In Zeiten globaler Umbrüche: Demokratie neu denken

Shownotes

Die Demokratie steht unter Druck. In dieser Folge spricht Prof. Dr. Andrea Römmele mit der herCAREER-Redakteurin Kristina Appel über die Frage, wie sich demokratische Systeme verändern, wenn Digitalisierung, Klimakrise, Urbanisierung und soziale Ungleichheit gleichzeitig auf sie einwirken. Ausgangspunkt ist ihr Buch „Demokratie neu denken”.

Darin beschreibt Römmele Demokratie nicht als abstraktes System, sondern als etwas, das sich im Alltag entscheidet: beim Wohnen, in der digitalen Öffentlichkeit, in Städten und in der Art, wie Menschen miteinander in Kontakt kommen. Besonders deutlich wird das am Thema Wohnen, das die Politikwissenschaftlerin als „die neue soziale Frage“ bezeichnet.

**Zentrale Bedrohungen für die Demokratie: **

  • Bei KI und Digitalisierung zeigt sich, dass technische Entwicklung nicht automatisch mehr Demokratie bedeutet, sondern auch neue Risiken schafft.

  • Beim Wohnen wird sichtbar, wie stark soziale Herkunft, Netzwerke und Ressourcen über Zugang und Ausschluss entscheiden.

  • Beim Klimawandel wird klar, dass Belastungen ungleich verteilt sind und besonders Menschen mit geringeren Ressourcen treffen.

Die Folge kreist um den Konflikt zwischen demokratischem Anspruch und gesellschaftlicher Realität: Teilhabe soll wachsen, gleichzeitig verschärfen sich Ungleichheit, digitaler Einfluss und soziale Spaltung durch die Megatrends Digitalisierung, Klimawandel, Urbanisierung, Migration und Globalisierung.

Römmele wirbt dafür, weniger vom Individuum aus zu denken und dafür mehr vom Kollektiv.

Drei Visionen aus dem Gespräch:

  • Regulierung nicht als Gegenmodell zur Demokratie verstehen, sondern als Voraussetzung dafür, dass gemeinsame Regeln überhaupt durchgesetzt werden können.

  • Medien- und Demokratiekompetenz früh vermitteln, damit Manipulation, Desinformation und Bias besser erkannt werden können.

  • Öffentliche Räume und Orte der Begegnung stärken, damit Demokratie nicht nur in Institutionen, sondern auch im Alltag erlebbar bleibt.

**Weiterführende Links: **

Buch von Andrea Römmele: [Demokratie neu denken](https://amzn.to/4kUjIdv)](https://andrearoemmele.de/publikationen/demokratie-neu-denken/))

Interview mit herCAREER: „Demokratie neu denken: Sonst steigen uns die Jungen aufs Dach – und das zu Recht!“

Profil von Prof. Dr. Andrea Römmele an der Hertie School:

EU-Politik zum Digital Services Act: European Commission

Über herCAREER Voice

Der Podcast herCAREER Voice liefert wertvolle Einblicke in Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft, immer verknüpft mit persönlichen Erfahrungen und vor allem aus weiblicher Perspektive. Wechselnde Moderator:innen und Gäst:innen aus unterschiedlichen Unternehmen, Redaktionen und Arbeitsumfeldern bieten vielseitige und praxisnahe Erfahrungswerte für die Hörer:innen. https://www.her-career.com/podcastherCAREER ist die führende Plattform für die weibliche Karriere. Hier erwartet dich ein einzigartiges Netzwerk mit individuellen Job-Chancen und jede Menge inspirierender Content wie Podcasts, Vorträge und Panels live auf herCAREER Expo oder online im Rahmen unserer herCAREER Academy. Wir heißen alle Menschen willkommen – im Besonderen Frauen, denen wir die Chance geben, von diesem besonderen Möglichkeitsraum zu profitieren. https://www.her-career.com

Dieses Gespräch wurde im Rahmen der herCAREER Expo 2025 aufgezeichnet und als Podcast aufbereitet. Mehr über die herCAREER Expo unter www.her-career.com/expo

Projektleitung: Natascha Hoffner Redaktion: Kristina Appel Produktion: Bernhard Hiergeist

Transkript anzeigen

00:00:00: Wenn Sie die Menschen anschauen, die in Entscheidungsfunktionen sind.

00:00:04: Wer ist es?

00:00:05: Hauptsächlich westdeutsche Männer zwischen fünftig und sechzig auch Frauen dabei!

00:00:10: In das Schema pass ich hundert Prozent Und wie denke ich tief drinnen meinen menschen wie ich ja immer Das wird schon julien.

00:00:18: Die junge generation denkt viel disruptiver als wir.

00:00:23: Es ist verdient normal.

00:00:24: Deswegen bin ich absolut überzeugt, dass die Lösung unserer Probleme in der Generation

00:00:44: liegt

00:00:51: und nicht bei uns ein Fünfzig hat.

00:01:01: Dann bist du hier genau richtig.

00:01:07: Deutschland braucht eine Politik, die mehr Vision hat und dafür benötigt sie laut Professor Dr.

00:01:13: Andrea Römmele vor allem junge Köpfe und mehr Gemeinschaftssinn.

00:01:17: Dieses Livegespräch ist ein Plädoyer für ein neues modernes und inklusives Demokratieverständnis.

00:01:24: Es stellt auch die Frage was kann die Politik?

00:01:27: Und was kannst Du jeden Tag für eine demokratische Zukunft tun?

00:01:41: Hallo und herzlich willkommen.

00:01:42: Wie schön, dass ihr da seid zu einem man muss fast sagen der wichtigsten überhaupt.

00:01:47: Es gibt glaube ich momentan kaum ein Thema was wichtiger ist als Demokratie weil es in alle anderen Lebensbereiche mit rein spielt vor allem für uns Frauen.

00:01:56: Ich bin Christina Appel.

00:01:58: Ich bin freier Redakteurin bei Herd Karrier und Journalistin für Chancengerechtigkeitsthemen Und ich darf heute bei mir begrüßen Professor Dr.

00:02:05: Andrea Römmle.

00:02:07: Sie sind Professorin für politische Kommunikation und Vizepräsidentin der Härte-School in Berlin.

00:02:13: Sie forschen zu Demokratie, Wahlkämpfen und Streitkultur und kennen den politischen Betrieb in Deutschland und USA.

00:02:19: Regelmäßige Medienauftritte zur politischen und demokratischen Fragen – sie sind auch Autoren!

00:02:25: Und über das Buch «Demokratie neu denken – Szenarien unserer Welt von morgen wollen wir heute in Ruhe sprechen».

00:02:32: Inwiefern hat sich die Lage der Demokratie noch mal verändert?

00:02:37: Ja, also ich habe das Buch abgegeben beim Verlag als Trump noch nicht das zweite Mal gewählt wurde.

00:02:45: Und ich hab angefangen über dieses Buch nachzudenken eigentlich schon vor drei vier Jahren und habe auch geopolitische Herausforderungen nicht drin.

00:02:56: Das zeigt einem A wie lange so ein Buche im Entstehen ist Und B, wie schnell sich die Welt auch gedreht hat.

00:03:05: Ich glaube ich würde diese Geopolitik auf jeden Fall noch mit reinnehmen und ich würde anders anfangen.

00:03:14: Meine geschätzten Kollegen Daniel Zieblat und Steven Winske haben vor sieben acht Jahren im Bestseller geschrieben Wie Demokratien Sterben heißt es How Democracies Die.

00:03:25: Dieses Buch fängt an Mit dem Satz Democracy's Die in Darkness.

00:03:29: Und das war im Jahr zwei Tausend Fünfzehn und ich würde mein Buch heute anfangen mit Demokratien sterben, im Scheinwerferlicht gerade.

00:03:40: Ich glaube es spüren wir alle ganz deutlich.

00:03:43: Mein Freund hat mir das Handy am Morgen verboten, weil ich mich natürlich in einer sehr feministischen Bubble bewege und ich morgens schon wirklich schlechte Laune bekomme.

00:03:53: Ich bin eigentlich den ganzen Tag erzürnt über das was Frauen auf der ganzen Welt passiert – ich bin allerdings auch Realistin vielleicht sogar Pessimisten.

00:04:01: aber ganz im Gegensatz zu ihnen!

00:04:03: Sie haben so eine grund positive Einstellung im Interview gehabt und auch im Einführungstext zu dem Buch.

00:04:10: Sie schreiben nämlich «Mir ist um unsere Demokratie nicht banger».

00:04:13: Warum nicht?

00:04:15: Ja, das werde ich oft gefragt und es freut mich auch dass ich das gefragt werde.

00:04:20: Warum ist mir nicht Bange?

00:04:21: Und das schreibe ich ja auch im Vorwort in meinem privaten Umfeld bin ich so von acht bis zehn jungen Menschen umgeben also meinen eigenen Kindern und mein Neffen und Nichten.

00:04:33: Also erstens mal die leben nicht in Berlin-Mitte oder irgendwo in Charlottenburg, sondern sie sind verteilt in der Republik.

00:04:41: Meine Tochter gerade auch in München aber sonst auf viele Instrukturschwachenregionen im Sauerland zum Beispiel.

00:04:48: alle zehn sind in irgendeiner Weise zivilgesellschaftlich organisiert.

00:04:54: ob das der Fulstwahlverein ist, ob des Nachhilfegruppen sind, ob es demonstrieren ist... Das gibt mir eigentlich Hoffnung Ja.

00:05:03: Also das eine Engagementbereitschaft, da ist vor allem bei den jungen Leuten und es geht ja auch darum dass die Jungen sich jetzt verstärkt dafür einsetzen.

00:05:12: Sie haben eben erzählt sie hätten jetzt noch die Geopolitik mit eingebracht.

00:05:16: ich denke das war ein Hint zu der Art und Weise wie das Buch aufgebaut ist nämlich vergleichen sie oder setzen fünf Megatrends in den Kontext Demokratie welche fünf megatrend sind das?

00:05:29: Ich habe Digitalisierung und KI als erstes dann Migration und Demografie.

00:05:35: Das sind, wenn man es ganz genau nimmt eigentlich zwei aber die liegen ganz nah beieinander.

00:05:40: deswegen habe ich sie zusammengenommen.

00:05:42: Dann den Trend der Urbanisierung Klimawandel und Global Economy Und Ich würde jetzt auf jeden Fall natürlich Geo- und Sicherheitspolitik hier mit rein.

00:05:53: War übrigens auch ganz interessant, als ich jetzt gerade rumgelaufen bin, dass die Bundeswehr ein ganz großen Stand hier hat?

00:06:01: Ich bin zum ersten Mal hier aber war das vor fünf Jahren schon so?

00:06:04: Das weiß ich nicht.

00:06:05: Ich weiss nur, dass es letztes Jahr schon so war.

00:06:07: Weiß es von euch jemand?

00:06:08: War ja auch schon so.

00:06:13: Warum haben sie diese Vorgehensweise ausgewählt?

00:06:16: gute Frage.

00:06:17: Habe ich lang drüber nachgedacht, als ich nämlich zu Hause mein Mann sagte, ich möchte irgendwie ein Demokratiebuch schreiben weil das Buch der sich davor geschrieben hat war so Streitkultur und irgendwie habe ich gedacht es geht jetzt um viel mehr.

00:06:31: also Big Picture!

00:06:32: Ich wollte unbedingt Big Picture und dann sagt mein Mann was willst du euch neues über die Demokratie schreiben?

00:06:37: Es gibt schon so wahnsinnig viele Bücher womit er ja recht hatte.

00:06:41: An einem Abend hatte mein Sohn einen Entschulfreund zu Hause, der Franzose war und wir haben uns über Demokratie und Zukunft unterhalten.

00:06:50: Mein Französisch ist nicht gut und ich habe dann von dem Freund meines Sohnes gelernt dass es im französischen zwei Worte für Zukunft gibt.

00:06:59: Wir haben nur eins.

00:07:00: auch die englische Sprache hat nur eines Future.

00:07:03: Und in Französischen gibts zwei Avenir und Fütür.

00:07:07: Und Avenir ist die Zukunft, die auf jeden Fall passiert.

00:07:11: Der ich nicht entweichen kann und das sind diese Megatrends.

00:07:15: Und für Tür ist das was sich damit mache!

00:07:18: Und eigentlich dieses Wortspiel abends am Küchentisch hat mir die Idee zum Buch gegeben dass ich erst mal die Avenirs beschreibe also die Megatrenns die auf uns zu rollen.

00:07:29: Megatrent sind Lawinen in Zeitlupe ja?

00:07:32: Die kommen können wir nicht mehr aufhalten.

00:07:35: Aber die Frage, wie wir mit den Konsequenzen umgehen.

00:07:38: Wie geht Demokratie mit den Konsequenzen dieser Avoniersum?

00:07:42: Und das war mein Aufhänger.

00:07:44: Es gibt ja wunderbare utopisch anmutende Szenarien für die Zukunft.

00:07:50: Manche sind wirklich sehr düster und andere sind so positiv...

00:07:53: Die meisten sind positiv!

00:07:55: Ich wollte gerade sagen, dass sie mir fast utopische und

00:08:00: unwirklich

00:08:02: vorkommen.

00:08:02: Warum?

00:08:03: Weil mir das Vertrauen in die Menschheit fehlt, was Sie haben.

00:08:07: Ja, weil sie mich vorhin so als Optimistin geschildert haben... Also ich würde mal sagen, ich bin lebensfroh, aber was anderes ist als Optimisten?

00:08:20: Ich verschreibe mir vielleicht bestimmt auch einen Berufsoptimismus.

00:08:24: Aber was ich mit diesen positiven Szenarien zeigen wollte, dass es gar nicht viel braucht damit wir wieder in ein positives Fahrwasser kommen.

00:08:36: Das war so ein bisschen das Ziel dieser positiven Geschichten.

00:08:41: D.h.,

00:08:42: dem liegen auch Forschung zugrunde und sehr viel Wissen, d.h.

00:08:47: mit kleinen Hebeln könnten wir Dinge verändern?

00:08:50: Absolut!

00:08:50: Und was ganz zentral ist, ist dass wir in einatives Narrativ kommen.

00:08:58: Zum Beispiel wird oft gefragt, Kann denn mein Beitrag sein?

00:09:04: Und unser Beitrag kann schon mal sein, nicht immer nur aus Schlechtes und aufs Gute zu schauen.

00:09:09: Also einfach auch mal zu schauen was funktioniert eigentlich!

00:09:13: Wenn man sich das nochmal zwei drei Tage vornimmt sieht die Welt auch schon anders aus.

00:09:17: Ich kommentiere ja auch viel Tagespolitik und ich sage Vielleicht werde ich deswegen gerade auch nicht mehr so viel gefragt, weil viele Journalisten ja einem das Mikro vorhalten und sagen jetzt hat sich die Regierung in Villa Borsig getroffen.

00:09:35: Und warum ist so wenig rausgekommen?

00:09:38: Dann werde ich gleich verlaufender Kamera dazu gezwungen was Negatives zu sagen.

00:09:45: Ich sage dann immer es mache ich nicht!

00:09:47: Das ist eine Regierung.

00:09:48: man kann sie jetzt finden wie man will Ja?

00:09:51: Das ist eine Regierung der demokratischen Mitte, wo jeder und jede ihr und seinen Bestes gibt.

00:09:57: Und da wollen wir doch jetzt erstmal abwarten was passiert!

00:10:02: Also es ist so ein bisschen meine Haltung um dieses dauernde negative Narrativ auch ein bisschen zu durchbrechen.

00:10:09: Wir haben keine Zeit, leider alle fünf Megatrends jetzt durchzuexerzieren.

00:10:12: Wir haben uns drei ausgesucht, an denen wir glaubten, dass sie heute gut passen könnten.

00:10:16: Es ist einmal die Digitalisierung mit KI, die Urbanisierung und der Klimawandel.

00:10:21: Und ich fang gerne mal mit der Digitalisierung und KI an.

00:10:27: Wie können wir denn Transparenz- und Teilhabe fördern statt uns in diesem Gespräch bei Digitalisierung nur um Macht und Überwachung zu drehen sozusagen?

00:10:37: Also vielleicht da auch mal einen Schritt zurück.

00:10:40: Ich meine letztendlich, wenn wir uns das Internet oder die neuen Medien oder auch KI anschauen dann ist es ein Phänomen wo Technik auf Gesellschaft trifft.

00:10:50: Das ist etwas was wir in unserer demokratischen Entwicklung schon immer hatten ja werden immer neue technische und technologische Errungenschaften und haben uns dann gefragt Was machen die denn mit der Demokratie?

00:11:02: Ja Radio beispielsweise.

00:11:04: Man kann jetzt sagen radio war radio ist super

00:11:07: Ja,

00:11:07: das erste Massenmedium in den zwanziger Jahren.

00:11:10: Aber auf der anderen Seite hat es auch Hitler mit seiner Propaganda-Maschine maßgeblich unterstützt.

00:11:19: also zu... Es ist völlig normal dass positive Entwicklungen auch eine Downside haben.

00:11:25: als Das Internet hochkam wurde es ja so gefeiert als ein Medium, das uns letztes Demokratie unabhängig von Raum und Zeit macht.

00:11:34: Und gefeierter ist ein Medium dass die Partizipationsbarrieren weiter senkt weil es ja einfach ist teilzunehmen.

00:11:43: Was die Forschung dann relativ schnell gezeigt hat ist eigentlich diesen Digital Divide gab Offline-Partizipieren, auch online und die, die Offline nichts machen, machen online auch nichts.

00:11:58: Also diese Diskussion kam schon so in den Zweiten, um die Zehner relativ hoch und wurde dann noch befeuert mit dem starken Aufkommen der Sozialmedien.

00:12:09: Und wir sehen spätestens seit dem Zwei-Tausendsechzehner Wahlkampf von Donald Trump dass wir jetzt eben auch in der Diskussion sind wo Missinformation, Disinformation sogenannte alternative Fakten über diese Medien transportiert werden, aber auch da.

00:12:27: Lügen und Missinformationen und Disinformation gab es schon immer in der Geschichte – schon immer!

00:12:33: Das ist nichts Neues.

00:12:34: Aber die Art und Weise der Verbreitung ist jetzt eben eine andere.

00:12:39: Und das diskutiere ich ja auch.

00:12:41: im Buch geht es darum wie können wir als Demokratie vorbeugen?

00:12:47: Das Erste ist natürlich Regulierung, das probieren wir auch gerade europaweit.

00:12:51: Großer Unterschied zu den USA, zentraler Unterschied zu dem USA und zweitens natürlich auch eine Medienkompetenz vor allem irgendwie der jungen Menschen dass Medien Kompetenz Demokratie Kompetenz eben etwas ist was schon in den Grundschulen und in den weiterführenden Schulen vermittelt wird und nicht immer nur des Augenmerk auf die Mind-Fächer.

00:13:16: Mich als Journalistin hat natürlich extrem gefreut, dass es Bob den Faktencheck in einer dieser Future-Szenarien geht.

00:13:23: Es geht um eine Redaktion und sie beschreiben wie ... Falschmeldung super schnell durch eine supereffiziente KI namens Bob überprüft werden kann und die Redaktion kann dann sehr, sehr schnell den Gegendarstellungen schreiben aufklären und das Innenkontext setzen.

00:13:40: Das ist natürlich was wovon ich träume.

00:13:42: Ich beschäftige mich aber natürlich in meiner Blase hauptsächlich damit dass die KI heute noch sehr frauenfeindliche Informationen repliziert und all diese Dinge macht.

00:13:52: Kann ein Digital Services ergibt daran in absehbarer Zeit was verändern?

00:13:58: Ja, vielleicht zu Ihrer ersten Frage dem Bayers.

00:14:03: In der KI und wie es so oft ist, die KI spiegelt ja das wieder, was in unserem wahren Leben ist.

00:14:12: also das ist ja nichts Neues.

00:14:14: und was Sie vorhin auch gesagt haben wir leben jetzt in einer Zeit in der wir eigentlich so ein Rollback einen massiven Rollback finde ich, erleben.

00:14:24: Ich sehe jetzt wieder auf Veranstaltungen das es völlig normal ist ein Panel nur mit Männern zu besetzen.

00:14:31: Völlig normal!

00:14:33: Wie gesagt die KI nimmt ja nur des auf was im normalen Leben sowieso stattfindet.

00:14:38: aber man kann eine KI natürlich auch darauf hin trainieren dass sie solche Biases erkennt.

00:14:44: und die zweite Frage war... ich würde dem widersprechen das verbote und demokratisch sind.

00:14:50: Sie dürfen ja auch nicht mit KMH durch München fahren.

00:14:58: Das ist auch ein Verbot, sich nicht anzuschneiden.

00:15:00: Verbote sind nicht undemokratisch.

00:15:03: Aber ich glaube der Punkt ist das wir um diese ganzen Krisen zu bewältigen oder Herausforderungen zu bewälten weg müssen immer vom Individuum herzudenken sondern anfangen müssen vom Kollektiv herzedenken.

00:15:20: muss man auch sagen, so ist unser Grundgesetz aufgestellt.

00:15:24: Unser Grundgesetz, wenn man genau liest, bettet das Individuum immer in die Gemeinschaft ein und das ist eine Denke glaube ich, mehr lernen müssen, weil was um was ging es oder geht ist in unserer Gesellschaft.

00:15:40: Es geht um Maximierung der Eigeninteressen und eine noch stärkere Individualisierung aber es geht immer weniger darum von der Gemeinschaft herzudenken demokratisch in den Griff zu kriegen, muss dieses Umdenken erfolgen.

00:15:56: Sie haben in unserem ersten Interview gesagt wohnen ist für mich die neue soziale Frage.

00:16:02: sprechen wir ein bisschen über Urbanisierung.

00:16:04: das Zusammenleben funktioniert nicht so gut bei uns Im Sinne von.

00:16:11: wir sprechen ganz viel über Gentrifizierung, Ghettoisierung.

00:16:14: Klassismus zeigt sich sehr stark auf dem Wohnungsmarkt.

00:16:18: Rassismus zeigt sie sehr stark auch im Wohnungsmarkt.

00:16:21: Inwiefern wird so wohnen dann zu einem zentralen Punkt in demokratischen Fragen?

00:16:28: Bei allen Megatrends beim Wohnen zeigt es sich besonders.

00:16:32: aber bei allen Megatrendes hat eine Nichtsteuerung oder eine Nichtregulierung, eine wachsende soziale Ungleichheit zur Folge.

00:16:41: Egal welche Megatrend sie sich anschauen und beim Wohnen wird er halt besonders deutlich und ich meine das sieht man also.

00:16:47: München ist ja das beste Beispiel dafür dass eigentlich... Also wenn ich jetzt an... Es war gerade bei mir zu Hause ein großes Thema weil die Kinder in München studieren können wir uns leisten aber es gibt viel mehr Haushalte, die es sich eben nicht leisten können.

00:17:05: Wo die Kinder auch gerne in München studieren wollen?

00:17:07: Ja aber... Es geht nicht!

00:17:09: Weil man diese Zimmerpreise nicht bezahlen kann, weil man das System nicht so gut kennt oder nicht so ganz vernetzt ist, dass wenn irgendeine Freundin eine Kollegin oder so hat wo man sagen kann kannst du mal würdest du mal schaust du mal und es befördert bestehende Ungleichheiten rapide.

00:17:28: ja Ich habe, glaube ich als eines Szenario in dem Buch auch ein junges Paar mit Migrationshintergrund was man schon am Namen sieht und die kriegen natürlich sehr viel schwerer eine Wohnung.

00:17:41: Als jetzt.

00:17:42: Frau Müller und Frau Meyers ist so Sie haben es zu Recht gesagt das betone ich auch immer dass Wohnen auf die nächsten zwanzig Jahre die neue soziale Frage und die neue große Herausforderung wird.

00:17:54: Wenn wir über Urbanisierung sprechen sprechen wir auch drüber in die Städte ziehen.

00:18:00: Da ist vielleicht noch die Arbeit, wir wohnen in immer dichteren Situationen und haben gleichzeitig eine extreme soziale Entfremdung voneinander.

00:18:11: Man spricht häufig weniger miteinander.

00:18:14: was mir im deutschen Städten häufig fehlt sind Räume für Begegnungen.

00:18:19: also wenn ich in Kopenhagen unterwegs bin sind Parks anders angelegt.

00:18:23: zum Beispiel Mütter ältere Menschen, verschiedene soziale Klassen mischen sich im Straßenbild mehr.

00:18:30: Gibt es Lösungsansätze?

00:18:31: Wie kann man städtedemokratischer gestalten?

00:18:35: Man muss erst mal festhalten dass bei uns in Deutschland über die Hälfte der Menschen sind Singlehaushalte in den Großstädten.

00:18:44: Dann haben sie zurecht gesagt, jeder arbeitet zu unterschiedlichen Zeiten.

00:18:48: man geht auch nicht mehr in einen Sportverein wo man zusammen Fußball spielt oder Wolleball spielt oder Handball spielt sondern jede geht individuell eben im in seinen Sportstudio und macht seine Sachen online.

00:19:03: Städte brauchen Orte der Begegnung.

00:19:06: Demokratie braucht auch Orte der Begegnung und deswegen sind diese Begegenungen in Städten auch so zentral, weil ich der festen Überzeugung bin dass das Jahrhundert, indem wir jetzt Lebensjahrhundert der Städte sein wird.

00:19:19: Das letzte Jahrhunderte war des Jahrhunder des Nationalstaates.

00:19:22: Des jetzige ist es Jahrhunter der Stätte und Vertrauen in die Demokratie kann nicht von oben nach unten verordnet werden, sondern muss letztendlich von unten nach oben kommen.

00:19:33: Deswegen sind diese Räume, in denen man sich auch zufällig begegnet – das ist auch ganz wichtig!

00:19:39: Diese zufähigen Begegnungen sind so zentral.

00:19:42: Ich hatte es Ihnen ja im Vorgespräch kurz gesagt ich komme gerade aus London weil wir damit meiner Universität was gemacht haben Und ich habe in Deutschland, ehrlich gesagt noch gar nicht gesehen.

00:19:54: Natürlich habe ich mir da auch ein paar große Kirche angeschaut und um St.

00:19:58: Pauls zum Beispiel riesige Kirche!

00:20:02: Was ist darum rum?

00:20:03: Das sind überall vor der Kirchenbänke, Sitzbänken mit Blumen, mit Wasserspändern... Diese Kirche spendet ja auch enormen Schatten wo man vor allem im Sommer einfach abhängen kann und das sind so Orte der zufälligen Begegnung.

00:20:19: Und ich glaube, sowas brauchen wir viel mehr in Städten weil die bisherigen Orte Die Partei, leider nehmen ab.

00:20:29: Jetzt habe ich vorhin mit Stefanie Lohaus über das Thema wie bringen wir mehr Frauen in die Politik gebracht und da haben wir auch darüber gesprochen dass es zum Beispiel im ländlichen Raum sehr viel leichter ist sich politisch also in den Kommunen zu organisieren dass dann Zugang stattfindet dass man sehr viel schneller sehen kann welche Erfolge man als Kommunalpolitikerin haben kann am neuen Spielplatz am Nachmittagsbetreuungsprogramm oder wie auch immer.

00:20:56: Wie steht jetzt die Urbanisierung einer ländlichen Gegen gegenüber, von der wir auch wissen.

00:21:02: Wenn die Infrastruktur schlechter wird und die Anbindung schlechter ist, fast immer einen Anschlieg in rechtem Gedankengut

00:21:09: gibt?

00:21:10: Ja vielleicht zum ersten Punkt zu Frauen in der Politik.

00:21:13: Ich glaube da müssen wir die Zahlen auch genau anschauen.

00:21:16: ja Wir sagen jetzt immer nur ein Drittel der Bundestagsabgeordnete sind Frauen Aber wenn wir die AfD mal rausnehmen, dann ist der Anteil deutlich höher.

00:21:25: Ja?

00:21:26: Weil bei den Grünen sind es ja fast ... oder ich glaube sogar über fünfzig Prozent!

00:21:30: Auch bei der SPD ist das relativ voraus.

00:21:33: Ich glaube diesmal vorweg.

00:21:34: aber natürlich ist es so dass dieser Job vor allem für Frauen unattraktiver wird, weil natürlich es für Frauen immer noch schwieriger ist Beruf und Familie miteinander zu verbinden als es für Männer ist.

00:21:49: Und je nachdem wenn sie ihren Wahlkreis südlich von Regensburg haben oder in Lörrache hinter Freiburg und jede zweite Woche nach Berlin müssen, ist das einfach unattraktiv.

00:22:00: Was noch hinzukommt ist dass Hass- und Hetze im Netz zugenommen hat.

00:22:07: Dass man sich dreimal überlegt, mache ich das und exponiere ich damit auch mich und meine Familie.

00:22:13: Und bringen sie dadurch in Gefahr.

00:22:15: Das ist der erste Punkt zu Frauen und Politik.

00:22:17: Sie haben vollkommen recht – das ja auch was wir in den USA sehen -, dass in den infrastrukturell schwächeren Regionen und vor allem immer schwächerwertenden Regionen der Anteil der AfD massiv nach oben geht?

00:22:32: Das ist aber Regionen Sinn, ich meine wir haben ja auch in unserem Grundgesetz verankert dass es in Deutschland eine Gleichheit der Lebensverhältnisse geben soll und das immer so ein bisschen ein Spagat.

00:22:45: Städte müssen auch sterben dürfen.

00:22:47: Es gibt auch Städten die einfach eingehen oder eingegangen sind.

00:22:52: trotzdem ist es zentral in vielen Regionen die Infrastruktur aufrecht zu halten bzw.

00:22:58: auszubauen und diese Regionen auch attraktiv zu machen, weil ja in den Städten ist es wahnsinnig interessant, weil da Kultur international usw.

00:23:08: aber ganz ehrlich Die ländlichen Regionen sind auch super interessant.

00:23:12: Man hat mehr Platz, wenn man die Infrastruktur hat ist man schnell in der Stadt.

00:23:16: Man ist näher an der Natur und kann sich zwei Zimmer mehr leisten für die Familie.

00:23:21: Man muss auch nicht mehr jeden Tag irgendwie hundert Kilometer zur Arbeit fahren weil man halt auch Work from Home machen kann.

00:23:28: also sofern Kann man das schon auch sehr attraktiv gestalten, aber?

00:23:32: Man muss eben auch bereit sein da rein zu investieren.

00:23:35: Europa hat im Jahr zwölf Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnung gehabt und Europa erwärmt sich – und das wusste ich vor der Vorbereitung dieses Gesprächs nicht – doppelt so schnell wie der Rest der Welt.

00:23:49: Das liegt ja höchstwahrscheinlich daran dass wir so eng besiedelt sind.

00:23:53: Klimawandel und Demokratie Wie gehört das eigentlich zusammen?

00:23:58: Sie hatten vorhin die Verbote angesprochen und ich bin der festen Überzeugung, dass wir den Klimawandel nicht ohne Verbote bewältigen werden können.

00:24:08: Ich habe ein Szenario in meinem Buch beschrieben, da habe ich irgendwie Berlin-Zwanzig-Fürmunddreißig wo man in den Monaten April bis September also pro Person nur zweimal die Woche duschen kann.

00:24:20: Halte ich das für utopisch?

00:24:21: Nein!

00:24:22: Das halte ich für absolut realistisch.

00:24:25: Duschen jeden Tag verboten sein wird, weil wir eine absolute Wasserknappheit haben werden.

00:24:31: Sind Verbote aber undemokratisch?

00:24:33: nein?

00:24:34: Weil wir nur so praktisch genug Wasser für die Gemeinschaft haben und aber unsere Klimaziele ansatzweise zumindest noch im Blick haben.

00:24:44: Sehr schönes Szenario im Buch wo die Nachbarin die Blumen gießt obwohl Wasserknappheit besteht Streit über den Zaun entsteht.

00:24:54: Sehr deutsch, sehr nachvollziehbar aber eigentlich was was in Kalifornien wahrscheinlich gerade ständig schon passiert.

00:24:59: also könnte ich mir vorstellen Ich wollte auch darauf hinaus dass der Klimawandel zum Beispiel Menschen aus ökonomisch schwächeren haushalten Frauen alte Menschen so viel stärker betrifft als die gut betuchten weißen Männer, die viel Geld verdienen und sich eine Klimaanlage leisten können.

00:25:18: Da spielt dann wieder rein dass Wohnungen oft schlechter gebaut sind nicht so gut saniert sind, nicht so good isoliert sind die in ärmeren Bezirken stehen.

00:25:28: all diese Dinge Frauen sind soviel anfälliger für Hitze schwangere Frauen noch viel gefährderte für Hitzer.

00:25:34: das bedeutet dass gleich berechtigte Teilhabe am Alltag dann gar nicht mehr gewährleistet ist, wenn es heißer wird.

00:25:43: Genau!

00:25:44: Geht wieder zu dem zurück was ich eingangs gesagt habe das alle Megatrends eine wachsende soziale Ungleichheit zur Folge haben.

00:25:53: und wie Sie's gesagt haben Menschen die socioökonomisch schwächer gestellt sind leben in kleineren Wohnungen die schlechter gedämmt sind wo die Hitze sich mehr staut wo die Dächer nicht ausreichend geschützt sind Und man natürlich keine Klimaanlage hat, kein Rasen vor der Tür hat und der nächste Park sechs Kilometer weit weg ist.

00:26:14: Diejenigen die es sich leisten können haben die Isolierung, haben die klimaneutrale Klimaanlagen, haben den Rasen direkt vor der Türe.

00:26:26: Da musst du uns was einfallen.

00:26:28: Und da ist es ja so, dass wir lange dachten Ja wenn wir unseren gute Beutel zum Einkaufen mitnehmen und schön durch Recycling betreiben das wir dann etwas gegen den Klimawandel tun können.

00:26:37: de facto sind's aber die Unternehmen und die Regierungen die eigentlich Regulierung aufstellen müssen die den CO² Verbrauch.

00:26:45: Und auch hier das Einkaufen im Bioladen und dann das Gute Gewissen weil ich im Biologen usw.

00:26:51: eingekauft habe machen Auch schwerpunktmäßig die, die es sich leisten können.

00:26:56: Weil das Einkaufen im Bioladen eben teurer ist als das Einkauen bei Lidl

00:27:00: Wenn wir jetzt mit einem Land wie den USA in seinem momentanen Zustand zu tun haben und wir ja auch immer alles global denken müssen, nicht zuletzt.

00:27:10: Deshalb ist auch Globalisierung einer dieser Trends weil ja alles zusammenhängt.

00:27:13: Da kann man jetzt über Erdbeeren im Winter sprechen Man kann über die Erlaubnis von Kreuzfahrtsschiffen in den Ozean der ganzen Welt sprechen.

00:27:21: Das ist ja alles wirtschaftlich global etabliert vernetzt.

00:27:26: Jemand muss seine Privilegien aufgeben damit die Schwächeren eine Chance haben.

00:27:32: sozusagen wird das möglich sein?

00:27:34: Es kommt darauf an, wie viel unsere Demokratie wert ist.

00:27:38: Und da komme ich jetzt wieder zurück zu den jungen Menschen.

00:27:42: und wenn ich mit meinen Kindern und Neffen nicht spreche, dann bin ich da hoffnungsvoll.

00:27:51: Ich sage jetzt mal unsere Generation.

00:27:54: Für uns war ja Demokratie ganz eng vernetzt mit wirtschaftlichem Aufschwung.

00:28:00: Das ist es für die jungen Leute nicht mehr was ich ganz interessant finde.

00:28:04: Auch das Konsumverhalten ist ganz anders.

00:28:08: Also mein Neffe, der auch hier in München studiert, hat mir gestern Abend – ich habe ihn gestern noch kurz gesehen – gesagt, er ist jetzt unterwegs bei Haushaltsauflösungen weil er sich jetzt bei einer Haushaltsauflösung irgendwie ein Schraktisch für zwanzig Euro organisiert hat.

00:28:25: und dann hab' ich gesagt es ist ja toll, dass du so einen günstigen Schreibtisch bekommen hast waren aber zwei Dinge für ihn wichtig, dass er nicht so teuer war.

00:28:33: Aber das er auch keine neuen kaufen musste sondern was Altes einfach wieder verwenden.

00:28:39: und jetzt bei meinen Studierenden merke ich sowas mehr und mehr und da ist eine andere Perspektive drauf.

00:28:46: Und es macht mich hoffnungsvoll.

00:28:50: Das heißt die Hoffnung besteht dann darin, diese Probleme bereits erkannt und wirklich verstanden hat, verinnerlicht hat.

00:28:59: Neue Regeln aufstellen wird, neue Standards aufstellen

00:29:02: werden.".

00:29:03: Ich sage immer wenn Sie die Menschen anschauen, die in Entscheidungsfunktionen sind.

00:29:08: ja dann nehmen wir all facts on the table.

00:29:11: wer ist es?

00:29:12: das sind hauptsächlich westdeutsche Männer zwischen fünfzigund sechzig auch Frauen dabei.

00:29:19: Also eigentlich, in das Schema pass ich hundert Prozent.

00:29:22: Und wie denke ich?

00:29:24: Ich bin neunzehnundsechzig im Südwesten der Republik geboren.

00:29:27: für mich ging es immer nur höher besser schneller weiter.

00:29:30: dann kamen nineteenhundertneunachtzig.

00:29:32: man war auf der richtigen Seite der Geschichte.

00:29:35: what can go wrong?

00:29:36: so sind wir doch aufgewachsen und das ist die Denke.

00:29:41: Also die Art und Weise wie wir denken, wie wir Entscheidungen treffen – das wissen wir aus der Sozialpsychologie – ist ja verankert in unseren Erfahrungen.

00:29:51: Das heißt tief drinnen meinen Menschen wie ich immer wird schon Judien!

00:29:56: Die junge Generationen, wenn ich meine Kinder anschaue, die sind es seit Jahrzehnte und Jahrzehn vier geboren also Neun-Eleven-Irakkrieg Finanzkrise Eurokrise Flüchtlinge Trump Ukraine.

00:30:11: Und wir können noch weiterzählen, diese Generation denkt viel disruptiver als wir.

00:30:17: es ist für die das normal.

00:30:19: deswegen bin ich absolut überzeugt dass die Lösung unserer Probleme in der generation liegt und nicht bei uns endfuffziger die natürlich mithelfen sollen und müssen und tun ja aber die neue art zu denken haben nicht wir samt den.

00:30:35: also wir müssen versuchen das zu tun was Weil das haben Sie ja schon angesprochen im Unternehmensprozess total normal ist.

00:30:43: Ah, think outside the box!

00:30:45: Wir ändern nicht das System, wir brauchen ein neues System und wir schaffen es aber nicht, dass im politischen Sinne so richtig zu verinnerlichen und uns zu überlegen welche Gedanken müssen wir beiseite legen um neuen Gedankenraum zu geben?

00:31:00: Ich wünsche mir eine Politik die mir eine Antwort auf die Frage gibt wie soll Deutschland's Fanzig-Vierzig aussehen?

00:31:06: in welchem Land wollen wir leben Und was braucht es, um da hinzukommen?

00:31:11: Ich bin jetzt nicht – das kann ich auch in aller Offenheit sagen – nicht dafür bekannt, dass ich jetzt die alle größte Unterstützerin von Friedrich Merz bin.

00:31:18: Aber meine Hoffnung in Friedrich-Merz ist, dass er ja an seinem großen Ziel angekommen ist und deswegen vielleicht auch freier für große Entscheidungen ist, weil er dann nicht mehr abhängig davon ist wiedergewählt wird.

00:31:32: Das sehen wir bei den amerikanischen Präsidenten!

00:31:35: immer.

00:31:35: Dass sie in ihrer zweiten Amtszeit, wenn sie keine Wiederwahl mehr vor sich haben viel radikalere Entscheidungen treffen müssen und das wünsche ich mir von der Berliner Republik radikaler und klarerer Entscheidungen.

00:31:49: wir Bürgerinnen und Bürger wissen dass es Pain Points gibt ja und dass jetzt eine Durststrecke gibt aber macht auch was.

00:31:57: also uns zwar wirklich in Visionen denken.

00:32:00: Ich erhöhe jetzt den Mindestlohn von vierzehn Euro, fünfzig auf vierzehnt Euro und seventy-fünf.

00:32:05: Das wird unsere Themen nicht lösen.

00:32:09: Sondern in vielen Denken eben ein.

00:32:11: nicht ein radikaleres Umdenken und ein radikaleres Handeln würde ich mir wünschen.

00:32:19: Ich verstehe diesen Wunsch.

00:32:20: Und doch wenn ich höre was sie sagen dann sträubt sich mehr alles.

00:32:24: Das ist die falsche Werte am Werk.

00:32:27: weil ich mich frage, Für mein Gefühl als Beobachterin und in den Gesprächen, die ich führe, orientiert sich momentan unsere Regierung sehr stark am amerikanischen Vorbild im Sinne von Ich guck mal was ich alles so sagen kann ohne dass mir dafür jemand auf die Hand haut.

00:32:45: Und ich gucke mal wie viel ich den Leuten erzählen kann bis die Presse mir aufs Dach steigt und während ich ihnen nicht diese Willkür Zutraue, die wir auch in Amerika haben.

00:32:56: Ja aber

00:32:56: eine klare Vision zu haben ist ja nicht willkür.

00:33:00: Das ist ein sehr guter Punkt.

00:33:02: Aber eine

00:33:02: undemokratische

00:33:03: Vision bringt uns ja nicht voran?

00:33:06: Ja, aber eine Vision soll ja demokratisch sein.

00:33:10: und das Demokratische muss ich in aller Klarheit sagen, Trump hat eine Vision und die ist demokratisch legitimiert.

00:33:17: er ist gewählt.

00:33:18: Wir können die Vision scheiße finden, aber er ist also gewählt, insofern ist es demokratisch Und ich würde nicht sagen, dass wir uns an den USA orientieren.

00:33:30: Ich war im Februar mit dabei in der hintersten Reihe als J.D.

00:33:35: Vance seine Rede gehalten hat.

00:33:37: Ich bin dann abends nach Hause gefahren und habe zu meinem Mann gesagt, wenn ich hoffentlich erst in dreißig Jahren auf mein Leben zurückblicke kann es sein, dass sich sage, in diesem Wochenende in München hat sich die Welt gedreht.

00:33:50: So war das Gefühl!

00:33:52: Aber was auch ein ganz starkes Gefühl war, da war ich stolz auf unseren Verteidigungsminister der vor Ort fünf Minuten nach Wernsrede sein ganze Skript umgeändert hat und sich gesagt hat und so nicht.

00:34:08: Ja also ich finde schon dass wir uns auch immer stark emanzipieren von den USA zu Recht.

00:34:15: Vielen Dank dafür!

00:34:16: Wir haben Zeit und Raum für Fragen aus dem Publikum.

00:34:20: Hallo.

00:34:20: Mich würde interessieren, was Sie dazu denken diese Debatte mit.

00:34:25: man darf doch nichts mehr sagen weil viele aus dem rechten politischen Spektrum halt kritisieren dass sie auf irgendwas hingewiesen werden das sie gesagt haben was ja doch nur Meinung ist bla bla bla und es ist so eine in ihren Augen ein Missbrauch des Wortes Demokratie.

00:34:43: oder wie sehen sie das?

00:34:45: geht ja so ein bisschen Richtung.

00:34:47: das Thema Debattenkultur.

00:34:48: Wie debattieren wir eigentlich miteinander?

00:34:51: Wie streiten wir miteinander?

00:34:53: und was mich sehr besorgt, also dass Debatten härter und schärfer werden, besorgt mich ehrlich gesagt nicht zu sehr.

00:35:02: Ich finde Debatten können ruhig hart geführt werden, so hart in der Sache geführt wird dürfen aber jetzt nicht persönlich verletzend oder so sein.

00:35:10: Was mich extrem besorgt Das sehen wir vor allem von der AfD bzw.

00:35:17: allen populistischen Parteien, dass Debatten nicht mehr auf der Grundlage von Wahrheit und Fakten geführt werden.

00:35:24: Und es ist der Tod einer jeden Demokratie!

00:35:26: Die Debatte des Austragen unterschiedlicher Positionen und unterschiedliche Ideen ist ja das Herzstück einer Demokratie.

00:35:35: Wenn dies in Schieflage kommt... hat die Demokratie nicht mehr.

00:35:42: Sie hatten gerade Trump auch angesprochen, ich meine ... Die Kommunikationsstrategie von Trump ist ja flooding the zone with shit also jeden Tag maximal viel Mist raus zu pusten und damit kommt die ganze öffentliche Debatte in eine extreme Schieflage.

00:36:02: Was tue ich jetzt als Einzelperson?

00:36:04: Was kann ich tun um einen Beitrag dazu zu bringen Demokratie neu zu denken und mich vielleicht auch demokratisch einzubringen.

00:36:14: Also natürlich kann man sich immer in einer Partei engagieren, man kann sich inhaltlich für eine bestimmte Sache engagieren aber ich sage immer das große ist im Kleinen.

00:36:27: Irene wir haben vorhin darüber gesprochen mit Leuten im Zugreden mit Leuten auf der Straße reden.

00:36:33: Ich saß vorhin alleine am Tisch und hab einfach mit der Nachbarin gesprochen, es war ein nettes Gespräch und das sind die Gespräche und vor allem die zufälligen Gespräche jenseits unserer Bubble, die einen Unterschied machen können.

00:36:46: Und man darf nicht denken ich kann nichts dazu beitragen.

00:36:50: jeder kann wahnsinnig viel dazu beITragen weil das große ist klein.

00:37:10: Danke dass du dabei warst.

00:37:12: Wenn dir die Folge gefallen hat, schenk uns ein Like und empfehle uns weiter.

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