Rentenwissen Kompakt: Was du als Frau und Mutter über die Rente wissen musst

Shownotes

Prof. Dr. Ute Klammer war Vorsitzende der Sachverständigenkommission für den ersten Gleichstellungsbericht, Mitglied im Sozialbeirat und im Rat für nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung. Sie erklärt, warum das Umlagesystem stabiler ist, als viele Schlagzeilen behaupten, aber gleichzeitig die Biografien von Frauen mit Teilzeit, Care-Arbeit und Minijobs systematisch benachteiligt. In dieser Folge klärt Kristina Appel mit Professorin Ute Klammer, was du als Frau, Mutter oder selbstständige Person wirklich über das deutsche Rentensystem wissen musst.

Ein Rentensystem, das an durchgehende Vollzeit-Erwerbsbiografien gekoppelt ist, aber auf Lebensläufe trifft, in denen Care-Arbeit, Teilzeit und Minijobs ganz selbstverständlich sind – sogar vom System begünstigt.
Das Ergebnis: Die Rente ist „sicher“, aber nicht automatisch gerecht – und schon gar nicht für alle Frauen.

Neben vielen Fragen und Antworten zu politischen Entwicklungen, Lücken in der Reform und individuellen Lebensentwürfen liefert die Folge Visionen und Ratschläge.

Ansätze für eine gerechtere Rentenzukunft

  • Den Arbeitsmarkt und die Care-Strukturen verändern.
  • Bessere, verlässliche Kinderbetreuung und Pflegeinfrastruktur, damit Frauen überhaupt in Voll- oder höherer Teilzeit arbeiten können.
  • Die Abschaffung von Fehlanreizen wie der Steuerklassenkombination 3/5 und der Minijob-Förderung, die Frauen in schlecht abgesicherte Teilzeitarbeit drängen.
  • Das Rentensystem gerechter machen.
  • Eine stärkere Umverteilung im System zugunsten niedriger Einkommen, damit Menschen mit Brüchen und Teilzeit nicht automatisch in Altersarmut landen.
  • Eine bessere Einbeziehung von Selbstständigen in die gesetzliche Rente, um sie vor Altersarmut zu schützen.

Individuelle Strategien:

  • Früh mit der Altersvorsorge beschäftigen und beginnen.
  • Das Einkommen realistisch kalkulieren (die Rentenphase kann 20 Jahre und mehr dauern).
  • Bewusste Entscheidungen bezüglich der Arbeitszeit (und der Partnerwahl) treffen.
  • Versorgungsausgleich und Ehevertrag kennen und nutzen, statt sich allein auf die Witwenrente zu verlassen.

** Weiterführende Links: ** Ute Klammer im Interview: Es ist ärgerlich, dass die Mehrheit denkt, dass das Rentensystem nichts taugt.

Über herCAREER Voice

Der Podcast herCAREER Voice liefert wertvolle Einblicke in Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft, immer verknüpft mit persönlichen Erfahrungen und vor allem aus weiblicher Perspektive. Wechselnde Moderator:innen und Gäst:innen aus unterschiedlichen Unternehmen, Redaktionen und Arbeitsumfeldern bieten vielseitige und praxisnahe Erfahrungswerte für die Hörer:innen. https://www.her-career.com/podcastherCAREER ist die führende Plattform für die weibliche Karriere. Hier erwartet dich ein einzigartiges Netzwerk mit individuellen Job-Chancen und jede Menge inspirierender Content wie Podcasts, Vorträge und Panels live auf herCAREER Expo oder online im Rahmen unserer herCAREER Academy. Wir heißen alle Menschen willkommen – im Besonderen Frauen, denen wir die Chance geben, von diesem besonderen Möglichkeitsraum zu profitieren. https://www.her-career.com

Dieses Gespräch wurde im Rahmen der herCAREER Expo 2025 aufgezeichnet und als Podcast aufbereitet. Mehr über die herCAREER Expo unter www.her-career.com/expo

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This conversation was recorded at herCAREER Expo 2025 and edited into a podcast. Find out more about the herCAREER Expo at www.her-career.com/expo.

Projektleitung: Natascha Hoffner Redaktion: Kristina Appel Produktion: Bernhard Hiergeist

Transkript anzeigen

00:00:00: Dann kommt das erste Kit.

00:00:02: Die Frauen sind dann doch aufgrund der familiären Struktur und des meist größeren Einkommensvorsprungs des Mannes, die erst mal aussteigen.

00:00:10: Es ist oft eine gemeinsame Strategie, die auch vernünftig ist.

00:00:14: Und man kommt aus dieser Falle nicht mehr raus richtig!

00:00:17: Das heißt wir müssen wirklich früh darauf achten dass es da zu einer gleichmäßigeren Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit kommt in den warmen unseres Wändensystems.

00:00:37: Willkommen beim Her

00:00:38: Career Podcast.

00:00:39: Du interessierst dich für aktuelle Diskurse aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft?

00:00:45: Und das insbesondere aus einer weiblichen Perspektive?

00:00:47: Vielleicht wünschst du dir persönliche Einblicke in den Arbeitsalltag von Menschen und Unternehmen die sich dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel stellen – dann bist du hier genau richtig!

00:01:00: Die Rente ist sicher Das sagt zumindest Prof.

00:01:04: Dr.

00:01:04: Ute Klammer Und damit meint die Expertin vor allem, dass das deutsche Rentensystem im internationalen Vergleich ein sehr gutes ist.

00:01:11: Was es nicht ist –

00:01:13: gerecht!

00:01:13: Auch deshalb weil es nicht mehr zeitgemäß ist.

00:01:16: Mit Christina Apel spricht Professor Klammer über Reformen, die wirken und solche, die bisher ausbleiben.

00:01:22: Vor allem aber macht sie deutlich, dass die Verantwortung für eine auskömmliche Altersvorsorge bei allen liegt.

00:01:27: Das heißt beider Politik, aber auch bei den Arbeitgebenden und bei uns als Privatpersonen.

00:01:43: Hi, herzlich willkommen.

00:01:44: Schön, dass ihr alle da seid!

00:01:46: Ich freue mich auch ganz.

00:01:47: viele verschiedene Altersgruppen und das wollen wir hier unbedingt sehen.

00:01:51: Mein Name ist Christina Appel, bin freie Journalistin, ich schreibe für Her Career.

00:01:54: Mein Schwerpunkt ist Chancengerechtigkeit und ich bin heute hier mit Professorin, Doktorin Ute Klammer die sehr, sehr viel beeindruckende Aufgaben in sehr besonderen Instituten mit ganz großen Namen begleitet was für mich heute eine zentrale Information war.

00:02:11: Du warst Vorsitzende der Sachverständigenkommission für den ersten Gleichstellungsbericht, für die Bundesrepublik Deutschland.

00:02:18: Vorsitzender des Sozialbarreits der Bundesregierung und Mitglied des Rates für nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung.

00:02:25: Wir wollen darüber sprechen was ihr als Frauen- und Mütter über Rente wissen müsst.

00:02:30: Ich starte mal mit der recht großen Frage Hast du Vertrauen in das deutsche Rentensystem?

00:02:35: Ja, erstmal Hallo zusammen.

00:02:37: Hoffentlich können wir heute einige Fragen klären die euch und sie interessieren.

00:02:41: zur Rente zu dieser Frage persönlich denke ich und ich beschäftige mich schon lange mit dem Thema Rente dass das System besser ist als sein Ruf.

00:02:51: Es ist nicht kurz vor dem Zusammenbruch es ist sogar im Moment in recht stabilen Waren.

00:02:56: Es hat Herausforderung.

00:02:58: Es wird auch gerade den Inverbindung mit anderen Institutionellen Regelungen, die wir haben wird es den Biografien von Frauen nicht adäquat gerecht.

00:03:08: Aber es ist eigentlich ein System was schon viele Herausforderung gemeistert hat.

00:03:12: allein wenn man denkt die Wiedervereinigung das wäre ohne das Rentensystem im Umlageverfahren gar nicht möglich gewesen.

00:03:18: da werden nur kapital gedecktes System gehabt hätten.

00:03:21: meine Formulierung isst die Rente ist sicher aber sie ist nicht für alle auskömmlich und wir müssen sehr sehen wie wir uns selber kümmern um eine auskömpfliche Alterssicherung.

00:03:31: Das bedeutet aber, dass dieser mediale Pessimismus übertrieben ist.

00:03:36: Hast du einen Grund warum wir vielleicht viele von uns den Eindruck haben das unsere Rente nicht mehr sicher ist?

00:03:43: Also ich will ja auch nicht schön reden, weil wie gesagt wir sehen, dass viele Frauen am Ende mit niedrigen Renten ins Alter gehen.

00:03:50: Das liegt an bestimmten Konstruktionsmechanismen und es liegt auch an der Art die Frauen ihr Leben gestalten oder gestalten müssen nicht per se an dem Rentensystem.

00:04:00: Es liegt am Arbeitsmarkt, am Gender Pay Gap und so.

00:04:02: Warum ist es so schlecht geredet worden?

00:04:04: Also ein großer Grund dafür ist natürlich eine ganz massive Verunsicherungskampagne würde ich sagen durch die Versicherungswirtschaft, die seit Jahr zwei Tausend Eins.

00:04:15: da hatten wir eine große Rentenreform, die unser System auch ziemlich umgekrempelt hat von einem System wo die gesetzliche Rente eigentlich einen Sicherungsziel hatte, Lebensstandardsicherung zu einem drei Säulensystem.

00:04:29: Das haben nur die meisten Leute nicht richtig mitbekommen, aber da wurde auch die Riesterrente eingeführt und das ist natürlich auch ein Riesengeschäft für private Versicherung kapitalgedeckte Vorsorge.

00:04:40: Und es ist klar dass sie kein Interesse daran hatten, dass alle Leute sagen okay die Rente ist sicher ja also die blümischen Zeiten sind vorbei und jetzt müssen wir mal hier sehen wie wir einen Teil vom Kuchen abbekommen Und deshalb ist ein Teil auch öffentliche Verunsicherung.

00:04:55: Aber wie gesagt, wir müssen uns schon selber kümmern stärker als früher.

00:04:58: Das ist unbestritten!

00:05:00: Ich habe mir gedacht Wir sprechen über die Rentenreform.

00:05:02: Wir hatten dieses Jahr eine Renten-Reform.

00:05:05: Ute ist ein Wandeln des Rentenlexikon und wir lassen uns jetzt mal erklären was das für uns so bedeutet.

00:05:11: Die Mütterrente Drei sollte eine Lücke schließen.

00:05:15: zukünftig bekommen die Eltern für jedes Kind drei Jahre Kindererziehungszeit angerechnet.

00:05:19: Das bedeutet, sie erhalten einheitlich drei Rentenbrote.

00:05:23: Das bringt etwa zwanzig Euro pro Kind und Monat mehr Rente.

00:05:27: Für mich hört sich das jetzt nach keinem Durchbruch an.

00:05:31: Ja ja diese Forderung, die er zuletzt auch sehr stark aus Bayern kam und es ist der Erfolg von Söder diese Gerechtigkeitslücke endgültig geschlossen wurde.

00:05:43: Die haben eine lange Vorgeschichte.

00:05:45: Bis im Jahr twoinneunzig gab es die Regel, dass pro Kind ein Jahr wie ein durchschnittliches Erwerbsjahr angerechnet wurde also mit einem Endgeldpunkt.

00:05:54: das ist ja so die Währung der Rentenversicherung.

00:05:57: Ein Endgeld Punkt ist heute vierzig Euro ungefähr wert.

00:06:01: Das heißt bis dahin galt pro Kind, was man erzogen hat.

00:06:06: In der Regel wurde es der Mutter gutgeschrieben, kann aber auf Antrag immer auch den Vater wenn beide sagen, der hat die überwiegende Sorgeverantwortung gehabt?

00:06:13: Kann das auch dem Vater gut geschrieben werden?

00:06:15: Zunächst mal geht das Ministerium davon aus oder die Rentenversicherung... Die Mutter hatte die überwiegende Sorge Verantwortung gehabt.

00:06:21: Das ist ja auch für viele Frauen günstig.

00:06:23: erst einmal Ist das die Annahme So!

00:06:25: Es war ein Jahr und dann hat man eine Stichtagsregelung gehabt Und für Kinder die ab zwei neunzig geboren wurden wurden dann drei Jahre angerechnet.

00:06:35: Und das war natürlich immer eine gefühlte Ungerechtigkeit, man hat vielleicht selber ein Kind gehabt was, da ist halt neunzig geboren worden und anderes dreinneunzig.

00:06:45: für das eine hat man in der Rente später vierzig Euro, also das war damals natürlich noch weniger einen Endgeldpunkt bekommen für das andere Drei.

00:06:53: eine Ungerechtigkeit gegenüber Frauen, die vor allem gerne die Frauen betroffen hat, die noch wirklich lange ausgestiegen sind.

00:07:00: Also die Generationen, die die Kinder früher bekommen haben, waren ja wirklich lange raus aus dem Arbeitsmarkt und das war immer schon ein Thema.

00:07:07: muss man das nicht nachholend gerechter gestalten?

00:07:10: Und wir haben auch im ersten Gleichstellungsbericht ich war ja wie gesagt die Vorsitzende der Kommission gesagt Das ist eine Ungerechtigkeit gegenüber dieser Frauengeneration.

00:07:19: und dann gab es eben erst mal zwei Dann haben sie das Stück für Stück nachgeholt.

00:07:25: Zwei Rentenpunkte, zweieinhalb und es fehlte immer noch so ein halbes und das ist in der Tat da zwanzig Euro und das wird jetzt nachgehult.

00:07:33: Jetzt kann man natürlich sagen die Finanzlage insgesamt der Rentenversicherung hat sich aber doch verschlechtert.

00:07:39: wir sehen Generationengerechtigkeit Probleme auf uns zukommen.

00:07:43: muss das jetzt noch sein wo wir doch alle uns eigentlich damit arrangiert haben?

00:07:48: Das Paket ist für eine Person, für ein Kind erst mal nicht viel.

00:07:51: Aber das kostet fünf Milliarden Euro im Jahr.

00:07:54: Also es ist nicht wenig diese Mütterrente und es gibt natürlich Stimmen die sagen naja aber das müssen jetzt die nachfolgenden Generationen zahlen.

00:08:02: Ich würde sagen aus der Perspektive der Generationengerechtigkeit der älteren oder sehr viel älteringer Müttern ist es erstmal eine gerechte Regelung

00:08:12: Also erstmal auch ein Bekenntnis dazu, dass man da was schuldig geblieben

00:08:16: ist.

00:08:16: Ja das früher geborene Kinder genauso viel wert sind wie später geborenen Kinder.

00:08:20: Eine Frage die ich natürlich dann stellen muss, zwanzig Euro pro Monat und Kind, schützt uns das schon vor weiblicher Altersarmut?

00:08:28: Nein auf keinen Fall!

00:08:31: Jetzt kann man aus der Perspektive von Müttern unterschiedlich gucken.

00:08:37: Auf der einen Seite wenn man es europäisch vergleicht Wie viel kriegt man denn im deutschen System, in der gesetzlichen Rente für ein Kind angerechnet oder auch für Pflegetätigkeiten?

00:08:48: Da stehen wir gar nicht schlecht da.

00:08:50: Drei Jahre pro Kind.

00:08:52: und was die meisten nicht wissen es gibt die sogenannten Kinderberücksichtigungszeiten.

00:08:56: Die gehen bis zum zehnten Lebensjahr des Jüngstenkindes dann Und wenn man in der Zeit Teilzeit arbeitet und unterdurchschnittlich verdient bekommt man auch noch eine Aufwertung dieser Zeiten dazu.

00:09:11: Und wenn man zwei oder mehr Kinder hat, bekommt man sogar ein Drittel Endgeltpunkt ohne dass man arbeitet.

00:09:17: und was auch günstig ist eigentlich bei der Anrechnung von Kindererziehungen das ist voll additiv.

00:09:24: Das heißt also, wenn Sie nach einem Jahr wieder einsteigen dann bekommen sie trotzdem die drei Jahre.

00:09:31: Das ist nicht, dass man drei Jahre Elternzeit nehmen muss sondern es ist voll aditiv zu einer Erwerbstätigkeit.

00:09:37: so Wenn man das jetzt international vergleicht europäisch, da haben wir viel auch zugeforscht.

00:09:42: Ich habe schon über sowas promoviert, europäische Renten.

00:09:45: Dann sieht es erst mal ganz gut aus.

00:09:48: Aber das Hauptproblem ist dass wir insgesamt in Deutschland ein Rentensystem haben was ganz stark an der Erwerbsbiografie anknüpft und am Erwerbseinkommen.

00:10:00: Ach so um Pflege kann man natürlich auch Anrechnungszeiten bekommen.

00:10:06: Die sind daran geknüpft, dass man maximal dreißig Stunden in der Woche arbeitet.

00:10:10: Das heißt mit Vollzeitarbeit sagt der Gesetzgeber ja da kann man ja nicht mehr ordentlich pflegen.

00:10:15: also was ich für Quatsch halte und auch nur bis man das Rentenalter erreicht hat wenn mal mit siebzig noch pflegt eine neunzigjährige Mutter oder Den Partner oder so bekommt man da nichts mehr zusätzlich für die Rente, auch eine Ungerechtigkeit.

00:10:31: Aber man bekommt was für Pflege.

00:10:32: das ist nicht in allen europäischen Ländern so.

00:10:34: aber das Problem ist eben eigentlich auf anderer Ebene.

00:10:39: Das Problem ist dass die Rnte ein Abbild des Erwerbslebens ist außer Kindererziehung pflegen Da haben Frauen viel weniger Erwerbstzeiten Die haben viel mehr Teilzeit Die haben den Gender Pay Gap Das heißt, sie verdienen viel weniger als Männer.

00:10:56: Das ist jetzt kein Problem des Rentensystems sondern eher das Arbeitsmarkt ist.

00:11:00: aber die typischen Frauenbranchen generieren halt viel weniger Einkommen selbst für Vollzeiterwerbsfertigkeit und das schlägt sich unmittelbar dann später in der Rente wieder.

00:11:11: man kann sagen dieser Äquivalenzgedanke in diesem erwerbsbasierten System das ist eigentlich unser Problem.

00:11:18: Und jetzt kommen ja noch andere Sachen, die die meisten im Raum gut kennen dazu.

00:11:23: Wir sehen heute die gut ausgebildeten Frauen, bessere Abschlüsse wissen wir alles voll motiviert ins Berufsleben.

00:11:30: Vielleicht auch ein Partner der eigentlich ganz egalitär mit einem die Aufgaben teilen möchte.

00:11:36: und dann kommt das erste Kind was wir sehen?

00:11:39: wir haben dass im Bleistellungsbericht die Retraditionalisierung der geschlechter Arrangements genannt.

00:11:45: Dann kommt plötzlich die Frage ja wer steigt denn jetzt erst mal aus?

00:11:49: Und dann hat die Frau meist das geringere Einkommen.

00:11:52: Es geht gar nicht unbedingt darum, dass die von ihrer Wertestruktur unbedingt nur das Kind alleine pflegen will.

00:11:58: Viele junge Männer wollen auch heute Mitverantwortung tragen Aber die Frauen sind dann doch aufgrund der familiären Struktur und des meist größeren Einkommensvorsprungs des Mannes, die erst mal aussteigen.

00:12:11: Das ist oft eine gemeinsame Strategie, die auch vernünftig ist.

00:12:15: Und dann kommt später die Frage, wie steige ich denn wieder ein?

00:12:18: Der Mann hat inzwischen Karriere gemacht.

00:12:20: Man ist vielleicht umgezogen und hat keinen beruflichen Bezug mehr.

00:12:24: Und dann subventioniert der Staat ganz stark Mini-Jobs... ...und man kommt aus dieser Falle nicht mehr raus, richtig!

00:12:30: In eine richtige Sozialversicherungspflicht die Beschäftigung.

00:12:34: Dann entwickelt sich die Karrierei so und es wird immer ungleicher.

00:12:38: So kommt es dann, dass die Frauen am Schluss mit den vielen niedrigeren Renten landen – und zwar immer noch!

00:12:44: Das heißt, wir müssen wirklich früh darauf achten dass es dazu einer gleichmäßiger und Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit kommt wie ein warm unseres Rentensystems.

00:12:54: Eine gute Strategie gibt's noch.

00:12:56: soll ich die schon verraten?

00:12:57: Vielleicht heiraten sie früh und lassen sich kurz vor der Rente scheiden weil dafür sieht eigentlich unser Rentenssystem eine recht faire Regel vor nämlich den sogenannten Versorgungsausgleich.

00:13:12: Dann wird geguckt, wie lange waren die Leute hier verheiratet?

00:13:16: Ist allerdings auch wieder unfair gegenüber nicht verheiralten.

00:13:18: Aber ich rede jetzt mal von den Verheiraten.

00:13:20: Und dann werden alle in dieser Zeit erworbenen Rentneransprüche geteilt und das ist ihr eigener Rentner Anspruch.

00:13:27: Jetzt kann man sagen Klasse!

00:13:29: Das...dann ist das geteil.

00:13:30: Wenn ich mich aber mit vierzig zum Beispiel scheiden lasse, kriege ich und mit dreißig geheiratete hatte, krieg' ich zwar für zehn Jahre diesen Ausgleich.

00:13:39: Aber da sind die wirklich armen Frauen Weil die haben oft den Kontakt zum Arbeitsmarkt verloren, erst mal ein paar Jahre sich mehr um die Kinder gekümmert.

00:13:48: Und da sagt jetzt die Rentenversicherung oder der Gesetzgeber, naja, jetzt musst du aber ganz schnell wieder für dich selber sorgen und dann kommt man nicht mehr so in den Arbeitsmarkt rein dass man da noch eine vernünftige Rente aufbaut.

00:14:00: Aber kurz vor dem Rentenzugang ist alles safe.

00:14:04: Eine

00:14:05: ganz kurze Antwort gerne auf die Frage wäre es nicht Zeit das wir die Mütterrente auch in Elternrente unbenennen damit sich Väter auch so ein bisschen mit eingeschlossen fühlen und sich das nicht immer gleich schon durch die Sprache abwälzt auf die Frau.

00:14:18: Ja, wir haben ja tatsächlich die damalige Erziehungszeit in Elternzeit schon umbenannt und haben ja auch da diese zumindest zwei Monate, die auf die zweite Person hinorientiert sind Das sind ja meistens dann die Männer.

00:14:32: Klar man kann sie auch Elternrente nennen.

00:14:35: Ich habe eben schon gesagt ich finde es aber grundsätzlich erst mal nicht falsch Man kann das unterschiedlich sehen, aber es ist ja eine Sache die auch Frauen begünstigt.

00:14:45: Das erst mal angenommen wird.

00:14:46: wahrscheinlich haben sie die überwiegende Erziehungsarbeit geleistet und dann kriegen Sie auch diese Punkte gut geschrieben.

00:14:54: wie gesagt wenn das mal andersrum ist dann kann man auf jeden Fall das übereinstimmt erklären und dann kriegt der Mann das gut geschrieben.

00:15:02: oder die Partnerin.

00:15:04: es kann ja auch ne lesbische Beziehung sein mit Kindern.

00:15:09: Aber klar, man könnte es gleich Elternrente nennen.

00:15:13: Vielleicht würde das auch so ein bisschen dieses Blaming und Shaming.

00:15:16: jetzt wollen die Mütter noch mehr Geld kriegen für die Kindererziehung?

00:15:19: Und das kostet den Staat fünf Milliarden Euro.

00:15:22: Vielleicht hätte das auch ein bisschen gesellschaftlich verteilt, dass jetzt nicht die Müther da wieder stehen, die jetzt noch mehr Ansprüche an die Rente haben.

00:15:31: Um zur Rennenreform noch mal zurückzukommen, da gilt jetzt das Rentenversprechen bis zum Jahr- und Dreißig.

00:15:37: Was bedeutet dass dieses Rentenniveau von achtundvierzig Prozent des Einkommens bis zum Jahre- und dreißig gesichert sein wird?

00:15:44: Ich als Laien frage mich jetzt sehr viele der Frauen die hier sitzen sind bis zum Jahren- und Dreizig noch nicht in Rente gegangen.

00:15:51: was ist denn sind sie denn in irgendeiner Weise bisher abgesichert?

00:15:55: Dieser Faktor, das netto Rentenniveau vor Steuern mit den Achtundvierzig Prozent.

00:16:01: Das kann sowieso wahrscheinlich hier aus dem Raum kaum jemand erklären und es ist auch eine ganz schwierige Größe.

00:16:06: Das sagt ja überhaupt nichts über den Einzelfall aus.

00:16:09: Gar nichts!

00:16:11: Was sagt dieses Rentenniveau von Achtunvierzzig Prozent?

00:16:15: Das sagt dass jemand der sogenannte Eckrentner ist... Der Eckrentener ist eine fiktive Person die Vierzehntig Jahre eingezahlt hat oder forty-fünf Jahre immer im Durchschnitt aller Versicherten verdient hat.

00:16:31: Also im Moment ist ein Durchschnitz Einkommen der Versicherte ungefähr bei forty-tausend Euro Brote im Jahr, kann man sich jetzt selber überlegen ob man da drunter oder drüber liegt.

00:16:40: dann kriegt man einen Endgeldpunkt für die Rente wie so ich erkläre das meinen Studierenden immer wie so ein Glas mit Kugeln, da kommt jedes Jahr was rein.

00:16:49: wenn man jetzt einen Endgeltpunkt hat ein Bällchen was dazukommt.

00:16:51: Wenn man nachher forty fünf Punkte hat dann bekommt man ein durchschnittliches Erwerbstätigen, und zwar nach Abzug jeweils der Sozialbeiträge.

00:17:06: Die sind ja für Rentner anders die Zahlen zum Beispiel keine Arbeitslosenversicherung mehr oder in die Rente sind.

00:17:13: Man nimmt diese Werte das Durchschnittseinkommen und den Eckrentner und dann zieht man die Sozialbeiträger ab

00:17:20: und

00:17:21: davon ist es ein Wert von Vorsteuern, Steuern sind immer noch unterschiedlich.

00:17:26: Sehr kompliziert!

00:17:27: Was ich selber bekomme hat damit erstmal gar nichts zu tun.

00:17:32: das hängt ja von meiner individuellen Erwerbs- und Versicherungsbiografie ab.

00:17:37: Das kann also weniger oder mehr sein.

00:17:40: Das Rentenniveau beschreibt nur die Leistungsfähigkeit des Systems für jemand der durchgängig im Durchschnitt gearbeitet hat.

00:17:50: Dieses Rentenniveau ist im Laufe der Zeit, seit das Jahr zwei Tausend Eins schon immer weiter gesunken.

00:17:57: Weil damals die Entscheidung war wir wollen zu einem drei Säulensystem.

00:18:01: ein Drei-Säulen System stellt nicht mehr sicher dass die gesetzliche Rente mein Lebenstand hat sichert sondern da muss eine Betriebsrente hinzukommen und private Vorsorge auch.

00:18:11: Und jetzt ist aber die Frage, wie weit soll denn die gesetzliche Rente noch untergehen?

00:18:15: Und das ist erst mal stabilisiert auf diesen fiktiven forty- acht Prozent.

00:18:19: Das heißt es kann passieren dass nach zwanzig einund dreißig auch dieser Wert noch weiter sinken wird oder man müsste die Beiträge weiter erhöhen.

00:18:28: Die liegen im Rentensystem bei achtzehn Komma sechs Prozent.

00:18:31: hälftig Arbeitgeber Arbeitnehmer und da gibt's eigentlich bisher die Vereinbarung, dass sie jetzt also stabilisiert werden sollen und nicht weiter steigen sollen.

00:18:41: Also an einer Schraube wird man dann drehen müssen.

00:18:44: also das heißt für jüngere Frauen, dass wird auch nicht dramatisch sinken aber es kann danach dieser Eckrentner weiter runtergehen.

00:18:52: Ich habe mir noch einen Punkt aus der Reform rausgesucht von dem ich glaube hier wichtig sein könnte ist die Flexibilisierung des Renteneintritts und der Wegfall eines Vorbeschäftigungsverbots.

00:19:04: Das sind alles wirklich große Worte.

00:19:05: ich weiß nicht wie irgendjemand durchsteigen soll.

00:19:07: Es bedeutet Mehr Wahlfreiheit.

00:19:10: Also Frauen können zum Beispiel wegen Kindererziehung später ins Berufsleben... Ne, die wegen Kinder-Erziehungen später ins beruflichen Eingestiegen sind, können länger arbeiten um Rentenmücken zu schließen.

00:19:20: Also eigentlich ist das mit diesem Forschbeschäftigungsverbot hängt jetzt zusammen mit der sogenannten Aktivrente.

00:19:27: Da geht es darum dass man Personen motivieren will über ihr Rentenalter hinaus noch erwerbstätig zu sein.

00:19:35: Ich würde sagen, das ist wieder ein Verteilprogramm für gut verdienten Männer die vor allem gut gebildet sind und auch Power haben über sieben Sechzig hinaus arbeiten zu wollen.

00:19:45: Ich glaube mal dass es eher in die Richtung verteilt.

00:19:47: also bisher war das so man konnte dann nicht ohne weiteres wieder neu beim gleichen Arbeitgeber arbeiten.

00:19:55: Das war dieses Vorbeschäftigungsverbot Weil wir haben ja Regeln gegen Kettenarbeitsverträge, befristete Beschäftigung usw.

00:20:03: Also man konnte dann nicht einfach sagen ich will noch zwei Jahre machen und überhaupt weil der Zufordienst die Zuverdienstmöglichkeiten zur Rente waren geringer früher Und wir wissen das mehr und mehr Rentner arbeiten und Rentnerinnen auch.

00:20:18: meistens sind es aber tatsächlich Leute die noch Spaß dran haben oder die noch die sozialen Kontakte wollen.

00:20:23: Und die, die wirklich wenig Renten haben sind auch oft Leute, die sehr erschöpft vom Arbeitsleben sind oder gar keine Chance mehr haben noch weiter zu arbeiten.

00:20:31: Die findet man eher weniger unter diesen Gruppen.

00:20:34: Aber was jetzt geändert werden soll tatsächlich schon ab sechsundzwanzig so ist gerade der Beschluss auch im Kabinett.

00:20:43: leichter wieder beim früheren Arbeitgeber, wenn der denn will und einen auch braucht arbeiten können bis zu acht Jahre und mehrere Verträge nochmal befristet, sachtgrundlos befristete.

00:20:52: Und die sollen auch bis zu bis zu zweitausend Euro steuerfrei – und das ist ein echt riesiges Geschenk, wo ich auch ziemliche Mitnahmeeffekte befürchte – die sollen zweitausend euro steuerfreie dann noch verdienen können in der Rentenzeit.

00:21:10: Ich würde mich da wirklich der Kritik, zum Beispiel der Sozialverbände wie der Caritas anschließen.

00:21:14: Die sagen für Frauen gibt es eher nicht so viel her.

00:21:17: Da reden sie auch davon dass noch Frauen mehr Vollzeitarbeit machen sollen.

00:21:21: aber die negativen Arbeitsanreize wenn man wieder einsteigt die bleiben alle da und die kriegen gar nichts steuerfrei Wenn Sie wieder einstiegen und erst mal wirklich mehr Geld brauchen da tut sich irgendwie nix.

00:21:32: Aber wenn man mit sixty-sechzig sagt jetzt will ich weiterarbeiten da soll man große Steuergeschenke bekommen.

00:21:38: also Ja, die Maßnahme ist eigentlich eine Arbeitsmarktmaßnahmen.

00:21:42: Eigentlich ist das gar keine Rentenmaßnahme.

00:21:44: Es nennt sich zwar Aktivrente aber eigentlich geht es darum Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt zu halten angesichts des in einigen Branchen drohenden Fachkräftemannels.

00:21:56: also es ist eigentlich ne Arbeitsmarkt-Maßnahme.

00:21:59: Das Problem im Rentensystem werden da überhaupt nicht gemößt.

00:22:03: Viele der strukturellen Probleme, die wir als Frauen und Mütter im Arbeitsmarkt erleben und eben dann auch in der Rente scheinen mir total ausgeklammert.

00:22:11: also wir haben nicht das Teilzeitproblem.

00:22:14: Wir haben nicht die Minijobs, wurden in dieser Reform nicht wirklich adressiert.

00:22:18: Wir haben das Ehegattingsplitting wieder völlig vergessen Die unbezahlte Kehrarbeit, die Infrastruktur um Kehrarbeits zu gewährleisten damit Frauen mehr Stunden Arbeit können.

00:22:27: Da macht es mich wahnsinnig sauer wenn ein Herr Merz sagt der Sozialstaat ist nicht finanzierbar und ist Geschichte.

00:22:34: Und wir sollen alle mehr arbeiten, weil für mich bedeutet das, dass alle berufstägigen Männer mit einem guten Verdienst können mehr arbeiten und die Frauen bleiben zu Hause und pflegen ihre Eltern und pfegen die Kinder – und für uns hat man wieder nichts gelöst!

00:22:48: Wie ging es Ihnen als er das gesagt hat?

00:22:50: Ja, das ist wirklich männlicher Arroganz und Ignoranz.

00:22:53: Muss man jetzt wirklich sagen?

00:22:55: Weil die Probleme sind seit Jahren auf dem Tisch.

00:22:58: Diese negativen Arbeitsanreize durch hohe Grenzbesteuerung vor allem verstärkt durch diese Steuerklassenkombination III-V lassen sich ja nicht darauf ein.

00:23:09: Und wenn dann wählen sie das Faktorverfahren.

00:23:11: Man kann das Faktorverfahren wählen Dann wird trotz Steuerklassenkombination IV die Steuerlast antheilig gleich auf beide Partner verteilt, also dass mal wenigstens das Frau wenigstess.

00:23:24: das Gefühl hatte ich, ich verdiene jetzt fair und mir wird nicht alles gleich wieder abgezogen.

00:23:29: So um solche Sachen auch diese Mini-Job Förderung, die die Frauen da festhält oder in einigen Branchen wirklich so systematisch schon benutzt wird weil man weiß sie machen das mit.

00:23:40: Das sind eigentlich so die Probleme völlig die richtigen Punkte genannt.

00:23:44: Das andere ist, die fehlen unzuverlässige Kinderbetreuung und das wird ja gerade wieder schlechter!

00:23:50: Also ich leite ja zwei Institute und habe auch viele jüngere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Kinder haben Und sie sagen es ist unzu verlässig wie nie zuvor dass die Kinder plötzlich wieder nach Hause geschickt werden oder die Betreuungskräfte ausfallen wegen Krankheit.

00:24:08: Da können die Frauen gar nicht mehr arbeiten.

00:24:10: Es wird so getan, als wollten sie das nicht.

00:24:12: Das ist ja meistens gar nicht der Fall.

00:24:15: Handzeichen wäre es selbstständig oder Unternehmerin?

00:24:19: Okay, es sind nicht wahnsinnig viele aber ich möchte's noch mal ansprechen weil auch das scheint mir ständig übersehen!

00:24:24: Ich bin ja auch reichhaftend Journalistin und der Verband der Deutschen Selbstständigen hat zum Beispiel ganz scharf diese Aktivrente jetzt kritisiert, weil Sie gilt zunächst nur für Arbeitnehmende also Angestellte und Beamte.

00:24:36: Die Selbstständigen sind wieder unten durchgefallen.

00:24:39: Warum können wir uns darum nicht kümmern, wenn wir eigentlich auch zur Gigarbeit gezwungen werden?

00:24:45: im Prinzip?

00:24:46: Ja, selbständige Arbeiten ja sowieso häufig noch weiter über die Altersgrenze hinaus und da befürchtet man jetzt wirklich so die Mitnahmeeffekte, die ich aber in den anderen Gruppen genauso sehe weil es dann oft Leute sind, die noch Spaß haben ein Steuergeschenk dazu.

00:25:04: Das wirkliche Problem in der Alterssicherung und im Verbindung mit Selbstständigkeit ist ja, dass wir so eine löchelige Versicherungspflicht haben.

00:25:12: Und zum dritten Mal steht jetzt im Koalitionsvortrag zum Dritten mal einen Beziehung der neuen selbständigen in die gesetzliche Rentenversicherung.

00:25:24: Und das kriegen die irgendwie nicht gebacken!

00:25:26: Und es ist eines der wichtigen Themen.

00:25:28: auch Ich habe selber in meine große Studie zur Altersarmut gemacht, da gibt es einen Buch Lebenswege in die Alters-Armut und da haben wir von hinten geguckt.

00:25:37: Wer ist denn nachher altersarm?

00:25:38: Und haben diese Gruppen zurückverfolgt und Interviews geführt.

00:25:43: Eine der Hauptrisikogruppen sind tatsächlich die neuen Selbstständigen.

00:25:48: Neue ist nicht neu aber heißt ich rede jetzt nicht von den Ärzten oder Rechtsanwälten oder auch Ärztinnen.

00:25:55: Die haben verkammerte Berufe, die haben ihr eigenes... Alterssicherungssystem, sondern es geht eben um Personen die oft erst mal als abhängig Beschäftigte gestachst sind.

00:26:04: Irgendwann gegründet haben oder ihr eigenes Business aufgezogen haben bei denen wir dann festgestellt haben dass das teilweise Phasenweise im Leben gut lief.

00:26:14: Es kann natürlich auch bis zum Ende gut laufen aber ein Teil da ist das dann wieder gekippt vielleicht auch durch Krankheit durch andere Einschränkungen.

00:26:23: Und die haben dann oft ihr ganzes Einkommen und ihr auch ihr erspartes, inklusive vielleicht einer privaten Altersvorsorge aufgebraucht um ihr kleines Business aufrechtzuerhalten.

00:26:34: Und haben oft viel zu lang daran festgehalten.

00:26:37: und die landen nachher in der Altersarmut weil sie eben auch nicht pflichtversichert sind.

00:26:41: Das ist eben auch ein großes Problem unseres Rentensystems.

00:26:45: es gibt so viele Gruppen die da einfach nicht erfasst werden.

00:26:49: Es gibt in Europa ganz andere Alterssicherungssysteme, zum Beispiel in Holland.

00:26:55: Das klüpft am Wohnsitzprinzip an und wenn man da gelebt hat und auch grundsätzlich steuerpflichtig war selbst wenn man faktisch keine Steuern gezahlt hat weil man kein Einkommen gehabt hat aber man war da und steuerflüchtig dann bekommt man eine relativ solide Grundrente am Schluss und braucht auch nicht Betteln gehen und Einkommens geprüft.

00:27:16: Und das kommt Frauen viel mehr zugute, weil es auch Teilzeitarbeit besser abfedert.

00:27:20: Es gibt auch andere Länder die zum Beispiel mehr Umvorteilen für den niedrigen Einkommensbereich – das fordere ich auch seit Jahren – dass man gerade für Menschen mit schwachen Erwerbsbiografien mehr umvorteilt, dass wir da die Altersarmut besser in Gerüst bekommen.

00:27:37: Es gibt aber im deutschen System viele, die halten so an diesem Equivalenz-Prinzip fest und sagen Nein, nein.

00:27:43: Für jeden Euro den man einzahlt muss man nachher das Gleiche rauskriegen.

00:27:47: Und ja okay Kindererziehungszeiten da soll dann der Staat über dem Bundeszuschuss was reingeben.

00:27:52: Das funktioniert halt nicht.

00:27:54: Ein Teil der Leute landet dann in der

00:27:57: Armut.

00:27:58: Wir haben hinten ein Mikro.

00:27:59: Wenn ihr jetzt Fragen stellen möchtet hebt ihr die Hand?

00:28:01: Und wir bringen euch eins vorbei.

00:28:03: Ansonsten habe ich noch jede Menge Fragen.

00:28:04: hier Ja Hier vorne

00:28:07: Hallo, danke erst mal für den Vortrag.

00:28:09: Ich habe eher einen Kommentar mehr als eine Frage würde

00:28:12: ich sagen.

00:28:13: Was mich an dieser ganzen Debatte manchmal so ein bisschen triggert ist diese Opferrolle in die sich Frauen dann manchmal begeben.

00:28:19: mit das System gibt es nicht her und hier kann ich nicht weitest und mein persönliches Take-away aus den letzten Jahren ist eigentlich Augenaufbau der Partnerwahl.

00:28:30: So einfach wie das klingt und man kann es sicherlich beim Kennenlernen nicht sofort klären irgendwie fern der Partner, die Partnerin auch die Kehrarbeit übernehmen würde.

00:28:41: Aber es ist ein ganz wichtiges Thema weil ich glaube wir erreichen das nur dann wenn die Frauen auch in der Lage sind

00:28:48: in der

00:28:48: Arbeit auf Müllgas geben zu können.

00:28:50: Also der Punkt ist total wichtig.

00:28:52: ja also würde ich sofort unterschreiben man kann nicht Strukturen versuchen zu erklären und auch man muss sie vor allem verstehen.

00:29:01: Man kann natürlich einerseits versuchen einen Partner zu finden für eine Familie, eine Person die wirklich mit egalitär das teilt.

00:29:10: Allerdings da meine Erfahrung ist wirklich viele Stachten so in der Partnerschaft und die Strukturen führen halt oft durch den Gender Pay Gap dazu dass sich das so ausdeferenziert.

00:29:21: Das sind oft vielleicht zunächst mal die Männer die auch gerne mitmachen wollen.

00:29:24: aber auf welches Einkommen verzichtet man wenn es eine viel größer ist und da kommen Kinder zu.

00:29:30: also muss man schon auf die Struktur gucken.

00:29:33: Es gibt natürlich auch die Strategie, sich einen wirklich sehr gut verdienten Partner zu suchen und dann immer noch darauf zu bauen, dass ich über die Person dann abgeleitet gesichert bin.

00:29:43: Es gibt ja immer noch Wipfenrenten

00:29:45: usw.,

00:29:46: aber da wollte ich auch nochmal daran erinnern das ist eine gefährliche Strategie weil zum einen natürlich Partnerschaften scheitern können und wenn man nachher also wenn man jetzt verwittelte Frauen sich ansieht in Deutschland, die gut und lange verheiratet waren, die stehen oft gar nicht schlecht dar Aber eine Witwenrente ist eine... Ich sage immer, das ist ne Rente zweiter Klasse.

00:30:08: Das ist eine Rente die kann man zum Beispiel nicht in der neue Ehe mitnehmen dann geht sie wieder verloren!

00:30:15: Es hat nicht den gleichen Charakter wie ein eigenständiger Rente.

00:30:19: und deshalb sagt ich ja wenn man sich scheiden lässt und es wird geteilt, ist es eine eigenständige Rente.

00:30:24: Die Witwenrente ist nur ne Versorgung.

00:30:28: Ja, das ist keine echte Lösung.

00:30:30: Also insofern kann ich nur voll zustimmen wir sind nicht nur Opfer und können auch was gestalten

00:30:36: ja.

00:30:36: Ich stimme auch voll zu dass wir unser

00:30:38: eigenes

00:30:39: Leben in der Hand

00:30:40: haben.

00:30:41: allerdings

00:30:42: triggert mich der Satz schon sehr zu sagen Augen auf bei der Partnerwahl.

00:30:46: Kinder verändern das Leben und die Kinder verendern Personen.

00:30:50: Wir hatten das auch damals alles genauso vor.

00:30:54: Wir teilen uns alles.

00:30:55: Es war immer klar, ich gehe relativ schnell.

00:30:57: Ich bin auch nach sieben Monaten wieder arbeiten gegangen.

00:31:00: Ein Kind verändert Personen und ich stehe jetzt alleine da.

00:31:04: gut.

00:31:04: Ich habe mein Weg.

00:31:05: Ich werde mich schon herauskämpfen.

00:31:07: allerdings ist es schon so finde ich das dass man nicht immer alles vorausplanen kann und dass man Nicht immer den richtigen Partner

00:31:16: findet

00:31:16: auch wenn man's vorher so gedacht hat.

00:31:19: Ja, ich wollte das Thema Witwenn-Rente auch gerne angesprochen haben.

00:31:22: Also ich bin Trauerbegleiterin und merke es halt super oft dass ja gerade junge Familien dann passiert eh schon viel zu viel Schlimmes und dann ist diese... Das ist sobald du ja als hinterbliebene Person mehr als tausend Euro nette verdienst erlöscht dir der Anspruch auch immer weiter.

00:31:36: und wenn wir uns anschauen okay da war der andere Partner auf der man der große Großverdiener das ein Betrieb fürs Haus da und so.

00:31:42: also du kommst in so einen finanziellen Ruin fast schon.

00:31:45: und haben sie da noch irgendwie Tipps oder irgendwie andere Ansichten, Hilfestellungen wie man sich dadurch navigieren kann?

00:31:52: Ja in der Tat es gibt eine freie Grenze und danach wird die Witwenrente abgeschmolzen.

00:31:57: Also das wird da miteinander vorrechnet.

00:31:58: Das ist nicht voll addierbar.

00:32:02: Generell ist mein Tipp einfach früh mit diesem Thema Rente zu beschäftigen.

00:32:08: Das ist leider bei jungen Menschen uncool, sich mit Rente zu beschäftigen.

00:32:12: Ich verstehe auch die haben viele andere Probleme aber sich vorher damit wirklich zu beschäftigend.

00:32:17: was bedeutet das?

00:32:18: Was bedeutet auch welche Lebensentscheide und was bedeutet es wenn ich länger ausscheide?

00:32:25: Ob ich heirate oder nicht?

00:32:26: also immer noch sind wir mit Eheschließung bei uns sehr viele Privilegien auch verbunden und sich damit einfach zu beschäftigen.

00:32:34: Das ist wichtig, aber wenn man in der Situation ist sind die Anrechnungsregeln so wie sie sind da kann man sie nicht mehr post beeinflussen.

00:32:41: Wir haben jetzt drüber gesprochen.

00:32:43: es gibt die politischen Aspekte.

00:32:46: Die Politik könnte sehr viel tun um Frauen in eine sichere Positionen zu verhelfen.

00:32:52: wir haben über individuelle Verantwortung besprochen.

00:32:55: früh anfangen, privat vorzusorgen.

00:32:58: Die Kinder jetzt schon schulen.

00:32:59: was es für sie bedeutet vielleicht KünstlerInnen zu werden oder sowas mit dem Partner auszuhandeln.

00:33:06: das wir noch nicht konkret besprochen haben aber Sie angedeutet haben ist die Verantwortung die auch Unternehmen eigentlich ihren Mitarbeitenden gegenüber haben.

00:33:14: Vielleicht sitzen hier auch HR-verantwortliche oder Menschen die Honorare und Gehälter verhandeln.

00:33:20: Was kann ein Unternehmen dazu tun dass es mehr Rentengerechtigkeit gibt?

00:33:24: Also Unternehmen gehen ja sehr unterschiedlich mit ihren weiblichen Beschäftigten um.

00:33:28: Deshalb kann man das jetzt nicht über einen Kamm scheren, was wir aus früherer Forschung wissen... Es gibt so ein Gender-Gab und ein Mother-Garb in Karriereentwicklungen.

00:33:40: Und es werden Frauen quasi in Sippenhaft genommen!

00:33:45: Man traut ihnen vielleicht, wenn sie im gebärfähigen Alter sind, nicht zu, dass die ihre Karrière gezielt weiter verfolgen.

00:33:52: Da wäre es der Wunsch, dass Unternehmen wirklich auch Frauen in Führungskräfteprogramme stecken und weiterentwickeln.

00:33:59: Und ihnen die Chancen geben andere Aufgaben zu übernehmen und nicht antizipieren, dass sie möglicherweise einen höheren Return on Investment bei Männern haben weil die ja nicht ausfallen.

00:34:10: Das wäre so eine Erwachtung natürlich an Unternehmen das sie das entsprechend fördern.

00:34:14: die Karrieren von Frauen.

00:34:16: Was wir immer noch sehen ist man hat ja bei Rückkehr aus der Elternzeit das Recht eine gleich bezahlte Stelle zu bekommen, aber nicht unbedingt die identische Stelle und dass Frauen dann zwar nicht direkt ihr Einkommen verlieren wenn sie zurückkehren.

00:34:32: Aber irgendwie aufs Abstellgleis Karriere technisch geschoben werden.

00:34:36: Und das ist natürlich auch ziemlich misslich, dass Sie da nicht weiter anknüpfen können wo sie schon waren sondern mit dem gleichen Einkommen vielleicht aber trotzdem schlechtere Position bekommen.

00:34:48: Wir müssen uns immer klar machen, wir arbeiten vielleicht bis hochkommt.

00:34:53: Die Rentenversicherung nimmt an, die durchschnittliche Rentenbezugszeit heute von Frauen ist aber schon über zwanzig Jahre.

00:35:01: also kann man ja eigentlich sich ganz einfach ausrechnen.

00:35:04: Von jedem Euro was ich heute verdiene muss eigentlich ein Drittel zurückgelegt werden rechnerisch damit ich über die zwanzige Jahre komme.

00:35:11: Ich muss echt viel zurücklegen, um über zwanzig Jahre Rentenzeit zu kommen.

00:35:16: Das geht nicht wenn ich so Niedriglohnjobs annehme.

00:35:18: und auch selber das sehe ich auch bei vielen jungen Leuten die vielleicht weniger arbeiten als sie arbeiten könnten weil ihnen Work-Life Balance sehr wichtig ist oder die Selbstverwirklichung und die Denke nicht daran dass aus den Jahren in denen Sie aber Einkommen akkumulieren können auch später die Rente bezahlt werden muss.

00:35:37: Und das eigentlich hatten wir mal ein System entwickelt der flexiblen Arbeits- und Lebenszeiten, was darauf beruhte dass man in Jahren wo man zum Beispiel noch keine Kinder hat oder keine Pflegebedürftigen.

00:35:50: Oder auch fit ist das man da eher Geld akkumuliert was man in anderen Zeiten dann er braucht wenn man nicht so viel arbeiten kann.

00:35:58: Was ich heute wirklich auch sehe auch bei meinen Studierenden die haben den Anspruch ihr Leben jetzt zu leben und soviel zu verdienen dass sie über die Runden kommen aber die denken nie an das eine Drittel der Zeit mindestens was sie dann nachher damit abdecken müssen.

00:36:12: Also wir müssen wahrscheinlich uns auch darauf einstellen, mehr Konsum vor sich zu leisten und mehr selber für die Rente zu sparen.

00:36:20: Und wir dürfen nicht mich mit Jobs zufrieden geben, die einfach das nicht zulassen!

00:36:26: Ich bin jetzt eher in der Phase... Die Kinder sind schon so groß dass ich jetzt wieder Vollgas geben könnte.

00:36:33: Lohnt es sich für mich?

00:36:35: Sollte ich jetzt die letzte fünfzehn Jahre Vollzeit arbeiten.

00:36:41: Oder habe ich eh schon den Zug verpasst?

00:36:45: Interessanterweise ist mir das auch schon mal die Frage begegnet, also... Ich würde sagen es lohnt sich immer und machen Sie das auf jeden Fall!

00:36:55: Und fünfzehn Jahre ist noch viel.

00:36:58: So jetzt kann man natürlich sagen wenn ich bis jetzt überhaupt keine Rentneransprüche gesammelt habe aber da sind ja schon Kinder und wahrscheinlich haben sie auch schon einmal gearbeitet.

00:37:08: Aber wenn man jetzt noch nichts hätte und würde dann nur fünfzehn Jahre versuchen zu arbeiten, würde man wahrscheinlich keinen Rentnernspruch erreichen.

00:37:17: Der unter dem was heute eben als Grundsicherung der Staatvorhält liegt.

00:37:22: also das heißt Wenn man noch bis dahin gar nix hat reichen fünfzehnt jahre wahrscheinlich nicht aus.

00:37:27: aber Arbeit ist ja auch soziales Miteinander und und entwickt persönliche Entwicklung.

00:37:33: Und ich würde immer sagen Ja machen sie das Nicht nur wegen der Wente, aber...

00:37:40: Liebe Ute vielen Dank dass du dir die Zeit bekommen hast.

00:37:42: Danke das du da warst!

00:37:44: Alles Gute!

00:38:15: So bleibst du informiert über neue Beiträge, Termine der Her Career Academy, aktuelle Podcast-Episoden und Programmhighlights der kommenden Her Career Expo in München.

00:38:27: Wir freuen uns sehr wenn Du Teil unserer Community wirst!

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