Leadership lebt von einem guten Miteinander

Shownotes

Lisa Mauder gewährt Einblicke in ihren Arbeitsalltag als Führungskraft bei Hitachi Energy. Ihr Team ist für die Anlagenplanung der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) zuständig und leistet somit einen Beitrag zur Energiewende in Europa. Die gelernte Elektroingenieurin erzählt, wie hybride Führung für sie funktioniert, warum das One-on-One eine zentrale Rolle spielt und warum die Grundlage ihres Führungs- und Arbeitsstils die Pflege guter zwischenmenschlicher Beziehungen ist.

Du erfährst unter anderem:

  • Wie Lisa ihren Weg von der Elektrotechnik-Studentin zur Führungskraft gegangen ist, ohne „Masterplan“, aber mit viel Lust auf Verantwortung und dem Willen, Chancen auch zu ergreifen. Lisa sagt: “Karriere braucht beides: offene Türen und die Bereitschaft, durchzugehen.“

  • Wie sie Führung versteht: als Vollzeitjob am Menschen – mit vielen One-on-ones im eigenen Team, analogen Events wie den “Engineering Days” für fachlichen Austausch und der klaren Priorität „Mensch vor Inhalt“, gerade wenn das Team selten an einem Ort ist.

  • Dass Leadership und Management nicht nur die Fähigkeit bedeutet, eigene Entscheidungen zu treffen, sondern auch die Bereitschaft, fremde Entscheidungen zuzulassen: „Ich möchte für niemanden Entscheidungen auf Basis von Annahmen treffen – schon gar nicht, weil jemand Mutter ist.“

  • Dass auch Teilzeit-Führung in einem technischen Umfeld funktionieren kann – und welche Rolle ihr Partner und ein flexibler Arbeitgeber dabei spielen.

  • Warum sie Netzwerken liebt, aber klassische Networking-Events eher meidet – und wie sie stattdessen im Alltag Beziehungen pflegt, die später bei Beförderungen und Projektbesetzungen plötzlich entscheidend werden.

**Weiterführende Links aus der Folge **

Hitachi Energy – Unternehmensseite: https://www.hitachienergy.com

Hitachi Energy Karriere-Portal: https://www.hitachienergy.com/de/de/careers

Transkript anzeigen

00:00:00: Ich glaube, das ist einfach das

00:00:01: Wichtigste, wieder den Menschen in

00:00:02: Fokus zu stellen und

00:00:04: keine Annahmen über die andere

00:00:05: Person zu treffen, sondern wenn man

00:00:06: eben was nicht weiß,

00:00:08: dann nachfragen.

00:00:09: Mir wurden keine Türen zugemacht,

00:00:10: weil ich jetzt Mutter bin und die

00:00:12: landläufige Annahme

00:00:13: wäre, jetzt hätte ich keine

00:00:14: Interesse mehr in Karriere.

00:00:16: Und genauso eben auch für niemand

00:00:17: anderen, dass man nicht über

00:00:18: Annahmen, die man über

00:00:20: die andere Person trifft,

00:00:21: Entscheidungen vorneweg nimmt.

00:00:23: Und das gilt einfach

00:00:23: selbstverständlich für alle

00:00:24: Geschlechter.

00:00:30: Willkommen beim HerCareer Podcast.

00:00:42: Du interessierst dich für aktuelle

00:00:44: Diskurse aus Wirtschaft,

00:00:45: Wissenschaft, Politik und

00:00:47: Gesellschaft und das insbesondere

00:00:49: aus einer weiblichen Perspektive?

00:00:51: Vielleicht wünschst du dir

00:00:52: persönliche Einblicke in den

00:00:53: Arbeitsalltag von Menschen und

00:00:54: Unternehmen,

00:00:55: die sich dem gesellschaftlichen

00:00:56: und wirtschaftlichen Wandel

00:00:57: stellen?

00:00:58: Dann bist du hier genau richtig.

00:01:00: Lisa Mauder ist gelernte

00:01:04: Elektroingenieurin.

00:01:09: Seit Beginn ihrer beruflichen

00:01:10: Laufbahn arbeitet sie bei Hitachi

00:01:12: Energy.

00:01:13: In den 15 Jahren, in denen sie im

00:01:15: Konzern tätig ist, hat sie bereits

00:01:16: viele verschiedene Aufgaben

00:01:18: übernommen.

00:01:19: Dabei hat sie immer den Menschen

00:01:20: in den Mittelpunkt ihrer Arbeit

00:01:21: gestellt.

00:01:23: Heute als Führungskraft eines

00:01:25: 22-köpfigen Teams weiß sie,

00:01:27: nachhaltige Beziehungen bilden

00:01:29: die beste Grundlage für

00:01:30: profitables Arbeiten.

00:01:32: Natürlich sind sie der Baustein

00:01:33: erfolgreicher Karrieren, aber sie

00:01:35: machen auch abteilungsübergreifende

00:01:37: Zusammenarbeit und die Umsetzung

00:01:38: komplexer Projekte viel leichter.

00:01:51: Herzlich willkommen, Lisa.

00:01:52: Ich freue mich total, dass du da

00:01:52: bist.

00:01:53: Hi, Christine.

00:01:54: Ich freue mich riesig, dass ich

00:01:55: hier sein darf und freue mich jetzt

00:01:57: auch auf unser Gespräch.

00:01:58: Dann starten wir mal mit den

00:01:59: Grundlagen.

00:02:00: Für unsere Hörerinnen.

00:02:01: Was ist das Kerngeschäft von

00:02:03: Hitachi Energy?

00:02:05: Wir haben sie schon ein bisschen

00:02:05: im Namen.

00:02:06: Energy.

00:02:07: Wir sind in der Strombranche

00:02:09: unterwegs und zwar bauen wir große

00:02:10: Anlagen.

00:02:12: Ich bin im Bereich HVDC.

00:02:14: Wir bauen

00:02:15: Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung,

00:02:16: also Energieübertragung in dem

00:02:17: Fall.

00:02:19: Wir haben aber auch Kollegen, die

00:02:20: sozusagen die Netzqualität mit

00:02:22: ihren Anlagen sichern

00:02:24: und auch Produktgeschäft, das

00:02:25: heißt, dass die

00:02:27: Übertragungsnetzbetreiber und

00:02:29: Verteilnetzbetreiber

00:02:30: bei uns einzelne Schalter, auch

00:02:32: Steuerung der Netze bestellen

00:02:33: können.

00:02:35: Also das ist da ein relativ weiter

00:02:36: Bereich.

00:02:37: Wir haben auch

00:02:39: Beratungsleistungen, also Energy

00:02:40: Consulting, Power Consulting.

00:02:42: Das ist also relativ vielfältig,

00:02:43: aber alles bezieht sich aufs

00:02:44: Stromnetz, aufs Energienetz.

00:02:46: Das heißt, im Grunde helft ihr

00:02:48: dabei, dass wir alle in unseren

00:02:49: Haushalten Strom haben.

00:02:51: Wir haben einen Anteil daran.

00:02:52: Wir sind ein Rädchen im Getriebe,

00:02:54: würde ich sagen.

00:02:55: Es ist ja häufig so, dass moderne

00:02:56: Jobtitel so ein bisschen wie

00:02:57: Fremdsprachen klingen

00:02:59: und du hast gerade auch schon so

00:03:00: einen Kürzel rausgeschossen.

00:03:01: Dein Arbeitstitel ist Leiterin

00:03:04: HVDC Anlagenplanung.

00:03:07: Für uns Leihinnen und Leihen

00:03:09: kannst du uns erklären, was das im

00:03:11: Tagesgeschäft bedeutet.

00:03:12: Vielleicht um mal einfach Stück

00:03:13: für Stück durchzugehen.

00:03:14: Ich bin Leiterin von einer Gruppe.

00:03:15: Das bedeutet, dass ich People

00:03:16: Manager bin.

00:03:18: Ich arbeite nicht selber direkt in

00:03:19: den Projekten, sondern mit den

00:03:21: Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

00:03:22: gemeinsam.

00:03:24: HVDC ist sowohl die Abteilung als

00:03:26: auch die Technologie.

00:03:28: High Voltage Direct Current ist

00:03:29: Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung

00:03:31: zu Deutsch.

00:03:32: Unser reguläres Stromnetz ist ja

00:03:34: in Wechselspannung.

00:03:36: Wir bauen aber mit der

00:03:38: Gleichspannung Verbindungen, die

00:03:39: besonders verlustarm arbeiten.

00:03:41: Wir können große Energiemengen

00:03:43: über weite Strecken mit recht wenig

00:03:44: Verlust übertragen.

00:03:46: Die Anlagenplanung bezieht sich

00:03:48: darauf, dass wir, wie es der Name

00:03:50: sagt, alles, was mit der Anlage

00:03:52: selber zusammenhängt.

00:03:54: Das ist die Bauplanung, das ist

00:03:55: der elektrische Eigenbedarf auf der

00:03:56: Anlage.

00:03:57: Da gehört das elektromechanische

00:03:59: Design dazu.

00:04:01: Und um das so ein bisschen

00:04:02: abzugrenzen, wir haben auch die

00:04:04: Abteilung, die ich nicht direkt

00:04:06: unter mir habe.

00:04:08: Wo also das System an sich geplant

00:04:10: wird, das ist ein bisschen

00:04:11: abstrakter.

00:04:13: Und auch die Schutz und Steuerung

00:04:14: von dem Gesamtsystem fallen

00:04:15: darunter.

00:04:17: Produktgeschäft fällt darunter,

00:04:18: die sich eben um einzelne

00:04:19: Komponenten kümmern.

00:04:20: Das sind eben Bereiche, die wir in

00:04:22: der Anlagenplanung nicht direkt

00:04:23: abdecken.

00:04:24: Wir wollen ja vor allem heute über

00:04:25: dich sprechen.

00:04:26: Und ich wollte dich mit dieser

00:04:28: Frage vor allem in dem Konzern mit

00:04:30: deinen Aufgaben auch ein bisschen

00:04:32: verorten.

00:04:34: Du bist schon im Prinzip dein

00:04:35: ganzes Berufsleben bei Hitachi

00:04:37: Energy.

00:04:38: Das sind jetzt 15 Jahre.

00:04:41: Wie kommt das, dass du nie

00:04:43: wechseln wolltest oder musstest?

00:04:45: Ja, also ich glaube, dass da ganz

00:04:46: viele Faktoren rein spielen.

00:04:48: Dass ich nie wechseln musste hat

00:04:50: mit Sicherheit damit zu tun, dass

00:04:51: wir einfach im Energiesystem gerade

00:04:52: ganz viel umbauen

00:04:54: und mit der Energiewende eine

00:04:56: riesige Aufgabe vor uns haben, an

00:04:58: der ich in ihm mitarbeiten darf.

00:05:00: Und dass ich nie wechseln wollte,

00:05:01: das macht halt das Umfeld.

00:05:03: Also ich bin mir ganz sicher, dass

00:05:04: da eben ganz viel mit den Menschen

00:05:06: zusammenhängt.

00:05:07: Ich arbeite in einem ganz, ganz

00:05:08: tollen Team.

00:05:09: In alle Richtungen, in alle

00:05:10: Kontaktpersonen, mit denen ich so

00:05:12: zusammenarbeite, muss ich sagen,

00:05:14: fühle ich mich einfach rein

00:05:15: menschlich richtig wohl.

00:05:16: Das zählt mit rein.

00:05:18: Ich bin Mutter und das ist einfach

00:05:20: super flexibel, was so meine

00:05:22: Bedürfnisse angeht.

00:05:24: Ich meine, ich arbeite

00:05:26: mittlerweile wieder Vollzeit und

00:05:27: trotzdem ist die Vereinbarkeit echt

00:05:29: enorm gut.

00:05:30: Das ist auch so ein Knackpunkt, wo

00:05:32: ich sagen würde, ganz oft kommt es

00:05:33: da zu einem Wechsel.

00:05:35: Das war bei mir überhaupt nicht

00:05:36: der Fall, dass ich jetzt aus

00:05:37: Flexibilitätsgründen hätte wechseln

00:05:38: müssen

00:05:39: oder um weiterhin Teilzeit zu

00:05:41: arbeiten oder so was.

00:05:42: Da konnte ich eben immer

00:05:43: weitermachen.

00:05:44: Genau und last but not least, das

00:05:46: ist so ein bisschen der Vorteil in

00:05:47: einem großen Konzern.

00:05:49: Ich konnte immer wieder neue

00:05:50: Aufgaben übernehmen.

00:05:51: Also habe aus dem Gesamtbereich

00:05:53: Engineering immer wieder Aufgaben

00:05:55: wechseln dürfen.

00:05:57: Ja, du hast es jetzt gerade

00:05:59: gesagt, du hast begonnen eigentlich

00:06:00: als Elektroingenieurin.

00:06:02: Ist das richtig? Genau.

00:06:03: Ich habe ein duales Studium

00:06:04: Elektrotechnik gemacht.

00:06:06: Direkt nach dem Abitur bin ich

00:06:07: also in die Firma eingestehen mit

00:06:09: dem dualen Studium.

00:06:11: Und jetzt machst du seit knapp

00:06:13: zwei Jahren, bist du in dieser

00:06:14: Führungsposition.

00:06:15: Beschreib dein Team.

00:06:17: Mit welchen Menschen arbeitest du

00:06:18: zusammen?

00:06:19: Wen führst du?

00:06:21: Die Mehrheit meiner

00:06:23: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

00:06:24: sind Ingenieure und Ingenieurinnen.

00:06:25: Es sind auch Architekten und

00:06:27: Architektinnen dabei im Bereich

00:06:28: Bauplanung.

00:06:30: Das heißt, wir haben eigentlich

00:06:31: alle im Großen und Ganzen einen

00:06:33: technischen Hintergrund.

00:06:34: Und ansonsten ist das Team relativ

00:06:36: vielfältig zusammengesetzt.

00:06:37: Also wir sind bei ungefähr einem

00:06:39: Viertel Frauenanteil.

00:06:41: Wir haben junge Mitarbeiterinnen

00:06:43: und Mitarbeiter, die praktisch

00:06:45: direkt von der Hochschule aus der

00:06:46: Ausbildung kommen

00:06:48: oder zum Teil auch noch drin sind.

00:06:50: Wir bilden auch weiterhin mit dem

00:06:51: dualen Studium sozusagen aus.

00:06:53: Bis eben hin zu kurz vor der Rente

00:06:55: haben wir eigentlich den ganzen

00:06:57: Altersschnitt mit dabei.

00:06:58: Also so, wenn du auf einem hohen

00:07:00: Level guckst, ist das so das Team.

00:07:02: In diesem vielfältigen und

00:07:04: diversen Team, was würdest du

00:07:06: sagen, was ist da jetzt deine erste

00:07:08: und wichtigste Aufgabe als

00:07:09: Führungskraft?

00:07:11: Das hat natürlich verschiedene

00:07:12: Aspekte.

00:07:13: Und ich fange mal von dem

00:07:14: unternehmerischen Her an.

00:07:16: Wir wickeln große Projekte ab und

00:07:17: meine erste und wichtigste Aufgabe

00:07:19: ist, dass das für meinen

00:07:21: Fachbereich smooth läuft.

00:07:23: Zeit, Qualität, Kosten.

00:07:25: Das ist so dieses klassische

00:07:26: Management-Dreieck.

00:07:28: Aber da endet das natürlich nicht.

00:07:30: Für mich ist total wichtig, dass

00:07:31: die Menschen sich in dem Umfeld

00:07:32: wohlfühlen.

00:07:33: Ich glaube, nur so werden wir

00:07:35: diese Aufgabe auch langfristig vor

00:07:37: allem ja auch auf eine nachhaltige

00:07:39: Art und Weise erfüllen

00:07:41: oder werden wir dieser Aufgabe

00:07:42: gerecht, wenn eben die Menschen

00:07:43: sich im Umfeld wohlfühlen.

00:07:44: Und das ist eigentlich so das, wo

00:07:46: ich meinen Teil im Arbeitsumfeld

00:07:48: sehe oder auch meine Wirksamkeit.

00:07:50: Dass ein Arbeitsumfeld schaffen

00:07:51: kann, in dem diejenigen, die dann

00:07:53: tatsächlich in den Projekten

00:07:54: arbeiten, das gut tun können und

00:07:56: alles haben, was sie dafür

00:07:57: brauchen.

00:07:59: Das sind die Kontakte zueinander,

00:08:00: in die Firma, in andere Bereiche

00:08:02: hinein.

00:08:03: Das ist natürlich auch, wir nennen

00:08:05: das psychologische Sicherheit, das

00:08:06: Psychological Safety, dass sie

00:08:08: Themen ansprechen können,

00:08:10: dass wir kontinuierlich besser

00:08:11: werden können, dass jeder sich

00:08:12: selber entwickeln kann.

00:08:14: Und das ist eigentlich das, wo ich

00:08:15: versuche, im Arbeitsalltag den

00:08:16: Fokus drauf zu legen.

00:08:17: Es geht nicht immer so, wie ich es

00:08:18: mir vorstelle, weil ich natürlich

00:08:19: einen ganzen Strauß an Aufgaben

00:08:21: habe,

00:08:22: die dann auch enger mit den

00:08:23: Projekten zusammenhängen, als ich

00:08:25: es jetzt vielleicht klingen mag.

00:08:26: Aber das ist mir also super

00:08:28: wichtig als Führungskraft, dass die

00:08:29: Menschen, die in meinem Team

00:08:30: arbeiten, das gerne tun.

00:08:32: Denn ich denke nur, wo man gerne

00:08:33: arbeitet, kann man auch gute Arbeit

00:08:34: leisten und das eben auch

00:08:36: langfristig.

00:08:37: Wie schaffst du das?

00:08:38: Also führst du viele

00:08:40: One-on-One-Gespräche oder legst du

00:08:41: Wert darauf, dass ihr häufiger eben

00:08:43: in der Gruppe zusammenkommt?

00:08:45: Also welche Methoden funktionieren

00:08:47: da für dich und dein Team?

00:08:49: Also für mich funktionieren

00:08:50: One-on-Ones richtig gut.

00:08:51: Das ist auch was, wo ich mich

00:08:52: selber mal wieder beobachte, bevor

00:08:54: ich auch einen Konsens in einem

00:08:55: größeren Team versuche zu

00:08:56: erreichen,

00:08:58: werde ich immer mit allen einzeln

00:08:59: gesprochen haben.

00:09:00: Das heißt, ich habe also wirklich

00:09:01: viele One-on-Ones und versuche, wie

00:09:03: so oft es irgendwie geht, in

00:09:04: Personen im Büro zu machen, aber

00:09:06: natürlich auch online.

00:09:07: Also anders würde das überhaupt

00:09:09: nicht funktionieren.

00:09:10: Und die Meetings in Personen haben

00:09:11: wir zusätzlich.

00:09:12: Also einmal im Monat in meinem

00:09:14: Team und dann als ganze Abteilung

00:09:15: haben wir das dreimal pro Jahr, wo

00:09:17: wir uns wirklich einen ganzen Tag

00:09:19: Zeit nehmen.

00:09:20: Das sind unsere Engineering Days.

00:09:22: Und das hat sich total bewährt,

00:09:24: dass wir da einfach wirklich

00:09:26: Laptops weg und einen kompletten

00:09:28: Tag sozusagen auch dem Team widmen.

00:09:30: Es gibt ja Vertreter der Fraktion

00:09:32: One-on-Ones, sind vor allem dafür

00:09:34: da, um Persönliches und

00:09:36: Zwischenmenschliches zu klären.

00:09:38: Dann wieder andere, die sagen, für

00:09:39: sowas haben wir da keine Zeit.

00:09:41: Wir müssen Inhalte besprechen,

00:09:43: Probleme lösen, Dinge mal unter

00:09:46: vier Augen auseinandernehmen.

00:09:48: Wie siehst du das?

00:09:50: Das einzige, was ich verneinen

00:09:51: kann, ist, dass wir dafür keine

00:09:52: Zeit hätten.

00:09:54: Ich würde sagen, es gibt kaum was

00:09:55: Wichtigeres.

00:09:55: Und deshalb ist das total abhängig

00:09:57: von, wer mir gerade gegenüber sitzt

00:09:59: und in welcher Phase der oder

00:10:01: diejenige ist.

00:10:03: Also in den One-on-Ones besprechen

00:10:05: wir alles.

00:10:06: Alles, was in einem Arbeitskontext

00:10:08: auf den Tisch kommen kann.

00:10:10: Über persönliche Themen, über

00:10:12: Feedback oder wie die Personen sich

00:10:14: in ihren Teams,

00:10:16: also außer unserem Fachteam, gibt

00:10:17: es natürlich noch die Projektteams,

00:10:19: in denen die Kollegen arbeiten, wie

00:10:20: sie sich da fühlen.

00:10:22: Das können aber natürlich auch

00:10:23: technische oder inhaltliche Themen

00:10:25: sein, die mit den Projekten direkt

00:10:26: zusammenhängen.

00:10:27: Auslastungsplanung gehört mit

00:10:29: dazu.

00:10:30: Was kommt eigentlich so auf uns zu

00:10:31: in den nächsten Tagen, Wochen,

00:10:32: Monaten?

00:10:34: Reisen, die anstehen.

00:10:35: Also da ist von, bis alles drin.

00:10:38: Und ich versuche von meiner Seite

00:10:39: wirklich, das auch zu nutzen, um

00:10:40: einen guten Kontakt zu allen

00:10:42: Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

00:10:43: zu kriegen.

00:10:45: Weil sich einfach zeigt, dass in

00:10:46: dem Moment, wo eine Krise auftritt,

00:10:48: ist es so wichtig, da einen guten

00:10:49: Kontakt und eine gute Basis zu

00:10:51: haben.

00:10:52: Das heißt, gerade für neue

00:10:54: Mitarbeitende lege ich da viel Wert

00:10:55: darauf, dass wir einfach in einen

00:10:57: guten Kontakt kommen.

00:10:59: Man hört es immer öfter führen,

00:11:00: ist ein Vollzeitjob.

00:11:01: Du hast es vorhin ja auch schon

00:11:03: kurz eingeworfen, dass du eben

00:11:05: jetzt nicht mehr am Projekt, am

00:11:06: Inhalt arbeitest, sondern dass dein

00:11:08: Fokus auf der Mitarbeitendenführung

00:11:10: liegt.

00:11:11: Jetzt habt ihr ja ein

00:11:13: Arbeitsumfeld, was sehr viel

00:11:15: Wertschätzung entgegenbringt.

00:11:17: Du hast mir im Vorgespräch

00:11:19: erzählt, dass du zunächst diesen

00:11:21: Job auch in Teilzeit gehabt hast.

00:11:23: Wie hast du das damals gemanagt,

00:11:25: Führung in Teilzeit?

00:11:28: Meine Kinder sind sechs und acht

00:11:29: Jahre alt, also schon nicht mehr so

00:11:31: ganz, ganz klein.

00:11:32: Ich bin wahrscheinlich wie die

00:11:34: meisten Mütter nach der Elternzeit

00:11:35: erst mal in Teilzeit wieder

00:11:37: eingestiegen, aber schon mit 25

00:11:38: Stunden und konnte das dann Stück

00:11:40: für Stück erhöhen, so wie es

00:11:41: gepasst hat.

00:11:43: Und das heißt, zu dem Zeitpunkt,

00:11:44: wo ich sozusagen diese Rolle

00:11:46: angeboten bekommen habe als

00:11:47: Führungskraft, habe ich 30 Stunden

00:11:48: gearbeitet.

00:11:50: Das ist vollzeitnah.

00:11:51: Da wir regulär 35 Stunden als

00:11:53: Vollzeit haben, ist der Unterschied

00:11:54: jetzt nicht mehr so groß spürbar

00:11:56: auf alle Fälle.

00:11:58: Aber es liegen jetzt keine Welten

00:11:59: dazwischen.

00:12:00: Und ich habe das vor allem darüber

00:12:02: gemacht, dass ich Nachmittage nicht

00:12:03: komplett gearbeitet habe.

00:12:05: Das ist so das Organisatorische,

00:12:07: dass ich dann halt, ich hatte

00:12:08: keinen festen Tag dafür, sondern

00:12:10: habe das sozusagen von Woche zu

00:12:11: Woche gemacht,

00:12:13: je nachdem zum einen die

00:12:14: Erfordernisse im Privaten und auf

00:12:16: der Arbeit unterzubringen.

00:12:17: Und hier auch Shoutout an meinen

00:12:19: Mann, der als Selbstständiger

00:12:20: einfach super flexibel seine Arbeit

00:12:22: praktisch um meine herum plant.

00:12:24: Also wir sind schon relativ

00:12:25: flexibel und trotzdem muss ich,

00:12:27: also als Firma Hitachi Energy.

00:12:29: Und trotzdem muss ich sagen, ohne

00:12:30: die Flexibilität auch beim Partner

00:12:32: würde das auch nicht aufgehen und

00:12:33: funktionieren.

00:12:35: Würdest du sagen, deine Karriere

00:12:37: jetzt im Sinne von die Entwicklung

00:12:39: deiner beruflichen Laufbahn, hast

00:12:41: du die stark gesteuert oder ist es

00:12:43: auch vom Konzern her,

00:12:45: von deiner Arbeitgeberin her

00:12:47: gesteuert worden?

00:12:49: Gute Frage. Ich weiß gar nicht, ob

00:12:50: bewusstes Steuern das richtige Wort

00:12:51: ist.

00:12:53: Von beiden Seiten nicht.

00:12:54: Ich hatte immer schon Freude

00:12:56: daran, Dinge auszuprobieren oder zu

00:12:58: machen im Arbeitsalltag, die ich

00:13:00: bis dahin nicht gemacht habe.

00:13:02: Also ich bin bereit, mir

00:13:03: eigentlich fast jede Aufgabe

00:13:05: anzunehmen, möchte aber nicht

00:13:07: unbedingt darin das komplette

00:13:09: Expertentum erwerben,

00:13:11: dass ich das jetzt drei, vier,

00:13:12: fünf Mal mache.

00:13:13: Das klingt jetzt nicht so oft,

00:13:14: aber wir haben halt wahnsinnig

00:13:15: langläufige Projekte.

00:13:17: Das heißt, wenn man mal drei

00:13:18: Projekte durch hat, ist man schon

00:13:19: sehr, sehr erfahren.

00:13:21: Aber um zu deiner Frage

00:13:22: zurückzukommen, also ich hatte

00:13:23: einfach immer Freude daran, Neues

00:13:25: auszuprobieren, Verantwortung zu

00:13:26: übernehmen.

00:13:27: Ja, einfach da, wo ich sehe, da

00:13:29: ist eine Lücke.

00:13:30: Das ist da, wo mein

00:13:32: Gestaltungsspielraum anfängt.

00:13:34: Wenn ein Thema so sonst sich

00:13:35: niemand annimmt, dann habe ich eben

00:13:36: die Möglichkeit, da reinzugehen und

00:13:38: das zu machen.

00:13:39: Und ich glaube, das wird halt sehr

00:13:41: gewertschätzt bei uns.

00:13:42: Ein lösungsorientiertes Denken,

00:13:44: Verantwortung übernehmen.

00:13:46: Dafür habe ich schon viel

00:13:48: positives Feedback bekommen,

00:13:50: Wertschätzung erfahren.

00:13:51: Und dann, dass ich tatsächlich

00:13:53: Führungsaufgabe übernehmen konnte,

00:13:54: hat natürlich auch mit dem

00:13:55: Wachstum, das wir im Moment sehen,

00:13:57: zu tun.

00:13:58: Also ich hätte jetzt nicht die

00:14:00: Abteilung oder das Team oder gar

00:14:01: die Firma gewechselt, um irgendwo

00:14:03: eine Führungsposition zu

00:14:04: übernehmen,

00:14:06: weil ich jetzt einen ganz klaren

00:14:07: Fahrplan habe.

00:14:07: Bis zum Tag X will ich unbedingt

00:14:09: eine Führungsposition haben.

00:14:10: Also in dem Sinne, ein Fahrplan

00:14:11: hatte ich nicht.

00:14:12: Also würdest du sagen, du bist

00:14:14: durch offene Türen gegangen, aber

00:14:15: man hat dir auch die Möglichkeiten

00:14:17: geboten, ist das so?

00:14:18: Ja, das ist eigentlich eine sehr

00:14:19: schöne Wortwahl.

00:14:21: Also es braucht beides, offene

00:14:22: Türen, aber eben auch die

00:14:24: Bereitschaft, durchzugehen.

00:14:25: Hattest du weibliche Vorbilder in

00:14:27: deiner beruflichen Laufbahn oder

00:14:28: vielleicht auch im familiären

00:14:30: Umfeld?

00:14:31: Aber was hat dich dazu bewogen,

00:14:34: den Beruf der Elektroingenieurin zu

00:14:36: wählen und diese Laufbahn?

00:14:38: Ich weiß nicht, ob für mich die

00:14:40: weiblichen Vorbilder im direkten

00:14:42: Umfeld so wahnsinnig wichtig waren,

00:14:44: weil ich sozusagen dazu, ich weiß

00:14:45: nicht, ob erzogen das richtige Wort

00:14:47: ist, aber dass das einfach keinen

00:14:49: großen Unterschied macht,

00:14:50: eigentlich genau da, wo wir hin

00:14:51: wollen.

00:14:52: Also ich bin damit aufgewachsen,

00:14:53: dass das gar nicht so wichtig ist,

00:14:55: ob es jetzt ein weibliches Vorbild

00:14:56: ist.

00:14:57: Mein Vater hat einen technischen

00:14:59: Hintergrund und ich glaube, so geht

00:15:00: es relativ vielen Frauen, die in

00:15:01: der Technik landen,

00:15:03: dass dahinter Eltern stehen, die

00:15:04: auch einen technischen Hintergrund

00:15:06: haben.

00:15:07: Da wiederum habe ich einfach

00:15:09: erfahren, das ist gar nicht so

00:15:10: wichtig, ob jetzt Frau oder Mann,

00:15:12: da wurde nie dran gezweifelt, dass

00:15:12: ich Mathe kann, dass ich Physik

00:15:13: kann.

00:15:14: Ich habe das nie als Hindernis

00:15:17: wahrgenommen in dem Sinne.

00:15:19: Wie niedrig der Frauenanteil in

00:15:20: dem Bereich ist, habe ich

00:15:22: eigentlich erst festgestellt,

00:15:23: als ich wirklich schon die ersten

00:15:25: Schritte im Beruf gemacht habe, als

00:15:26: wir dann eben in einem relativ

00:15:27: großen Kurs eben nur drei Frauen

00:15:29: waren.

00:15:30: Aber da war für mich die

00:15:31: Entscheidung ja längst gefallen, da

00:15:32: waren für mich die wichtigen

00:15:33: Weichen gestellt.

00:15:34: Und ich muss sagen, hier, der

00:15:36: Firma ist der Frauenanteil

00:15:38: wesentlich höher als im Studium und

00:15:39: wesentlich höher auch vielleicht

00:15:41: als im Durchschnitt der Branche.

00:15:43: Also da bin ich jetzt kein Exot in

00:15:44: dem Sinne.

00:15:46: Du bist im Frauennetzwerk bei

00:15:48: Hitachi Energy tätig.

00:15:50: Was macht dir daran Spaß oder was

00:15:52: ist vielleicht auch deine

00:15:54: Motivation, dich da zu engagieren?

00:15:56: Ja, wir haben ein Frauennetzwerk,

00:15:58: das feiert jetzt dieser Tage

00:16:00: fünfjähriges Bestehen.

00:16:01: Und was mir am meisten Spaß macht,

00:16:03: ist halt so über die regulären

00:16:04: Kontakte, die ich auf der Arbeit

00:16:06: sowieso recht viel habe,

00:16:08: mit anderen Menschen in der Firma

00:16:09: in Kontakt zu kommen.

00:16:11: Also unser Female Network

00:16:13: inkludiert ganz ausdrücklich auch

00:16:15: Männer, die an einem

00:16:17: gleichberechtigten Arbeitsumfeld

00:16:18: interessiert sind.

00:16:20: Und so ist es auch tatsächlich.

00:16:21: Also wenn wir Abendessen gehen,

00:16:23: das ist so die regelmäßige

00:16:24: Veranstaltung, die wir haben, dann

00:16:26: sind da auch immer männliche

00:16:28: Kollegen mit dabei.

00:16:29: Und das macht mir halt Spaß, da

00:16:31: einfach Netzwerken im Sinne dessen,

00:16:33: was es sein sollte, als relativ

00:16:35: offenes Netzwerk miteinander in

00:16:36: Kontakt zu kommen, zu hören,

00:16:38: was machen andere Bereiche sowohl

00:16:40: technisch als auch von, wie wir

00:16:42: zusammenarbeiten.

00:16:44: Weil man landet ja sonst relativ

00:16:46: schnell in einer Bubble aus einer

00:16:47: begrenzten Anzahl Personen, mit der

00:16:49: man viel Kontakt hat.

00:16:50: Und darüber hinaus gibt es im

00:16:51: Konzern halt Bereiche, mit denen

00:16:52: man einfach überhaupt nicht in

00:16:53: Kontakt kommt.

00:16:54: Und so ein Female Network kann das

00:16:57: eben ein Stück weit aufbrechen.

00:16:59: Und das macht mir viel Spaß.

00:17:01: Natürlich bin ich in dem Kontext

00:17:02: schon, würde ich sagen, eher einer

00:17:04: der alten Hasen.

00:17:05: Das heißt, ich hatte jetzt schon

00:17:07: öfter Gelegenheit, da einfach gute

00:17:08: Kontakte zu vermitteln von kleinen

00:17:10: Sachen, wie jemand muss ein Thema

00:17:12: angehen.

00:17:14: Und woanders ist das schon längst

00:17:15: bearbeitet worden.

00:17:16: Und dann kann man da einfach auf

00:17:18: dem kurzen Dienstweg Kontakte

00:17:20: schaffen, so kleine Aspekte, aber

00:17:21: eben auch bis hin zu wirklich

00:17:23: Arbeitsstellen vermitteln.

00:17:25: Und wenn Leute sich im Konzern neu

00:17:27: orientieren wollen, da Türen zu

00:17:29: öffnen, das ist eben ja der Wert

00:17:31: vom Netzwerken.

00:17:33: Was glaubst du oder wie hast du

00:17:34: das erlebt jetzt in den letzten 15

00:17:35: Jahren?

00:17:36: Wie wichtig sind

00:17:38: zwischenmenschliche Beziehungen

00:17:40: auch in so einem großen Konzern wie

00:17:41: eurem?

00:17:43: Riesig wichtig.

00:17:44: Also man weiß vorher halt nicht,

00:17:46: welche Kontakte wichtig werden.

00:17:49: Aber wenn man dann wichtige

00:17:51: Entscheidungen in der Rückschau

00:17:53: betrachtet, dann stelle ich halt

00:17:55: fast immer fest, es kommt ganz viel

00:17:57: eben auf die Kontakte an.

00:18:00: Ich meine, das klassische Beispiel

00:18:01: ist eine Beförderung.

00:18:02: Und wer wird dazu eigentlich

00:18:03: gefragt?

00:18:05: Klar gibt es dazu

00:18:06: Kommunikationswege und wer

00:18:07: offiziell an einem

00:18:09: Entscheidungsprozess teil hat.

00:18:10: Aber man kann sich immer sicher

00:18:12: sein, der oder die Entscheider, die

00:18:13: werden auch sich persönliches

00:18:15: Feedback einholen bei den Leuten,

00:18:17: denen sie vertrauen.

00:18:18: Und das ist nicht immer sichtbar.

00:18:20: Und da habe ich halt dann in der

00:18:22: Rückschau gemerkt, dass Kontakte,

00:18:23: die ich da überhaupt nicht verortet

00:18:25: hätte, eine ganz wichtige Rolle

00:18:27: gespielt haben.

00:18:29: Also sind Leute auf dich

00:18:30: zugekommen, um zu fragen, wer wäre

00:18:32: eine gute Besetzung oder bist auch

00:18:34: du so zu neuen Projekten gekommen?

00:18:35: Beide.

00:18:36: Also ich werde natürlich nach

00:18:37: meinem Feedback gefragt an

00:18:39: verschiedenen Stellen immer wieder.

00:18:40: Genau dadurch, dass ich eben viele

00:18:42: Kontakte in der Firma habe, auch

00:18:43: schon viele langjährige Kontakte,

00:18:45: glaube ich, darf ich über mich

00:18:47: sagen, dass meine Meinung gehört

00:18:48: wird.

00:18:50: Aber umgekehrt bin ich mir 100

00:18:51: Prozent sicher, dass auch andere

00:18:53: Leute nach Feedback über Lisa

00:18:54: gefragt werden.

00:18:55: Wie arbeitet sich es eigentlich

00:18:57: mit ihr zusammen?

00:18:58: Ja, ich glaube, der Begriff des

00:18:59: Netzwerkens kann schon sehr

00:19:01: abschreckend sein, gerade wenn man

00:19:02: sich diese Veranstaltungen

00:19:04: vorstellt, an denen man dann mit

00:19:05: völlig fremden Leuten und drei

00:19:07: neuen Kontakten nach Hause gehen

00:19:08: soll.

00:19:10: Irgendwie.

00:19:11: Was du aber jetzt beschrieben

00:19:13: hast, ist ja eine sehr nachhaltige,

00:19:15: langfristige Beziehungspflege.

00:19:17: Wie baust du das in deinem

00:19:18: Arbeitsalltag ein?

00:19:19: Also auch das braucht ja Zeit und

00:19:22: das braucht auch Intent und ja,

00:19:24: mich interessiert, wie du das für

00:19:27: dich machst und wann.

00:19:29: Die Netzwerkveranstaltungen, die

00:19:30: du ansprichst, die schrecken mich

00:19:31: auch eher ab.

00:19:32: Ich habe ab und zu Gelegenheit,

00:19:33: auf so was zu gehen und versuche

00:19:34: das dann natürlich auch das Beste

00:19:36: draus zu machen.

00:19:37: Aber tatsächlich ist das

00:19:39: Netzwerken eben vor allem das im

00:19:41: Arbeitsalltag.

00:19:42: Und da muss ich halt sagen, ich

00:19:44: finde das absolut wichtig und

00:19:45: versuche mir eben dann die Zeit

00:19:47: dafür zu nehmen.

00:19:49: Es hängt wirklich die Klassiker in

00:19:51: der Kommunikation, sich die Zeit

00:19:53: nehmen, für den Gesprächspartner

00:19:55: einlassen, aktiv zuhören.

00:19:57: Und ich sage mal, ich habe

00:19:58: natürlich Sachen auf dem

00:19:59: Schreibtisch liegen, immer, wo ich

00:20:01: mich an meinen Computer setzen und

00:20:02: die bearbeiten könnte.

00:20:03: Aber wenn ich im Büro bin, ganz

00:20:05: besonders eben auch an unserem

00:20:06: Hauptstandort in Schweden, dann

00:20:07: werden die Aufgaben auf den Rechner

00:20:09: schon immer noch da sein, wenn ich

00:20:10: wiederkomme.

00:20:12: Aber dann mir eben die Zeit zu

00:20:13: nehmen, mit den Leuten, die ich so

00:20:15: treffe, einen Kaffee zu trinken,

00:20:16: einfach mal sich zu unterhalten,

00:20:17: in Kontakt zu bleiben. Gerade auch

00:20:19: mit den Leuten, wo ich nicht jeden

00:20:20: Tag zusammen arbeite, die, wenn ich

00:20:22: sie treffe, dann auf einen Kaffee

00:20:24: mitzunehmen.

00:20:26: Das heißt, gerade wenn ihr im Büro

00:20:28: zusammenkommt oder auch wenn ihr in

00:20:30: Schweden euch trefft, dann

00:20:31: priorisierst du ganz klar den

00:20:33: Mensch vor dem Inhalt in dem

00:20:35: Moment.

00:20:37: Ja, auf alle Fälle.

00:20:39: Ja. Was machst du in deinem

00:20:40: Alltag, um gerade junge Frauen in

00:20:42: deinem Bereich speziell zu fördern

00:20:44: oder ihnen einfach den Rücken zu

00:20:46: stärken, wenn sie gar keine

00:20:48: Förderung brauchen?

00:20:50: Wie versuchst du da Rückenwind zu

00:20:51: geben?

00:20:53: Also erst mal versuche ich jedem

00:20:55: Rückenwind zu geben und das

00:20:56: wirklich vor allem an der Person zu

00:20:58: orientieren.

00:21:00: Also nicht nur jungen Frauen,

00:21:02: sondern natürlich auch älteren

00:21:03: Mitarbeitenden, Männern sowieso

00:21:05: auch.

00:21:07: Also egal, wer es im Team ist,

00:21:09: entsprechend ihre eigenen Wünsche

00:21:10: und Vorstellungen, die den Türen zu

00:21:12: öffnen.

00:21:13: Also an ganz vielen Stellen ist es

00:21:15: einfach ein Türenöffnen.

00:21:16: Und ich weiß nicht, was der

00:21:17: wichtigste Aspekt ist, vielleicht

00:21:18: keine Annahmen über die andere

00:21:20: Person zu treffen, sondern wenn man

00:21:21: eben was nicht weiß, dann

00:21:22: nachfragen.

00:21:23: Also so wie ich selber ja auch,

00:21:25: also mir wurden keine Türen

00:21:26: zugemacht, weil ich jetzt Mutter

00:21:28: bin und die landläufige Annahme

00:21:29: wäre, jetzt hätte ich keine

00:21:31: Interesse mehr in Karriere.

00:21:32: Und genauso eben auch für niemand

00:21:34: anderen Entscheidungen zu treffen

00:21:36: über Annahmen und unbewusst.

00:21:38: Also ich glaube nicht, dass

00:21:40: irgendjemand solche Entscheidungen

00:21:41: bewusst trifft, aber dass man nicht

00:21:42: über Annahmen, die man über die

00:21:43: andere Person trifft,

00:21:44: Entscheidungen vorneweg nimmt,

00:21:46: sondern das einfach wirklich

00:21:47: versucht, so offen wie möglich zu

00:21:48: besprechen.

00:21:50: Ich glaube, das ist einfach das

00:21:51: Wichtigste, den Menschen wieder in

00:21:53: Fokus zu stellen.

00:21:55: Und das gilt einfach

00:21:56: selbstverständlich für alle

00:21:57: Geschlechter.

00:21:57: Und ich glaube, das ist auch, wo

00:21:59: wir in einem Arbeitsumfeld

00:22:01: hinwollen, dass das eben gar nicht

00:22:03: die Frage ist von Frauenfördern

00:22:05: oder Frauenquoten, sondern das gilt

00:22:07: für jeden.

00:22:09: Ich bedanke mich für deine Zeit,

00:22:10: für deine Offenheit und wünsche dir

00:22:12: alles Gute.

00:22:14: Danke dir für die Gelegenheit.

00:22:19: Danke, dass du dabei warst.

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