verharmlost und normalisiert

Agota Lavoyer: Ist das okay? – Ein Kinderfachbuch zur Prävention von sexualisierter Gewalt | Mabuse-Verlag

Interview: „Solange wir nicht gleichgestellt sind, werden wir auch keine gewaltfreie Gesellschaft”

Podcast Gewalt gegen Frauen – Wege zu Prävention und gesellschaftlichem Wandel

Personen

Franziska Schutzbach – Soziologin und Geschlechterforscherin

Franziska Schutzbach: Die Erschöpfung der Frauen – Wider die weibliche Verfügbarkeit

Gisèle Pelicot – Ihr öffentlich geführter Prozess (2024/25) gegen ihren Ex-Mann Dominique Pelicot und 50 weitere Täter hat international Aufmerksamkeit auf Rape Culture und Medikamenten-K.O.-Tropfen gelenkt.

Gina Martin – Aktivistin, die in Großbritannien das Upskirting-Verbot (Voyeurism Offences Act 2019) erkämpft hat

Jenny Gensch – Aktivistin in Deutschland, die sich nach einer Upskirting-Erfahrung beim Joggen für eine Erweiterung des Voyeurismus-Paragraphen einsetzt

Organisationen & Stellen

Meldestelle Antifeminismus (Amadeu Antonio Stiftung) – Bundesweite Meldestelle für antifeministische Vorfälle in Deutschland

Frauenhauskoordinierung e.V. (FHK) – Bundesverband der Frauenhäuser, setzt sich für vollständige Umsetzung der Istanbul-Konvention ein

UN Women Deutschland – zur Istanbul-Konvention

Istanbul-Konvention – Übereinkommen des Europarats gegen geschlechtsspezifische Gewalt, von Deutschland 2018 ratifiziert

Über herCAREER Voice

Der Podcast herCAREER Voice liefert wertvolle Einblicke in Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft, immer verknüpft mit persönlichen Erfahrungen und vor allem aus weiblicher Perspektive. Wechselnde Moderator:innen und Gäst:innen aus unterschiedlichen Unternehmen, Redaktionen und Arbeitsumfeldern bieten vielseitige und praxisnahe Erfahrungswerte für die Hörer:innen. https://www.her-career.com/podcastherCAREER ist die führende Plattform für die weibliche Karriere. Hier erwartet dich ein einzigartiges Netzwerk mit individuellen Job-Chancen und jede Menge inspirierender Content wie Podcasts, Vorträge und Panels live auf herCAREER Expo oder online im Rahmen unserer herCAREER Academy. Wir heißen alle Menschen willkommen – im Besonderen Frauen, denen wir die Chance geben, von diesem besonderen Möglichkeitsraum zu profitieren. https://www.her-career.com

Dieses Gespräch wurde im Rahmen der herCAREER Expo 2025 aufgezeichnet und als Podcast aufbereitet. Mehr über die herCAREER Expo unter www.her-career.com/expo

Projektleitung: Natascha Hoffner Redaktion: Kristina Appel Produktion: Bernhard Hiergeist

Transkript anzeigen

00:00:00: Egal was, wir haben geschlecht.

00:00:01: Wir sind alle sexistisch und frau- und feingesozialisiert.

00:00:05: Und setz' ich wie alle?

00:00:06: Ich inklusiv!

00:00:07: Dafür können wir nichts... In dem Sinne können ja auch Männern nix dafür, dass sie in dieser Gesellschaft leben, so kann man auch nicht.

00:00:13: Dafür auf individueller Ebene, dass Sie mit sehr gewaltvollen Männlichkeitsvorstellungen sozialisiert wurden.

00:00:19: aber Sie können sehr wohl etwas dafür, wenn Sie sich entscheiden.

00:00:23: das geht mich nicht zusammen und ich mach's so weiter.

00:00:38: Du interessierst dich für aktuelle Diskurse aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft – und das

00:00:43: insbesondere aus einer weiblichen

00:00:45: Perspektive?

00:00:46: Vielleicht wünschst du dir persönliche

00:00:47: Einblicke in den Arbeitsalltag von Menschen und Unternehmen die sich dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel stellen.

00:00:53: Dann bist du hier genau richtig!

00:00:59: Niemand von uns kennt eine Frau, die noch nie in irgendeiner Form sexualisierte Gewalt erfahren hat.

00:01:05: Ob das nun anzügliche Bemerkungen sind, Cat-Calling unerwünschte Bilder oder körperliche Übergriffe?

00:01:11: Das sagt Agotha Lavoyet – sie ist Sozialarbeiterin

00:01:14: und Expertin

00:01:15: für sexualisierende Gewalt.

00:01:17: In dieser Live Folge sprechen wir über Rape Culture, die Normalisierung und Bagatellisierung von sexualisierten Gewalt an Frauen und marginalisierten Menschen.

00:01:25: Wir sprechen über Ursachen!

00:01:27: über Verantwortung

00:01:28: und darüber,

00:01:29: wie eine Gesellschaft Rape Culture entlernen kann.

00:02:00: Du arbeitest auch als externe Vertrauensstelle bei sexueller Belästung am Arbeitsplatz.

00:02:09: Du hast bereits mehrere Bücher zum Thema sexualisierte Gewalt verfasst, eins für Kinder, eines für Betroffene von sexualisierter Gewalt und ganz aktuell jede Frau über eine Gesellschaft die sexualisierten Gewalt verharmlost und normalisiert der Buchtitel.

00:02:24: Bedeutet es wirklich dass jede Frau in ihrem Leben mit sexualisierter Gewalt konfrontiert

00:02:29: wird?

00:02:29: Ja ich würde sagen... Niemand von uns kennt eine Frau, die noch nie in irgendeiner Form sexuell betränkt wurde.

00:02:35: Sexuell belästigt wurde, in irgendem Form sexualisierte Gewalte fahren hat.

00:02:39: Und dabei ist es immer ganz wichtig dass wir wirklich alle Formen sexualisierter Gewalt mitdenken.

00:02:45: also das geht nicht nur um Vergewaltigungen oder um die schwerwiegendsten Formen sexualisierte gewalt.

00:02:50: und tatsächlich fängt sie eben an bei sexuell bedrängt werden im öffentlichen Verkehr am Arbeitsplatz zweideutige armzügliche Bemerkungen usw..

00:03:19: was du gerade beschrieben hast, ist wir leben in mit Rape Culture.

00:03:24: Rape Culture vielleicht kein so schöner Buchtitel, ich weiß nicht ob der Verlag dem zugestimmt hätte aber du beschreibst es im

00:03:30: Buch sehr

00:03:32: explizit.

00:03:33: Genauso wie zum Beispiel toxische Männlichkeit sind das Begriffe die sehr schnell zu einer Abwehr führen den Gespräch anhalten statt es zu begünstigen.

00:03:43: deswegen lass uns das Problem was Du gerade beschrieben hast vielleicht nochmal anhand der Gewaltpyramide beschreiben.

00:03:48: Wie erklärst Du die?

00:03:50: Wie baut sich die auf und was hat das für einen Effekt auf unser Zusammenleben?

00:03:54: Vielleicht noch ganz kurz.

00:03:54: Ich wollte tatsächlich den Titel Rape Culture nähern für mein Buch und der Verlag hat mich zugeschoben.

00:04:01: Aber zurück zu deiner Frage, die Gewaltkrieg-Familie ist wahnsinnig wichtig und zwar geht es da dabei darum zu verstehen dass wenn wir Prävention von sexuellisierter Gewalt oder überhaupt geschlechtsspezifische Gewalt verhindern abschaffen wollen dann müssen wir eben schauen welche Haltung in welcher Botschaften die unsere Gesellschaft sehr verbreitet sind produzieren und reproduzieren dieses Ausmaß an sexualisierte Gewalt.

00:04:25: die wir haben.

00:04:26: Also dieser gewalt, der geschlechts- spazifische Gewalt ist so das Spitz des Eisbergs oder Spitz der Pyramide und unter dem Kahn geht es wirklich um Geschlechterstereotypen, um toxische problematische gewaltvolle Männlichkeitsvorstellungen.

00:04:39: Es geht um Sexismusmusik wie mich aber auch Rassismus, Queerfeindlichkeit.

00:04:44: Es geht Um Victim Blaming, es geht um Empathy also die Sympathie die Männer für einander hegen weil sie Männer sind Und die Unterstützung die eben auch Zethersexualisierte Gewalt, dann erhalten von anderen Männern.

00:04:56: Also bei der Prävention geht es dann wirklich darum zu schauen okay wie können wir diesen Mehrboden der Red Culture verändern damit eben oben das Ausmaß auch vermindert werden kann?

00:05:07: Jetzt wird ja gerade diskutiert ob wir ein Gesetz gegen Cat Calling oder ob wir Cat Calling strafbar machen können.

00:05:14: glaubst du wenn man an diesem vermeintlich nicht

00:05:17: so schlimm ist

00:05:19: Sexismus ansetzen würde,

00:05:21: würde

00:05:21: das nach oben hin Effekte bringen.

00:05:23: Wie stehst du zu der Idee?

00:05:25: Also tatsächlich finde ich es sehr erstaunlich wie wenig Ernst Cat-Colling immer noch genommen wird, obwohl man eigentlich weiß, wie unendlich erschöpfen das ist im Leben von Frauen aber auch von queeren Menschen sich ständig eigentlich diesem Cat-calling ausgesetzt zu sein gerade schon also die meisten ja schon als Jugendliche Was ja auch dazu führt, dass man sich einschränkt.

00:05:45: Dass man andere Wege wählt und sich vielleicht nicht an den Orten auffällt, wo man sich aufhalten möchte.

00:05:49: Und soweit also dieses Erschöpfungspotenzial.

00:05:52: Ich staune das so wenig darüber geredet wird und man sich eher darüber lustig macht oder es eben nicht ernst nimmt für Harnlust und überhaupt nicht in Zusammenhang sieht.

00:06:02: Die andere Frage ist natürlich was bringt eine Schrafbarkeit?

00:06:05: Das ist eine große Frage!

00:06:07: Ich denke ganz grundsätzlich bin ich der Überzeugung, dass das Gesetz ja widerspiegelt was wir als Recht und das Unrecht in unserer Gesellschaft anschauen.

00:06:14: Und von daher würde ich es selber grüßen wenn Catcalling eben tatsächlich strafbar wäre weil es dann auch eine gesellschaftliche Haltung widerspiegelt.

00:06:24: Vielleicht noch ganz kurz um das einzuorden, und ich glaube das kennen alle entweder aus eigener Erfahrung oder weil man es spürt oder von anderen gehört hat.

00:06:31: Aber das Risiko wenn ich bei Catcalling interveniere ist tatsächlich denjenigen der mich gecatcalled habt zu Redestelle oder irgendwas sage oder vielleicht was zurückgebe dass das dann aushaltet und dann eben zum massive Gewalt, sexualisierte Gewalt führt.

00:06:46: dieses Risiko ist risik also dieses... Dort zieht man eben auch den Zusammenhang.

00:06:50: Also eine der Catcalls, eine der das Gefühl hat ich darf einer Frau einfach nachrufen und ich habe das Anbrecher, die jede Aufmerksamkeit, der wird auch nicht davor zurückstrecken neben anderen Formen sexuelles Gewalt anzuwenden?

00:07:03: Ich hab in der Vorbereitung dieses Gesprächs in den letzten Wochen Ereignisse in den Medien angefangen zu notieren über die ich sprechen wollte und es waren so schnell so viele, die mich in vierzig Minuten gepasst hätten.

00:07:14: Die Idee wieder verworfen.

00:07:16: Ich habe jetzt ein paar Beispiele, aber es war für mich noch mal wirklich anschaulich.

00:07:19: Also ich hab eigentlich jeden Tag was auf dieser Liste in den Suchen fügt und es war auch sehr erschütternd drum.

00:07:25: Jetzt gab's in den Nägeln – ich weiß nicht ob du das gehört hättet – den Fall von Jenny Gensch.

00:07:28: Jenny Gentsch war Jogging im Park, hat sie völlig normal gekleidet und dann man ist ihr auf dem Fahrrad befolgt und hat ihren bekleideten Hintern in Nahaufnahme gefilmt.

00:07:38: Sie hat ihn zur Rede gestellt, so sehr wundend zum Glück für uns alle!

00:07:42: Und sie setzt sich jetzt dafür ein, dass der Abskirtingparagraf also das Verbot Frauen ungefragt

00:07:48: unter den Rock zu fotografieren.

00:07:50: Um Voyeurismus

00:07:52: zu erweitern.

00:07:53: Hältst du das für möglich?

00:07:55: Also wird es durchgehen?

00:07:58: Sag jetzt einfach mal ich hoffe sehr starten aus dem gleichen Gründen wie bei Catcalling Und ich muss das kurz erwähnen, um nochmal den Zusammenhang dazulegen.

00:08:07: Weiter vorhin Schießer Peliko erwähnt Perz Dominic Pelico, ihr Ex-Mann der ja diese ganzen Täter dann auch zu ihr eingeladen hat und sichern ihr Gewalt angetan hat... Der ganze Fahrflug ja auf, weil er abspürt hingemacht hat in einem Einkaufsventen.

00:08:24: Also von dem her!

00:08:26: Da ist einfach ganz klar ein Zusammenhang zu sehen.

00:08:29: und aber um zurückzukommen zu woot, das ist ganz wichtig... Frauen wurden ja dahingehend sozialisiert, dass ihnen Wut absozialisiert wurde.

00:08:38: Wut ist das männliches oder weil es gibt auch diverse Studien die belegen, dass wenn Männer wütend sind, dass das sehr positiv angeschaut wird in den meisten Fällen oder man sieht sie aus sehr stark und durchsetzungsfähig anschaut und Frauen sind daneben hysterisch und kompliziert.

00:08:53: mit denen will man dann eher nichts zu tun haben.

00:08:55: dabei ist Wut so eine wichtige Emotion bei einem hilft die Grenzen zu setzen.

00:09:01: Und das Problem ist eben, dass meistens bei sexualisierter Gewalt wir nicht in erster Linie wütend werden.

00:09:06: Sondern jetzt kennen wir wahrscheinlich alle als eigene Erfahrung, sondern Angst kriegen und ohnmächtig fühlen uns hilflos fühlen weil wir es uns vielleicht auch abtrainiert wurde wütends sein zu dürfen.

00:09:17: und von dem meine große Hochachtung auch an Janik Ensch, dass sie dort wirklich das geschafft hat.

00:09:22: Ist das unsere Aufgabe?

00:09:26: Nein!

00:09:26: Also ich denke... Ein Stück weit ist es wahrscheinlich sehr normal, dass diejenigen, die von einer Diskriminierungsform oder Gewaltform betroffen sind.

00:09:35: Diejenigen sind dafür kämpfen, dass sich die Gesellschaft ändert und sich Gesetze ändern.

00:09:40: Aber wir dürfen nicht vergessen wie unheimlich erschöpfen und anstrengen und schwierig diese Arbeit ist.

00:09:47: Mich macht das sehr wütend.

00:09:48: Ich werde zunehmend auch ungeduldig mit Männern, mit Zist-Männern... die es sich bequem machen und darauf was sind oder vielleicht auch nicht darauf fahren, dass wir die Arbeit leisten.

00:09:58: Also dort wäre es unabdingbar, dass Männer ihnen auch wirklich Verantwortung übernehmen für das Thema und diese Kämpfe ausbechten.

00:10:09: Was mich und wahrscheinlich nicht nur mich zuletzt sehr wütend gemacht hat war die Aussage, dass Deutschland ohne Autosindustrie daher kommen würde wie eine Frau ohne Unterleid.

00:10:23: Das wäre für mich ein Moment gewesen, wo sehr viele Männer hätten aufstehen können aus der Politik und aus dem öffentlichen Raum um zu sagen das geht zu weit.

00:10:33: Auch

00:10:34: das ist in meiner Wahrnehmung nicht passiert.

00:10:38: was setzt es für einen Zeichen wenn jemand wie Markus Söder solche Gesetze verwendet?

00:10:42: Schlussendlich zeigt das, wie sexistisch wie Frauen abwecken fahrenfeindlich unsere Gesellschaft ist.

00:10:49: Wie viele sexistische frauenfeindliche Aussagen oder hat man immer noch ausbrechbar und sagbar sind?

00:10:56: Und es zeigt eben auch dass niemand aufsteht und was sagt oder diejenigen, die dann aufschreiben sie meistens fahren Und das ist ja auch das Denomen des sogenannten Himpati.

00:11:06: Das Kofferwort von Simpati und Him zeigt, wie Männer eigentlich... Also wir leben in einer so mannendominierten Gesellschaft wo Männer einander unterstützen weil sie Männer sind.

00:11:15: Die Privilegien sind untereinander weitergegeben die Macht unter ihnen bleibt und sie eben auch ich weiß es nicht kein Interesse haben dann aufzustehen um solche Aussagen zu kritisieren.

00:11:27: Ein weiterer

00:11:27: Teil deines Kapitels Unlearning Rape Culture ist Wir Müssen Reden Das setze ich so ein bisschen gleich mit, wir dürfen nicht schweigen.

00:11:35: Was jetzt sowohl auf Markus Söder und seine Aussagen einzahlt als auch zum Beispiel auf Telegram Gruppen oder den Fall Fika in Italien.

00:11:45: Ich weiß nicht ob ihr das mitbekommen in den Medien.

00:11:47: Es wurden prominente Figuren genommen mit KI verändert, sexualisierte Bilder geteilt und TeeOnline zum Beispiel nannte diese Fika-Gruppe ein Erotikskandal.

00:12:00: Wir müssen auch darüber sprechen wie die Medien alle Fälle von Rapculture benennen welche Begriffe sie verwenden und wie oft sie reproduziert werden?

00:12:11: Genau ich glaube die Medien haben dort ja eigentlich eine sehr große Verantwortung.

00:12:15: also je nachdem wie über einen Vorfall sexualisiertes Gewalt berichtet wird habe ich andere Gedanken dazu als Leserin.

00:12:23: Und da ist es tatsächlich so, dass die Artenis langsam besser weht oder einige Medien es besser machen, wie die Rap-Couch in der Medienberichterstattung immer noch sehr stark reproduziert.

00:12:33: Also einerseits wird sexös jeder Gewalt meistens gar nicht benannt.

00:12:36: Das heißt dann eben nicht gewahrtskandaus und Sex oder Erbotismandale oder... In der Schweiz hatten wir einen Titel Hat ein Mann mehrere Minderjährige Kinder, unter anderem Unterzehn-Jährige und seine eigenen Kinder vergewaltigt.

00:12:50: Und der Titel war «Mann wegen auch ihr Verurteid».

00:12:55: Und das ist höchst problematisch weil ich als Leserin wenn nicht jetzt groß darüber nachdenke tatsächlich das Gefühl habe je gegen es um Sex hier geht es oder im Ei versucht um Familienkramen und nicht eben um Gewalt.

00:13:08: Ja, schlecht wird's

00:13:09: ungewalt und das Recht am eigenen Körper um sexuelles Selbstbestimmen und andere

00:13:13: Dinge.

00:13:13: ja

00:13:14: In unserem Vorgespräch hast du mich auf was Aufmerksam gemacht, weil ich mich dabei ertappt habe zu merken dass ich immer noch glaube das es auch meine Aufgabe ist.

00:13:25: Immer wieder über dieses Thema zu sprechen meinen Partner aufzuklären und ihn immer wieder zu vermitteln welche Dinge mich im Alltag betreffen die er vielleicht so nicht wahrnimmt.

00:13:35: Du hast gesagt du hast eigentlich nicht mehr so wahnsinnig viel Geduld

00:13:38: für

00:13:39: Aufklärungsarbeit in heimischen Oberfels.

00:13:42: Ja, das ist so.

00:13:43: Aber es heißt natürlich nicht, dass du das nicht weitermachen sollst.

00:13:46: Ich meine, natürlich ist das sehr wichtig und was ich gemerkt habe, was ich wirklich... Und da schreibe ich auch dazu im Buch über einen Vorfall.

00:13:54: Ich hab keine Ressourcen mehr miss in Gespräche zu begeben mit ja meistens Männern die gar kein Interesse am Thema haben.

00:14:01: Ich glaube, diese Gespräche kennen wir alle – ob es im Arbeitsplatz ist, am Familientisch mit dem Onkel oder wo auch in welchem Zusammenhang auch immer dass wir reden und reden reden und ich war immer so der Überzeugung ich muss einfach gut genug argumentieren und dann versteht's die Person weil es liegt doch auf der Hand das Problem.

00:14:18: Dann zu merken im Nachhinein die Person hat gar nicht wirklich zugehört und ich gehe nach Hause bin eine Woche lang schlecht drauf habe das Gefühl ich muss noch besser argumentieren Noch mehr Bücher dazu lesen und so weiter.

00:14:30: Die andere Person hat schon längst vergessen, dass wir überhaupt gesprochen haben, weil sie ja gar nicht interessiert war.

00:14:35: Also schlussendlich... Und dort habe ich wirklich gesagt das mache ich nicht mehr!

00:14:38: Ich mach's nicht mehr in Pludazien.

00:14:39: Ich sterbe nicht mehr zur Verfügung für was es sich so Streitgespräche, für was er sich Podcasts oder Radiofernsehen mit Menschen bei denen ich weiß die hören nicht zu, die sind nicht interessierte das Problem anzuerkennen und damit auch eben Teil der Lösung.

00:14:55: was wir sehr häufig in den sozialen Medien lesen, aber wahrscheinlich auch alle sehr häufig im Gespräch erleben ist die Situation ja, was kann ich schon tun?

00:15:03: Ich mache ja nichts.

00:15:04: Ich habe so etwas noch nie gemacht, was sicherlich auch infrage zu stellen ist wenn wir uns das Spektrum der sexualisierten Belästigung angucken Aber auch der Hashtag not all man.

00:15:14: Was sagst du dazu?

00:15:15: Was ist mit so einem Statement anzufangen?

00:15:17: Ja es sind für mich sehr schwierig.

00:15:18: Ich glaube grundsätzlich ganz wichtig dass Wir alle verstehen, egal welches Geschlecht wir haben.

00:15:23: Wir sind alle sexistisch und frauenfeindlich sozialisiert.

00:15:26: Um Punkt!

00:15:27: Dafür können wir nichts... Die einen sind vielleicht mehr sexistische, misogynne Haltung mitbekommen nach der weniger, aber grundsätzlich wir alle, ich inklusive.

00:15:37: Wir haben auch sehr viele falsche Vorstellungen von sexualisierter Gewalt mitbekommen, sogenannten der Gewaltigungsmythen.

00:15:42: die haben wir alle in unseren Köpfen.

00:15:44: oder hatten sie?

00:15:44: Vielleicht haben wir sie hinter dessen entlernt.

00:15:47: In dem Sinne können ja auch Männer nichts dafür, dass sie in dieser Gesellschaft leben.

00:15:50: Sie können auch nichts dafür auf individueller Ebene, dass die mit sehr gewaltvollen Männlichkeitsvorstellungen sozialisiert wurden.

00:16:00: Das ist nicht ihr Fehler aber sie können sehr wohl was dafür wenn sie sich entscheiden.

00:16:05: das geht mich nichts an und ich mache so weiter.

00:16:08: Wir sind alle Teil der Red Culture und Männer sind es erst recht.

00:16:11: Ich glaube es gibt keinen Mann den nicht schon in irgendeiner Form sexistisch oder wie so günbar oder vielleicht sogar als exorcierte Grenzen verletzt habt.

00:16:22: Und dort geht es wirklich darum, sich selber aus einerseits zu überlegen und zu reflektieren wieso bin ich auch Teil davon?

00:16:28: Wie ist mein Verhalten?

00:16:30: und vor allem auch zu verstehen dass schlussendlich alle Männer pocketieren von der Rape Culture, sie profitieren davon weil die Rape culture dazu führt das Frauen von sehr männerdominierten Orten sich fernhalten eher und das wiederum die Position, die macht die Privilegien der Männer stärkt.

00:16:49: Und dort gibt es wirklich darum auch auf gewisse Privilegen zu verzichten als Mann.

00:16:55: Die Bereitschaft zeigen sicherlich in den Lebensrealitäten von Frauen und für einen Menschen einzudenken und dort wirklich zwei neue Veränderungen beizutragen.

00:17:07: auf einer Karrieremesse sind und wir sitzen hier und erleben vielleicht in einem Meeting irgendeinen dummen Spruch oder sexistische, rassistische ebilistische Kommentare.

00:17:20: was rätst du Menschen?

00:17:22: Was tun wir in dem Moment um es nicht unantisch fallen zu lassen.

00:17:25: Um es nicht zu normalisieren.

00:17:28: Einerseits finde ich das super verständlich wenn man es nicht schafft in den Moment zu reagieren.

00:17:32: so Ich will schlappfertig und sehr oft in solchen Situationen, wenn ich selber betroffen bin, sage ich nichts.

00:17:40: Und das ist okay!

00:17:41: Das einzige, was nicht okay ist, dass einzig nicht adäquatern zu einer Situation ist die grenzverletzende oder sexistische Bemerkung des Gegenübers.

00:17:49: Also das finde ich ganz wichtig weil ja meistens die Betroffene kritisiert werden.

00:17:52: wieso hast du nichts gesagt?

00:17:54: So ändert sich ja nichts, sagt aufs nächste Mal was... Und das finde ich nicht fair und nicht wichtig, weil es immer wieder Künde gibt, wieso man halt nicht intervenieren kann.

00:18:02: Aber wenn man es schafft oder eben noch viel eheer als die direktverbrauchende Person eben auch die, die zuhören – meistens sind sie ja einige gerade am Arbeitsplatz – dort finde ich's ganz wichtig dass man sich bewusst macht durchschweigen... Jetzt schauen vielleicht nicht mit Lachen, aber eben trotzdem nichts sagen.

00:18:20: Validiert man das gesagt?

00:18:22: Also jedes Mal wenn etwas stehen gelassen wird als Aussage auch, wenn vielleicht nicht alle mitlachen oder nicken heißt dass diese Aussage darf so gemacht werden, auch wenn sie zistisch ist oder misogynist oder kennensverletzend ist.

00:18:35: von dem her finde ich Hauptsache man sagt was wie man es formuliert Was man genau sagt, ob man es mühzend sagt oder anständig und höflich wie auch immer finde ich zeitpannig.

00:18:46: Wie kann man das gegenüber am ehesten zum Nachdenken anträgen wenn man so will?

00:18:50: Also das eine was ich sehr hilfreich finde ist wirklich das Ganze umzukehren und zu sagen okay nicht ich erkläre dir jetzt wieso das was du gesagt hast sexistisch isst.

00:18:58: also jetzt angenommen die Person reagiert mit stimmt doch nicht dass doch nichts sexistischer war ja nicht so gemeint sollen zu sagen dann erklärt du mir doch wieso es nicht sexistisches sie ist sexistische sage ich erklärt du mir wieso nicht und dann wirklich dranbleibt.

00:19:12: Und weitere Fragen und weitere Fragen auch nicht locker lassen, das hat den Vorteil dass einerseits ich mich zurücklehnen kann, ich mich gegen die mich völlig erschöpfe in meinen Erklärungen und wenn die Person wirklich interessiert ist, dann wird sie im Gespräch bleiben.

00:19:25: Wenn Sie nicht interessiert sind, dann habe ich mehr üben auch ein Gespräch erspart, das ja eh nichts gepackt hätte.

00:19:31: Also das finde ich etwas ganz Nützliches.

00:19:33: oder tatsächlich wenn es unter einem Witz läuft dann zu sagen nicht verstehe den Witz nicht, werde auch dumm stellen und sage erklär mir doch wieso dass das lustig ist?

00:19:43: Oder vielleicht noch als dritten Punkt finde ich schon auch hilfreich zu sagen schau ich war auch mal an dem Punkt an dem ich über so was gelacht habe.

00:19:51: Ich kann das nachvollziehen.

00:19:53: mehr hat aber geholfen dass um das und das seines Bücher, seines Podcasts ein Interview sich gelesen habe.

00:19:59: Gewisse Personen, denen ich auf Instagram folge die Aftlerumsarbeit machen.

00:20:04: Also egal was, aber dort wirklich zu sagen, ich verstehe wieso du das, also ich stand auch mal an dem Punkt.

00:20:10: Also diese Augenhöhe auch herstellen, aber ich hab gelernt und ich wünsche mir, dass du das auch machst und dich einliest oder einlöst und das filmen.

00:20:20: Und wenn wir dieselbe Situation noch mal nehmen und ich bin vielleicht kein Teammitglied, sondern sogar Teamlied.

00:20:26: Ich bin Führungskraft.

00:20:27: Ich beobachte das.

00:20:29: Dann habe ich in meiner Wahrnehmung eine verstärkte Verantwortung diese Dinge anzusprechen.

00:20:35: Mache ich das dann auch?

00:20:37: In dem besagten Meeting oder nehme ich mir die Person hinterher lieber unter vier Augen nochmal zur Seite?

00:20:46: Du hast eine größere Verantwortung und du hast auch die Pflicht.

00:20:49: Die ist sehr gesetzlich festgeschrieben.

00:20:52: Wir dürfen nicht vergessen, obwohl es ja so oft vernachlässigt wird.

00:20:55: Wahrscheinlich sieht das die Situation anders aus.

00:20:57: Es kommt immer darauf an aber ich finde es grundsätzlich schon sehr wichtig dass in dem Moment was gesagt wird.

00:21:04: Unaufgeregt oder auch nicht, ist eigentlich egal.

00:21:06: Aber dass dort wirklich vor allem die Personen, die betroffen sind von der sexistischen und auch rassistischem Dickenfeindlichen, behinderten Feindlichen was auch immer Aussage ist dies sofort hören okay da ist eine für uns Gesundheit eine klare Haltung und die steht hinter mir und findet diese Aussage nicht ok.

00:21:22: aber dann das größere Gespräch würde ich sicher dann unter vier Augen führen weil es Ja, auch mehr Zeit und kaum Paut.

00:21:28: Aber ich finde schon dieses Statement, dass man nicht unterschätzt.

00:21:32: Also gerade auch am Arbeitsplatz ist für so viel von Sie aus die diskutiert sind, jetzt haben sie doch eine Vertrauenstelle und alles aufgegleistet und Verhaltenskode.

00:21:42: Und in anonymen Erfahrungen sehen Sie okay es gibt sexuelle Belästigung aber niemand macht eine offizielle Beschwerde ein.

00:21:49: Und ich finde, ja das ist aber eine ganz, ganz wichtige Botschaft.

00:21:51: Weil das nämlich heißt offenbar fehlt, dass Vertrauen deiner Mitarbeiterinnen... Das ist was bringt sich zu melden und eine Beschwerde einzulegen?

00:21:59: Und es sind halt genau diese kleinen Sachen!

00:22:02: Wenn ich merke meine Chefin oder mein Chef lässt sexistische Aussagen stehen Oder lacht sogar mit oder lacht sie weg Dann werde ich mich in dem Unternehmen vielleicht auch nicht sicher genug fühlen um eine Beschwärde einzulägen Um mich an ihn zu wenden und zu sagen der Kollege verlässt dich nicht

00:22:18: Um noch einmal ganz kurz über Organisationen zu sprechen, bevor wir wieder ins gesamtgesellschaftliche Bild gehen.

00:22:23: Du bist ja auch Teil... Also du machst Vertrauensarbeit für Unternehmen?

00:22:28: Ist es besser eine Vertrauenser person im Unternehmen zu haben oder ist es wirklich besser eine externe Stelle zu haben?

00:22:35: Oder wie kann man das... Ich denke

00:22:36: ideale Weise haben wir beides!

00:22:38: Ich denke, für kleine Unternehmen ist eine interne Person oder die interne Stelle meist gar nicht möglich.

00:22:43: Also wirklich für kleine Eltern und so.

00:22:46: Ich kenne Betroffene, die zuerst sich an die internen Stellen wenden weil das einfacher ist, weil es niederschwelliger ist.

00:22:52: Weil manchmal ja auch helfen kann zu wissen wie Personen weiß woher ich spreche.

00:22:56: Die kennt das Arbeitsumfeld, die kennt unser Miteinander.

00:22:59: Und andererseits kann es aber auch hinterlich sein.

00:23:02: also es kann auch hilfreich sein eine externe Person die eben das wirklich ganz... In dem Sinne neutral anschauen kann und vor allem eben auch garantiert ist, dass die externe Vertrauenstelle sicher kein Bezug hat zu der Person, die mich belästigt.

00:23:16: Das ist ja schon abwichtig!

00:23:18: Aber ich denke das andere, das niedeschwellige darf man auch nicht unterschätzen.

00:23:21: aber wenn man jetzt nur Ressourcen hat für eine Sache dann würde ich sicher eher eine externen Stelle nehmen weil dort wirklich garantiert wird.

00:23:30: Ich denke die meisten empfinden es als vertraulicher und anonymer sich extrem befassen zu lassen.

00:23:37: Jetzt gehe ich davon aus, dass hier vielleicht auch ein paar Mütter sitzen.

00:23:40: wie sprechen wir denn mit Kindern?

00:23:43: Unsere Töchter oder Söhne sagen Dinge die sie irgendwo natürlich aufgeschnappt haben weil wir ja wissen wie tief die Musokogni sitzt.

00:23:53: Wie bringe

00:23:54: ich meinen Sohn bei feministisch zu denken oder antifeminismus zu erkennen?

00:24:03: Ja, das ist natürlich eine große Fahre.

00:24:05: Es gibt auch ganz tolle Bücher dazu und nicht von mir.

00:24:09: Grundsätzlich finde ich es unheimlich wichtig, dass wir uns den Thema annehmen.

00:24:12: Ich habe auch vier Kinder, zwei Sohne, zwei Töchter und dafür gerade mit den Jugendlichen.

00:24:17: viele Gespräche sind immer auch eine Kartwanderung, um dass man nicht nur die nervige Mutti ist, die ja immer alles nennen, sondern dass die Kinder dann immer noch offen genug sind und mit uns reden.

00:24:28: aber ich find's ganz wichtig mein... Es gibt so viele Ebenen.

00:24:32: Meine Kinder kamen mit dem Begriff Schul als Schimpfwort schon im Kindergartenheim, dort fängt es an wirklich auch Befeindlichkeit.

00:24:41: Sexistische Blondinenwitze – ich weiß nicht, ob man die hier noch erzählt und der Schweiz sind wie immer noch in beiden Kindern.

00:24:48: Das sind ja höchst sexistisch-französischer Witz.

00:24:50: und dort wirklich den Kindern!

00:24:52: und ich immer altes Adequat zu erklären, wieso das was Sie sagen oder fertig lustig finden problematisch ist.

00:24:59: Und dass ich auch wichtig finde es eben nachzuschauen was konsumieren sie an Medien, sozialen Medien filmen am Netflix Serien, an Büchern und dort wirklich ideale Weise versuchen am bald zu bleiben und nicht zu sagen okay dieses Buch darfst du nicht lesen weil ich weiß das ist voller Geschlechter Klischees, sondern ist okay.

00:25:21: Sie sollen das lesen.

00:25:23: aber dann schauen wir doch einige Punkte an die man vielleicht helfen kann einzuordnen wie so gewisse Narrative die da reproduziert werden vom Limates.

00:25:32: Ich knüpfe jetzt hier einfach mal an weil du gerade Netflix und Serie jetzt hast.

00:25:36: Wir haben im Vorgespräch zum Beispiel über die Serie

00:25:39: U

00:25:39: gesprochen die jetzt in die fünfte Staffel geht um einen Stalker Roman Es ist wirklich schwierig, sich anhand der vielen Weihnachtsfilme und romantischen Komödien und eben solcher Phänomene davon freizumachen zu sagen.

00:25:57: Aber eigentlich ist er doch ganz lieb!

00:26:00: Wie kann ich versuchen meinen internalisierten Patriarchat meine internalisierte Rapeculture irgendwie im Schachtel halten?

00:26:10: Wie machst du das vielleicht

00:26:11: auch?

00:26:11: Oder was gerätst Du Menschen in Deinen Selenaren?

00:26:14: Ich glaube tatsächlich schon die Erkenntnis, dass wir eine internalisierte Sexismus und Misogyny haben.

00:26:21: Die ist unheimlich wichtig!

00:26:23: Das ist so Schritt eins anzuerkennen und hat auch vielleicht die Schamgefühle, damit einhergehen oder Schuldgefühl, das vielleicht alle ja nicht gemerkt zu haben wird selber auch sexistische frauenfeindliche... Haltung weitergegeben zu haben, gesagt und Menschen verletzt zu haben.

00:26:40: Damit wir das anzuerkennen finde ich einfach schon unheimlich viel und dann wirklich sich dafür sorgen dass man es heute besser macht oder anders machen kann.

00:26:50: Wenn du so Filme und Serien ansprichst... Ich glaube alle sind mit Filmen aufgewachsen wie wenn wir sie heute mit unserer feministischen Brille anschauen, die wir kaum mehr genießen können.

00:27:03: Und ich finde es aber total okay, wenn man die Filme trotzdem noch anschaut und trotzdem noch genießt.

00:27:07: Und halt einfach sich das nicht nehmen lassen möchte, solange man sie eben doch auch reflektiert, solang wir an ihnen... Darüber in Gespräch bleibt, aber schlussendlich die Frage kommt ja sehr häufig.

00:27:18: Bei Filmen überhaupt bei Populärkultur auch bei Kunst beim Musikjahr darf ich das jetzt alles nicht mehr schauen.

00:27:24: Darf ich nach Michael Jackson hören?

00:27:26: Darf' ich jetzt nicht mal nicht mehr filmen mit Gerhard Letbertiö schauen?

00:27:29: Was mache ich wieder all den Filmen von Harvey Weinstein und so weiter?

00:27:33: Johnny Depp!

00:27:35: Und da finde ich, darfst du so schauen was du willst.

00:27:38: Ich glaube es geht nicht darum, gewisse Filme oder Musik zu verbieten.

00:27:43: Aber ich finde wenn du's schaust dann musst du dich auch damit auseinander setzen und vor allem auch akzeptieren dass es halt Kritik geben wird dafür das du jetzt Michael Jackson hörst.

00:27:56: Und das musst du mit dir ausmachen können inwieweit du das okay findest oder nicht?

00:28:01: Aber ja ich mein schlussendlich stützen wir natürlich indem wir diese Filme und Musik konsumieren weiterhin von Menschen, von denen wir wissen dass sie gewalttätig waren oder immer noch sind.

00:28:15: Stützen wir halt schon auf das System.

00:28:17: also es ist halt weil wir ja mit unserem Konsum diesen Menschen weiter hier in ihrer Machtposition sichern.

00:28:25: Du hast mir schon wieder ein super Stichwort geliefert nämlich ihr sprechen ja jetzt hier häufig über die Begegnungen zwischen zwei Menschen oder Begehnungen in einer Gruppe aber wir wissen auch Systemisches ist.

00:28:37: Also dass wir in dieser Gesellschaft alleine das Problem des Sexismus und des sexualisierten Gewalt nicht lesen können,

00:28:45: d.h.,

00:28:45: mit wem müssen wir auch darüber sprechen?

00:28:49: Na genau, mein Schuss, endlich ist es das was auch diese Gewaltpyramide darstellen will!

00:28:54: Es geht nicht um ein individuelles Problem, es gehört nicht einzifälle sondern tatsächlich um ein stochelles Problem.

00:28:59: und der Papus auch strukturelle Lösungen.

00:29:03: Das ist für uns politisch gewalt.

00:29:09: Es geht wirklich darum, zu schauen dass die Politik bereit sein muss dafür genügend Ressourcen zu sprechen damit eben tatsächlich adäquate Prävention oder auch Interventation und Weihgeschlechtes wird sicher Gewalt gemacht werden kann.

00:29:24: das ist momentan überhaupt nicht der Fall.

00:29:27: also da geht es wirklich darum zu schauen wo es braucht mehr Ressoursen In Frauenhäusen bei den Beratenstellen, in der Täterarbeit ist immer auch Opferschutz.

00:29:38: Das braucht eben noch in den Unternehmen viel mehr ein Verhaltenschodex.

00:29:43: Der beste Verhaltungschodext bringt nichts solange das CEO mir sagt ja aber Frauen sind einfach ein bisschen kompliziert und so empfindlich sind es schwierig.

00:29:54: Und wirklich dort anzusetzen.

00:29:56: und ich meine schiess endlich jetzt hier in der Istanbul-Konvention.

00:29:59: Auch Deutschland platifiziert hat alles festgehalten, was eigentlich umgesetzt werden müsste.

00:30:03: Dass eben nicht ungesetzt wird.

00:30:05: und da geht es unter anderem auch wirklich darum dass alle relevanten Berichtsgruppen die auch mit betroffenen Konsektionalitäten gewalt zu tun haben in der Polizei, Staatsanwaltschaftsgerichte, ganze Gesundheits- und soziale Bereiche das sie sich obligatorisch weiterbilden oder ausbilden müssen zugeschreckt.

00:30:23: spezifische Gewalt also Und auch der Europas braucht natürlich Entsprechung der Ressourcen, dass das unumgänglich wert ist.

00:30:31: Dass ich mich in meiner Ausbildung nicht entkehmer beschäftige.

00:30:35: Was aber auch voraussetzt, dass die Politik sich klar positioniert.

00:30:38: Ohne die politische Haltung bekommen wir die Gelder nicht frei, die dann die Programme starten können während der Prävention und Aufarbeitung starten können.

00:30:51: Und das Problem ist groß, ich habe mir noch eine Notiz gemacht die Meldestelle für Antifeminismus.

00:30:56: also wir sprechen nicht nur über sexualisierte Gewalt sondern über antifeministische Haltung und Verzeichnungen zu sixhundertfünfzig Meldungen im letzten Jahr das sind fast zwei am Tag und man muss ja davon ausgehen dass nicht alle Fälle gemeldet werden

00:31:09: oder einen Gruppteil

00:31:10: der Fälle geneldiht

00:31:11: wird.

00:31:11: Ich hab mir nochmal Zahlen mitgebracht weil vor der Herkerie ist nach der Wiesn und auf der Wiesen sind dieses Jahr Das weiß ich nicht, wie man ihn mitzutzt.

00:31:26: Ja...

00:31:28: Und dennoch muss man ja sagen, das ist ein integraler Teil der bayerischen

00:31:54: Kultur

00:31:54: und Geschichte.

00:31:56: Und hat auch schöne Seiten... Wie kannst du sowas im Alltag miteinander vereinbaren?

00:32:02: Ich glaube schlussendlich ist auch die Wiesn ein Spiegelbild unserer Gesellschaft.

00:32:06: Hat vielleicht dann sehr konzentriert weil sehr viel Menschen dort sind, sehr viele Männer auch.

00:32:12: Alkohol fließt, dass vielleicht noch zusätzlich enthemmt, wobei nicht Alkohl das Problem ist Und ich glaube schlussendlich finde es halt einfach ein wunderbares Beispiel, um auch zu zeigen dass das Problem eben tatsächlich nicht durch die anderen verursacht wird oder durch minkwantische Männern oder was auch immer dafür fasche oder assistisch auch nach Artikel bedient werden häufig sondern tatsächlich auch ausgemacht ist.

00:32:37: und hier fängt's an.

00:32:38: Also wenn Männer sich so verhalten an seine Veranstaltung dann werden sie sich ja auch außerhalb so verhandeln.

00:32:46: Einmal im Jahr verhatt ich mich sexistisch und fahr'nfeindlich, um fremd zu erletzen.

00:32:50: Und dann bin ich wieder ein respektvoller Bürger.

00:32:53: Das ist ja nichts... Ich glaube schlussendlich, wir leben hier alle mit dieser Gleichzeitigkeit.

00:32:59: Sobald ich das Haus verlasse oder sobald online gehe, auch wenn ich nicht das Haus verlasse, setze ich mich dem Kisiko aus, sexösitärgewalt zu erfahren!

00:33:09: auf der Straße, eben im öffentlichen Verkehr am Arbeitsplatz an einer Messe, dann abends irgendwo ... Ja egal.

00:33:18: Und das kennen wir ja nicht anders.

00:33:20: Ich finde es auch verständlich und ich habe Verständnis für Frauen die sagen, ich kann mich nicht intensiv mit dem Thema beschäftigen.

00:33:28: Geschäftsprozifischer Sexualität gewahrt weil's mir einfach die Lebensfreude nimmt oder So kann ich durchaus verstehen.

00:33:36: Ich wünsche mir dann aber, dass man wenigstens diejenigen unterstützt, die diese Arbeit machen, weil ohne das geht es nicht.

00:33:42: Aber schlussendlich ja also auch richtig lechlemant-wassexistische Aussagen weg am Weihnachtstisch.

00:33:49: Weil ich denke heute nicht.

00:33:52: Also schon!

00:33:52: Aber ich denke, das kennen wir alle und ich sage nicht, dass das richtig ist.

00:33:56: Aber ich finde sehr verständlich, dass sich man sich nicht... die ganze Zeit damit auseinandersetzen, weil wir schliessendlich investiert haben, dass das was anziskal Schutzbarchen nimmt.

00:34:06: Wir schaffen den Frauen auch sehr klar benannt und beschreibt dieses, ich habe es zu Beginn gesagt im Bezug auf Fettkorn, dieses Erschöpfungspotenzial des sexualisierter Gewalt oder überhaupt das Risiko oder das Gefühl, ich könnte jederzeit ein überall belästigt beträngen werden.

00:34:22: Ihr erspunheitliches Schiff ist noch wie schön es eigentlich wäre in dieser Teil.

00:34:27: Ich hoffe, wir sehen uns wieder.

00:34:28: Vielen

00:34:28: Dank, dass du da warst!

00:34:30: Danke,

00:34:44: dass Du dabei warst.

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