"Mein Mann ist die bessere Mutter"

Shownotes

Bin ich eine gute Mutter? Eine Frage, die wahrscheinlich jede Frau umtreibt, die Kinder hat. Ganz besonders dann, wenn sie berufstätig ist. In dieser Folge gehen wir der Frage nach, warum die Autorin und Journalistin Anna Clauß sich zerrissen fühlt zwischen ihrer Liebe zu ihrem Beruf und der Liebe zu ihrem Sohn. Und der Frage, warum ihr Mann zwar gerne einen großen Teil der Sorgearbeit übernimmt – aber dennoch auf keinen Fall "nur” als Hausmann rüberkommen möchte.

Die Journalistin Silvia Feist und Spiegel-Kolumnistin Anna Clauß diskutieren, warum Mütter für ihre beruflichen Ambitionen als „Ego-Mütter“ etikettiert werden, während Väter für die gleichen Entscheidungen Applaus bekommen. Die Autorin des Buches “Mein Mann ist die bessere Mutter” teilt offen ihre Selbstzweifel, ihre Erfahrungen in einem gleichberechtigten Familienmodell – und warum sie manchmal lieber Vater als Mutter wäre.

**Mit welchen Konflikten wird Anna Clauß im (Berufs-)Leben konfrontiert?
** Die Rollenerwartung: Warum haftet Frauen noch immer das Ideal an, bei Kindern und Care-Arbeit „spontan verfügbar“ sein zu müssen? Und warum werden Auszeiten oder berufliche Reisen von Müttern als egoistisch bewertet, bei Vätern aber als normal gesehen?

Ökonomische und strukturelle Zwänge: Warum rutschen viele Paare trotz Emanzipationsanspruch in klassische Muster zurück? Und was hat das mit Steuerrecht, Gehaltsunterschieden und fehlender Betreuungsinfrastruktur zu tun?

Innere Zweifel und gesellschaftlicher Druck: Was macht es mit einem selbst, immer wieder das Gefühl zu haben, nicht genug für das eigene Kind, den Partner oder die eigene Karriere da zu sein? Und wie lösen wir uns von diesen Ansprüchen?

**Denkanstöße aus der Folge: **

  • Muss eine „gute Mutter“ eigentlich immer erreichbar sein?
  • Warum ist Familienarbeit noch immer keine gesamtgesellschaftliche Aufgabe?
  • Was braucht es jenseits von persönlichen Aushandlungen an strukturellen Veränderungen?

**Drei Lösungsansätze für gleichberechtigte Elternschaft: **

  1. 32–35-Stunden Woche für alle: Ein entscheidender Hebel liegt in der Arbeitszeitpolitik. Die Forderung: Mehr Flexibilität für alle Eltern durch die Reduzierung der Vollzeit auf vier Arbeitstage oder 35 Stunden, um Care-Arbeit partnerschaftlich aufzuteilen und mehr Zeit für Familie zu schaffen.

  2. Trotz aller gesellschaftlichen und strukturellen Hürden ermutigt Anna Clauß zum bewussten Aushandeln der Aufgaben und Verantwortungen im privaten Alltag. Das Ziel ist es, Sichtbarkeit und Wertschätzung für gelebte Gleichberechtigung zu geben, auch wenn es Arbeit bedeutet.

3.Quoten in Unternehmen und Politik. Um die „gläserne Decke“ zu durchbrechen und Gleichstellung sichtbar und messbar zu machen. Clauß sagt: “Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, es braucht eigentlich ein paritätisches Wahlrecht. Weil da fängt’s schon an.“

Was Silvia Feist und Anna Clauß über Mikrofeminismus und Frauennetzwerke denken, hörst du in der Folge.

**Weiterführende Links: **

Der Podcast herCAREER Voice liefert wertvolle Einblicke in Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft, immer verknüpft mit persönlichen Erfahrungen und vor allem aus weiblicher Perspektive. Wechselnde Moderator:innen und Gäst:innen aus unterschiedlichen Unternehmen, Redaktionen und Arbeitsumfeldern bieten vielseitige und praxisnahe Erfahrungswerte für die Hörer:innen. https://www.her-career.com/podcastherCAREER ist die führende Plattform für die weibliche Karriere. Hier erwartet dich ein einzigartiges Netzwerk mit individuellen Job-Chancen und jede Menge inspirierender Content wie Podcasts, Vorträge und Panels live auf herCAREER Expo oder online im Rahmen unserer herCAREER Academy. Wir heißen alle Menschen willkommen – im Besonderen Frauen, denen wir die Chance geben, von diesem besonderen Möglichkeitsraum zu profitieren. https://www.her-career.com

Dieses Gespräch wurde im Rahmen der herCAREER Expo 2025 aufgezeichnet und als Podcast aufbereitet. Mehr über die herCAREER Expo unter www.her-career.com/expo

Projektleitung: Natascha Hoffner Redaktion: Kristina Appel Produktion: Bernhard Hiergeist

Transkript anzeigen

00:00:00: Das ist leider häufig noch so,

00:00:02: dass von uns Frauen gesagt wird, du

00:00:04: kannst doch nicht alles haben.

00:00:05: Wieso kriegst du ein Kind, wenn du

00:00:06: in so einer verantwortungsvollen

00:00:08: Position bist?

00:00:09: Man muss sich eben entscheiden,

00:00:11: aber Männer können wundersamerweise

00:00:13: alles haben! Ich hoffe, dass wir

00:00:14: alle dafür arbeiten können, dass

00:00:16: es irgendwann doch so ist, dass

00:00:17: Frauen, wenn sie wollen,

00:00:19: alles haben können.

00:00:35: Willkommen beim HerCareer Podcast.

00:00:37: Du interessierst dich für aktuelle

00:00:39: Diskurse aus Wirtschaft,

00:00:40: Wissenschaft, Politik und

00:00:42: Gesellschaft und das insbesondere

00:00:43: aus einer weiblichen Perspektive?

00:00:45: Vielleicht wünschst du dir

00:00:46: persönliche Einblicke in den

00:00:48: Arbeitsalltag von Menschen und

00:00:49: Unternehmen, die sich dem

00:00:50: gesellschaftlichen und

00:00:51: wirtschaftlichen Wandel stellen?

00:00:53: Dann bist du hier genau richtig.

00:00:57: Bin ich eine gute Mutter?

00:00:59: Eine Frage, die wahrscheinlich jede

00:01:00: Frau umtreibt, die Kinder hat.

00:01:03: Ganz besonders dann, wenn sie

00:01:04: berufstätig ist.

00:01:06: Warum die Autorin und Journalistin

00:01:07: Anna Clauß sich zerrissen fühlt

00:01:09: zwischen ihrer Liebe zu ihrem Beruf

00:01:11: und der Liebe zu ihrem Sohn, und

00:01:12: warum ihr Mann zwar gerne einen

00:01:14: großen Teil der Sorgearbeit

00:01:15: übernimmt, aber dennoch auf keinen

00:01:17: Fall wie ein Hausmann rüber kommen

00:01:19: möchte, das erzählt sie in dieser

00:01:20: Folge. Diese Live-Aufnahme von

00:01:23: der HerCareer ist eine ehrliche,

00:01:24: sehr emotionale, aber auch

00:01:26: humorvolle Auseinandersetzung mit

00:01:28: Rollenbildern und Elternschaft.

00:01:36: Schönen guten Morgen zusammen.

00:01:37: Wir freuen uns sehr.

00:01:39: Ich sitze hier mit Anna Clauß,

00:01:42: die ist Journalistin, wie ich auch.

00:01:44: Ich bin Silvia Feist.

00:01:45: Sie leitet das Ressort

00:01:48: Meinung und Debatte beim Spiegel,

00:01:50: hat aber vorher die Deutsche

00:01:52: Journalistenschule besucht, war

00:01:54: bei der Süddeutschen, beim

00:01:55: Bayerischen Rundfunk.

00:01:56: Aus deiner Elternkolumne, die

00:01:58: du für den "Spiegel" schreibst,

00:02:00: ist ein Buch entstanden, das ihr

00:02:02: hier sehen könnt, das

00:02:04: ein ungewöhnliches Bekenntnis

00:02:06: zum Titel hat.

00:02:08: Du sagst nämlich: "Mein Mann ist die

00:02:10: bessere Mutter." Und der

00:02:12: Untertitel fängt dann gleich noch

00:02:13: zwei Sachen ein, nämlich deine

00:02:15: Zerrissenheit und deine

00:02:16: Selbstzweifel und,

00:02:18: ich finde, auch deinen Humor.

00:02:20: Denn der Untertitel lautet:

00:02:22: "Wie ich Wunschfamilie und

00:02:23: Traumberuf vereinbare."

00:02:25: Das Hurra füge ich jetzt mal ein.

00:02:27: Herzlich willkommen, Anna.

00:02:28: Vielen Dank. Ich freue mich so, dass

00:02:30: wir miteinander sprechen heute.

00:02:32: Anna, die Sorge, bin ich

00:02:34: eine gute Mutter, treibt ja fast

00:02:35: jede Frau um die Kinder hat.

00:02:37: Diese Sorge ist ganz besonders da,

00:02:39: wenn sie arbeitet, und ich habe mich

00:02:40: gefragt, kratzt der Titel

00:02:42: an der Mutterehre, wenn du jetzt

00:02:44: sagst, mein Mann kann das auch,

00:02:46: sogar besser als ich.

00:02:49: Schon ein bisschen.

00:02:50: Wobei ich sagen muss, dass ich

00:02:52: natürlich zuerst mich fragen musste:

00:02:53: Möchte ich so einen Titel

00:02:55: machen? Kann ich so einen Titel

00:02:57: machen? Aber ich musste natürlich

00:02:58: auch meinen Mann fragen, wie geht es

00:03:00: dir damit, wenn ich diesen Buchtitel

00:03:03: wähle?

00:03:04: Und dann hat er nicht

00:03:06: gesagt, wow,

00:03:09: was für eine Ehre, natürlich,

00:03:11: wieso fragst du?

00:03:12: Sondern er hat erst mal geschluckt

00:03:14: und gesagt,

00:03:16: okay.

00:03:18: Ist in Ordnung, aber

00:03:20: nur wenn du irgendwo reinschreibst,

00:03:22: dass ich Geschäftsführer einer

00:03:23: eigenen App-Agentur bin.

00:03:25: Seine Angst war, dass er als

00:03:27: Hausmann rüberkommt und das

00:03:29: wollte er nicht.

00:03:31: Und das sagt eben auch schon wieder

00:03:32: irgendwie viel über die

00:03:34: Gesellschaft, über das System,

00:03:37: in dem wir leben und arbeiten

00:03:39: und versuchen Familie und Beruf zu

00:03:41: verantworten.

00:03:42: Ja, wir Frauen, es bleibt halt

00:03:44: häufig an uns hängen und

00:03:46: ein Mann, der sich quasi

00:03:48: nur um die Familie kümmert,

00:03:50: sorgt sich offenbar schon um sein

00:03:51: Image.

00:03:53: Du hast aber dazu auch noch

00:03:54: festgestellt, dass du ja

00:03:56: eigentlich den Titel auch

00:03:58: entlastend für andere Mütter gemeint

00:04:00: hast, und dann aber doch

00:04:01: festgestellt hast, dass er

00:04:02: provoziert.

00:04:04: Was war deine Erfahrung damit?

00:04:06: Mich hat überrascht, dass er bei

00:04:07: vielen Frauen auch offenbar Abwehr

00:04:10: auslöst.

00:04:11: Ich war immer mal wieder jetzt auf

00:04:12: Lesungen in so kleinen

00:04:14: Bibliotheken und Büchereien

00:04:17: und da lag dann das Buch zum

00:04:19: Teil direkt neben der Kasse,

00:04:21: kurz bevor ich dann die Lesung

00:04:22: hatte. Und da erzählte mir dann eine

00:04:24: Buchhändlerin, das hätte

00:04:26: total viele Abwehrreaktionen

00:04:28: provoziert, dieser Titel, weil

00:04:30: viele Besucherinnen

00:04:32: dieser Buchhandlung gesagt hätten,

00:04:34: na ja, da war ein Glück, oder?

00:04:37: So einen Mann kenne ich nicht.

00:04:38: Und dann dachte ich, so war das gar

00:04:40: nicht gemeint, ich wollte das gar

00:04:42: nicht. Ich wollte damit gar nicht

00:04:43: angeben, sondern ich wollte es,

00:04:45: wie du schon sagst, als

00:04:48: Entlastungsangebot darstellen.

00:04:49: Also warum muss ich als Mutter

00:04:51: immer alles wuppen?

00:04:53: Ist es nicht super, wenn man

00:04:54: die Väter ranlässt oder wenn man das

00:04:56: Glück hat, so wie ich, einen Mann zu

00:04:58: haben, der sich kümmern will und

00:04:59: kümmern kann?

00:05:00: Das ist noch nicht immer unser

00:05:02: Thema. Das war auch Thema der Männer

00:05:03: und dann lass ihn doch das

00:05:05: machen.

00:05:07: Sei doch froh, dass du so einen Mann

00:05:09: hast und nicht alles selber machen

00:05:10: musst.

00:05:12: Ihr teilt euch die Familienarbeit

00:05:13: ziemlich 50:50, wenn ich es

00:05:15: richtig verstanden habe.

00:05:17: Und während dein Mann sehr viel

00:05:19: Zuspruch dafür bekommt,

00:05:21: musstest du dir mal das, ich nenne

00:05:23: es mal vergiftete Kompliment

00:05:24: anhören, "total bewundernswert,

00:05:27: was du als Ego-Mutter da

00:05:29: vor hast".

00:05:31: So, was ging dir da durch den Kopf?

00:05:34: Ich kannte das Wort "Ego-Mutter"

00:05:35: nicht. Ich hatte das noch nie gehört

00:05:37: und lachte dann erst

00:05:39: mal, als mir die Bekannte das auf

00:05:41: einer Sommerparty so

00:05:43: entgegen sagte, nachdem ich ihr

00:05:44: erzählt hatte, ich breche jetzt bald

00:05:45: nach Amerika auf für ein Stipendium

00:05:47: und der Mann bleibt mit

00:05:49: dem damals dreijährigen

00:05:52: Sohn sechs Wochen allein

00:05:54: zu Hause. Und dann kommen sie

00:05:55: irgendwann nach, aber die sind jetzt

00:05:56: sechs Wochen alleine zu Hause und

00:05:58: ich bin sechs Wochen in Amerika.

00:06:00: Und da sagte die Frau

00:06:02: mir: total bewundernswert,

00:06:04: was du als Ego-Mutter so

00:06:06: machst.

00:06:07: Und erst so am nächsten Morgen mit

00:06:09: dem Kater merkte ich dann,

00:06:11: ach so, Ego-Mutter, das ist jetzt

00:06:12: das neue Wort für Rabenmutter.

00:06:14: Hatte sie das vielleicht gar nicht

00:06:15: so positiv und bewunderenswert

00:06:17: gemeint? Weil Ego-Mutter

00:06:19: klingt doch eigentlich nach

00:06:21: so einem Vorwurf, du

00:06:23: stellst jetzt also das Ego

00:06:25: über das Wohl deiner Familie.

00:06:28: So habe ich es dann wahrgenommen,

00:06:29: aber erst im Nachhinein.

00:06:31: Ja, und Rabenmutter traut man sich

00:06:33: ja heute kaum noch zu sagen.

00:06:34: Ego-Vater kann man sich fast

00:06:36: noch weniger vorstellen wie den

00:06:38: Rabenvater, weil das Ego

00:06:40: der Väter ja irgendwie

00:06:42: selbstverständlich ist, ne?

00:06:44: Dafür gibt es umgekehrt auch den

00:06:45: Begriff des Familienvaters.

00:06:47: Die "Familienmutter" gibt

00:06:49: es so auch nicht in der Literatur

00:06:51: oder im Journalismus.

00:06:53: Du sprichst im Buch auch

00:06:55: sehr offen über deine Selbstzweifel,

00:06:57: mit denen ja viele Mütter kämpfen.

00:06:59: Womit haderst du besonders?

00:07:03: Zeitmangel.

00:07:04: Ich habe immer das Gefühl, ich habe

00:07:06: nicht genug Zeit für meinen

00:07:08: Sohn.

00:07:09: Auch für mich selbst und auch für

00:07:11: meinen Mann nicht.

00:07:12: Aber damit würde ich, glaube ich,

00:07:14: besser klarkommen, als mit der

00:07:16: Tatsache, dass ich das Gefühl habe,

00:07:18: ich verpasse weite

00:07:20: Strecken der Kindheit meines

00:07:22: Sohnes durch die

00:07:24: Tatsachen, dass sich berufstätig

00:07:25: bin, voll berufstätig bin und

00:07:27: zum Beispiel Bücher schreibe

00:07:29: in meinem Urlaub.

00:07:31: Dieses Buch ist ganz konkret über

00:07:33: den Zeitraum von einem Jahr

00:07:36: entstanden, und immer wenn wir

00:07:37: Urlaub hatten, habe ich mich

00:07:39: ungefähr drei Stunden am Tag

00:07:41: zurückgezogen und

00:07:43: daran gearbeitet.

00:07:45: Das sind natürlich eigentlich auch

00:07:46: drei Stunden, die man gerne mit dem

00:07:47: Sohn am Pool oder am Strand oder

00:07:50: sonst wo verbringen möchte

00:07:52: und das aber nicht tut.

00:07:53: Und diese Selbstzweifel

00:07:56: finde ich ultra belastend und

00:07:58: ultra nagend an

00:08:02: meinem Ego, vor allem auch,

00:08:04: weil mein Sohn mir das zum Teil

00:08:05: vorwirft und

00:08:07: sagt, Mama, jetzt bist du schon

00:08:08: wieder nicht da.

00:08:10: Oder gestern Abend war ich hier bei

00:08:11: der HerCareer, bei dem

00:08:13: Abendessen, bei dem gemeinsamen,

00:08:15: dann kommt um 20 Uhr die SMS von

00:08:16: meinem Sohn, Mama wann kommst du?

00:08:18: Und ich freue mich natürlich

00:08:20: total, dass er danach

00:08:22: fragt, aber ich muss dann sagen, ja

00:08:24: ich komme, wenn du schon schläfst.

00:08:26: Und dann kam auch nichts mehr

00:08:28: zurück.

00:08:29: Und er wirft mir das wirklich,

00:08:31: wenn ich dann nächste Woche wieder

00:08:32: nach Hamburg muss für zwei Tage,

00:08:34: heißt das, na, schon wieder

00:08:36: musst du weg.

00:08:37: Und das ist so, das ist

00:08:39: fast nicht auszuhalten.

00:08:41: Und ich wundere mich, mein Mann muss

00:08:43: auch häufig weg, nach Freiburg

00:08:45: für drei Tage, und

00:08:47: mein Sohn sagt das ihm

00:08:48: gegenüber nicht so.

00:08:50: Man kann das positiv sehen und

00:08:52: sagen, okay, er hängt vielleicht

00:08:53: mehr an mir, aber

00:08:55: es ist eben auch die

00:08:56: Erwartungshaltung, dass die

00:08:58: Mutter irgendwie da zu sein hat

00:09:00: und das führt bei mir zu großen

00:09:01: Nöten.

00:09:04: Ja, ich kann mir vorstellen,

00:09:06: dass viele sagen, ja klar, ein Kind

00:09:07: braucht eben die Mutter.

00:09:10: Ich denke das auch und eben mein

00:09:12: Sohn offenbar auch und ich wundere

00:09:13: mich, woher das kommt, weil ich es

00:09:15: ihm ja nicht vorgelebt habe.

00:09:17: Und ich wehre mich eben immer gegen

00:09:19: so biologistische Erklärungen wie,

00:09:21: naja, was wunderst du

00:09:23: dich, die Nabelschnur und ihr wart

00:09:25: doch neun Monate lang ein

00:09:27: Wesen und das liegt

00:09:29: dann daran und das ist einfach die

00:09:30: weibliche Natur und die kindliche

00:09:32: Natur, die gehören einfach zusammen

00:09:33: und da wehre ich mich immer

00:09:35: dagegen. Das ist nicht so, es gibt

00:09:37: ja auch Studien, die sagen, das

00:09:38: liegt einfach daran, wer als

00:09:40: Bezugsperson da ist,

00:09:42: der dann wichtig ist für das Kind,

00:09:44: aber in so Momenten komme ich dann

00:09:45: immer doch kurz ins Zweifeln,

00:09:48: weil ich einfach nicht weiß, woher

00:09:50: das kommt.

00:09:52: Du schreibst im Buch den Satz

00:09:54: "Manchmal wäre ich gerne Vater",

00:09:56: was wäre denn dann anders?

00:09:58: Ja, wenn ich 50 Prozent

00:10:00: meiner Zeit für die

00:10:02: Familie einplane,

00:10:04: hergebe, opfere, was auch

00:10:06: immer, dann wäre ich als Vater der

00:10:08: Held.

00:10:09: Und als Mutter bin ich eben die

00:10:10: Ego-Mutter.

00:10:13: Diesen Unterschied finde ich

00:10:15: ungerecht, natürlich,

00:10:19: und ich finde das auch wirklich,

00:10:21: weiß nicht, ob man das so sagen

00:10:22: darf, aber ich finde es auf

00:10:24: eine Art so

00:10:27: ungerecht, dass

00:10:29: das Kinderkriegen nun mal wirklich

00:10:31: biologisch bei uns Frauen hängt.

00:10:33: Das kann man tatsächlich nicht

00:10:35: ändern. Das sind die neun Monate.

00:10:37: Ich hatte Glück, ich hatte eine

00:10:38: problemlose Schwangerschaft, aber

00:10:40: andere Frauen sind quasi

00:10:42: neun Monate lang nicht arbeitsfähig

00:10:44: und danach hat man wirklich

00:10:46: so eine Art Nahtoderfahrung.

00:10:48: Ich habe irgendwo gelesen, die

00:10:49: Geburt ist sozusagen das

00:10:51: schmerzhafteste Ereignis,

00:10:53: was man als Mensch aushalten kann,

00:10:55: direkt danach kommt, bei lebendigem

00:10:57: Leib zu verbrennen.

00:10:59: Das Zweite habe ich noch nicht ausprobiert,

00:11:01: aber das Erste war schon recht

00:11:03: schrecklich.

00:11:04: Und gut, da kann einem

00:11:06: eben niemand von, wenn man Kindern

00:11:07: möchte und das Glück hat, welche zu

00:11:09: bekommen, dann muss man da durch.

00:11:11: Und natürlich prägt das.

00:11:13: Ich würde das aber gerne abgeben.

00:11:15: Ich hätte mich gerne mit meinem

00:11:16: Partner vorher verständigt und

00:11:18: gesagt, wer nimmt das auf sich?

00:11:20: Wir wollen Kinder, wer übernimmt die

00:11:22: Geburt?

00:11:23: Und dann würfeln wir oder

00:11:25: so.

00:11:26: Oder man bespricht sich und das

00:11:28: finde ich einfach auch deswegen.

00:11:29: Ich wäre einfach gern Vater statt

00:11:31: Mutter.

00:11:33: Ich finde es einen total krassen

00:11:34: Befund und ich höre das gerade zum

00:11:36: ersten Mal, also dass das...

00:11:37: Ich bin nur Bonusmutter, also ich

00:11:39: habe keine Kinder selbst

00:11:42: geboren und habe diesen

00:11:44: Schmerz halt nicht erlebt.

00:11:46: Das finde ich unglaublich

00:11:48: und so mit dem,

00:11:50: was gerade so an Bewusstsein für

00:11:52: Frauenmedizin passiert, es wird ja

00:11:53: so trivialisiert, weil

00:11:56: es acht Milliarden Menschen auf

00:11:58: der Welt gibt, die Frauen zur

00:12:00: Welt gebracht haben, und wenn

00:12:02: dieser Schmerz so riesig ist,

00:12:05: ist das ja eigentlich eine

00:12:06: unglaubliche Dimension.

00:12:08: Total.

00:12:09: Also ich habe mal recherchiert

00:12:12: für eine Geschichte im Spiegel,

00:12:14: das ist schon sechs Jahre her, über

00:12:15: so eine Bewegung, die propagiert,

00:12:17: dass das natürlich alles auch ganz

00:12:18: schmerzlos geht, dass man sich

00:12:20: da einfach falsch darauf vorbereitet

00:12:22: als Frau und dass man verkrampft

00:12:24: und den Fehler macht,

00:12:27: überhaupt ins Krankenhaus zu gehen

00:12:29: und so weiter und so fort.

00:12:30: Wenn man meditiert und richtig

00:12:32: atmet und so, dann kann man

00:12:34: auch sogenannte Selbstgeburten

00:12:36: machen. Das war dann eine Frau, die

00:12:37: die in den Schweizer Bergen

00:12:39: wirklich fernab von der

00:12:41: Zivilisation, aber natürlich sehr

00:12:42: schön unterm Sternenhimmel auf

00:12:44: irgendeinem Berg sechs Kinder zur

00:12:46: Welt gebracht hat, die auch alle

00:12:47: wunderbar entwickelt sind und gesund

00:12:49: sind.

00:12:51: Und da war ich schwer im

00:12:53: Zwiespalt, weil das natürlich in der

00:12:54: Welt dieser Frau richtig ist und

00:12:56: funktioniert hat.

00:12:57: Aber ich fand das trotzdem extrem,

00:12:59: extrem gefährlich.

00:13:01: Propagieren, dass sowas möglich ist,

00:13:02: dass es quasi wieder an der Frau

00:13:04: selber liegt, dass sie sich eben

00:13:05: nicht richtig darauf vorbereitet.

00:13:08: Ich gehe lieber vom Worst

00:13:11: Case aus und bin deshalb

00:13:13: auch so offen, dass ich sage,

00:13:14: es tut wahnsinnig weh und

00:13:17: es ist kein Spaß um die Geburt.

00:13:19: Wir können jetzt hier komplett

00:13:20: abbiegen, glaube ich, in so eine

00:13:22: Tradwife-Diskussion und das ist

00:13:24: alles super spannend.

00:13:25: Also es gibt ohne Ende Themen.

00:13:27: Was auch gut dokumentiert ist

00:13:29: und wo du am Anfang selber auch

00:13:31: ein kleines bisschen gemerkt hast,

00:13:33: ist, man weiß, dass Paare, selbst

00:13:34: wenn sie sehr aufgeklärt sind und

00:13:36: alles anders machen wollen,

00:13:38: ganz oft nach der Geburt vor allem

00:13:40: des ersten Kindes

00:13:42: in traditionelle Rollenbilder

00:13:44: rutschen.

00:13:45: Woran liegt das?

00:13:47: Das habe ich mir erst auch nicht

00:13:48: erklären können. Ich habe das nur

00:13:50: bemerkt in meinem Freundeskreis,

00:13:52: der so akademisch, großstädtisch

00:13:54: in München geprägt ist und

00:13:57: man ja bis zur Geburt des

00:13:59: ersten Kindes, so ging es mir

00:14:00: jedenfalls, meint, wir sind doch

00:14:02: alle längst gleichberechtigt.

00:14:04: Die Frauen machen in der Regel die

00:14:05: besseren Schulabschlüsse, die

00:14:07: besseren Uniabschlüsse.

00:14:09: Ich habe Kulturwirtschaft in Passau

00:14:11: studiert, das ist vielleicht eh ein

00:14:12: Frauenfach. Da gab es immer einen

00:14:14: Frauenüberschuss.

00:14:15: Es waren immer total ehrgeizige

00:14:17: Frauen überall.

00:14:18: Man hatte nie das Gefühl, man ist

00:14:20: auch immer gefördert worden.

00:14:22: Kein Universitätsprofessor hat je

00:14:23: gesagt, nein, die Doktorandenstelle,

00:14:25: die gebe ich an einen Mann.

00:14:27: Ihr Frauen, ihr könnt es doch gar

00:14:28: nicht, ihr kriegt doch bestimmt bald

00:14:30: Kinder. Das gab es nie.

00:14:31: Ich habe mich perfekt

00:14:32: gleichberechtigt gefühlt.

00:14:34: Bis zu dem Moment, wo ich mit

00:14:35: ungefähr 30 ein Kind gekriegt habe,

00:14:37: viele aus dem Freundeskreis auch,

00:14:39: und plötzlich war ich

00:14:41: die Einzige, die nach acht Monaten

00:14:42: wieder arbeiten gegangen ist,

00:14:44: die Infrastruktur häufig nicht da

00:14:46: ist in so einer Stadt wie München.

00:14:48: Es gibt keine Betreuungsplätze,

00:14:50: so wie man sich das wünscht.

00:14:52: Die Kita ist am anderen Ende der

00:14:53: Stadt, wie auch bei uns.

00:14:55: Und dann kommt man ins Grübeln und

00:14:57: denkt sich, naja, ich kann doch jetzt

00:14:58: meine Beine, das Kind nicht in die

00:14:59: Kita am anderen End der Stadt geben.

00:15:02: Und dann guckt man hoch.

00:15:04: Man selbst, der Arbeitgeber vermisst

00:15:05: dann plötzlich den Mann.

00:15:07: Und die Frau wird gar nicht so,

00:15:08: spürt offenbar gar nicht so den

00:15:10: Druck. Die ganzen anderen Frauen und

00:15:12: Freundinnen sind ja auch noch zu

00:15:13: Hause. Dann ist es ja oft so, dass

00:15:15: der Mann ja in vielen

00:15:17: Paaren oder die Partnerin oder so

00:15:18: ein bisschen älter ist, dann quasi

00:15:20: so einen Karrierevorsprung, einen

00:15:21: Gehaltsvorspruch hat, dann heißt es

00:15:23: plötzlich, naja, gut, dann lieber

00:15:25: dein Gehalt, dann gehst du wieder

00:15:26: arbeiten.

00:15:27: Und dann kommt plötzlich das

00:15:28: Steuerrecht, kickt rein und sagt,

00:15:30: ach so, ja warte, wenn einer voll

00:15:32: arbeitet, der andere gar nicht

00:15:33: arbeitet, dann ist das ja so, wie

00:15:34: wenn wir beide 60 Prozent arbeiten

00:15:36: würden, das lohnt sich ja gar nicht.

00:15:38: Und dann kickt plötzlich alles so

00:15:39: rein. Und im Ergebnis wollen

00:15:42: 80 Prozent der Paare sich

00:15:44: gleichberechtigt aufteilen und die

00:15:46: Kinder. Schaffen tun es dann

00:15:47: ungefähr 15 Prozent.

00:15:49: Es ist ja nicht so, dass wir

00:15:51: irgendeiner Frau irgendwas

00:15:52: vorschreiben wollen oder auch

00:15:53: irgendeinem Paar.

00:15:54: Aber ich hab immer das Gefühl,

00:15:56: das wirkt so persönlich,

00:15:58: so frei gewählt, so

00:16:00: individuell.

00:16:02: Wir haben halt rausgefunden, das ist

00:16:03: jetzt für uns das Beste.

00:16:06: Unterschätzen wir die Macht des

00:16:07: Systemischen?

00:16:09: Das sind ja nicht nur die

00:16:10: internalisierten Rollenbilder,

00:16:13: die offenbar schon die Kinder

00:16:15: durch "Bobo Siebenschläfer"

00:16:17: mitbekommen oder "Conny",

00:16:20: sondern eben auch

00:16:22: den Kitaplatz, den es nicht gibt

00:16:24: oder auch die Karriereoptionen,

00:16:27: die dann eben doch nur passieren,

00:16:29: wenn man Vollzeit da ist und die

00:16:31: dann so zwischen 30 und 40

00:16:33: mehrheitlich den Männern angeboten

00:16:34: werden, weil die Frauen irgendwie,

00:16:36: wenn sie überhaupt arbeiten, eher so

00:16:38: Teilzeit arbeiten.

00:16:40: Und es gibt wenig Jobmodelle,

00:16:42: die wirklich, zum Beispiel eine

00:16:44: Führungsposition, die man

00:16:46: dann mit drei Teilzeit arbeitenden

00:16:48: Frauen besetzt.

00:16:49: Das gibt es.

00:16:50: Sicher auch hier auf der Messe gibt

00:16:51: es Unternehmen, die das machen, aber

00:16:52: es ist immer noch eher die

00:16:54: Ausnahme.

00:16:56: Und dann gibt es das Steuerrecht,

00:16:57: das immer noch aus den 50er

00:17:00: Jahren ist oder aus den 60er

00:17:01: Jahren. Und es gibt noch nicht

00:17:03: einmal ein Familiensplitting,

00:17:05: sondern ein Ehegattenspliting.

00:17:07: Ich weiß gar nicht, wie es

00:17:09: Regenbogenfamilien geht,

00:17:11: also wir sind ja sogar noch die

00:17:12: klassische Mann-Frau-Kind-Konstellation

00:17:15: und mit Bonuseltern und Bonusmuttern

00:17:17: ist es ja noch viel, viel

00:17:19: schwieriger, steuerlich Vorteile zu

00:17:21: haben, also da ist einfach so viel

00:17:23: Verkrustung und alte

00:17:25: Strukturen da, und

00:17:27: gestern war auch Ulrike Scharf da,

00:17:29: die Familienministerin Bayerns.

00:17:32: Die hat mir erzählt, dass sie jetzt

00:17:33: in der CSU eine Frauenquote

00:17:35: anstreben und dann habe ich ihr

00:17:37: gesagt, ja, okay, anstreben kann man

00:17:39: vieles. Wann kommt denn das?

00:17:43: Da müssen wir jetzt noch den

00:17:44: Parteitag, da müssen wir so, also

00:17:46: kurzum: frühestens in einem Jahr.

00:17:49: In Klammern, wenn überhaupt.

00:17:51: Aber ich finde es gut, dass sie es

00:17:52: zumindest angeht, dass es zumindest

00:17:54: versucht wird, aber das

00:17:56: ist die Realität.

00:17:58: Von der Frauenquote in

00:17:59: Führungspositionen sind wir noch

00:18:01: weit entfernt. Und dann hatten wir

00:18:02: gerade letztes Jahr wieder dieses

00:18:04: Bild.

00:18:05: Juhu, wir sind bereit für den

00:18:06: Regierungswechsel.

00:18:07: Da saßen sechs Männer am Tisch.

00:18:10: Und die wichtigsten Ministerien

00:18:12: sind auch alle von Männern besetzt.

00:18:14: Die Vizekanzlerpositionen,

00:18:17: alles Männer. Und da hilft es auch

00:18:18: wenig, wenn Parität im

00:18:20: Kabinett herrscht insgesamt.

00:18:22: Wenn man sozusagen die

00:18:23: Familienministerin auch noch mit

00:18:25: rein zählt und die Bauministerin

00:18:27: Hubertz.

00:18:28: Und die ist jetzt schwanger.

00:18:30: Und was für eine Riesenaufregung

00:18:32: das schon wieder verursacht.

00:18:34: Wow, eine Bundesministerin,

00:18:36: schwanger im Amt.

00:18:38: Und das hat sie gepostet.

00:18:39: Kurz darauf hat sie öffentlich

00:18:41: gemacht, dass sie lauter

00:18:42: Hasspostings bekommen hat

00:18:44: von Leuten, die sagen, wieso

00:18:46: kriegst du ein Kind, wenn du in so

00:18:47: einer verantwortungsvollen Position

00:18:49: bist. Man muss sich eben

00:18:50: entscheiden.

00:18:51: Und das ist genau der Punkt.

00:18:52: Das ist leider häufig noch so, dass

00:18:55: von uns Frauen gesagt wird,

00:18:57: du kannst doch nicht alles haben.

00:18:59: Aber Männer können wundersamerweise

00:19:01: alles haben und das

00:19:03: ärgert mich so und ich hoffe,

00:19:05: dass wir alle in unserem Beritt

00:19:08: dafür arbeiten können, dass es

00:19:10: irgendwann doch so ist, dass Frauen,

00:19:12: wenn sie wollen, alles haben können.

00:19:15: Was müsste denn passieren, dass man

00:19:17: Care-Arbeit wirklich gleichberechtigt

00:19:19: aufteilen kann?

00:19:21: Zeitmangel ist ja das große Problem,

00:19:23: das ich so wahrnehme

00:19:25: in unserem Alltag, und

00:19:27: was glaube ich wahnsinnig helfen

00:19:29: würde, wäre eine Viertagewoche.

00:19:31: Da heißt es dann immer: Na, das ist

00:19:32: utopisch und dann sehe ich wieder

00:19:34: die ganzen Friedrich Merzens,

00:19:36: die sagen,

00:19:38: Wirtschaftskrise, wir

00:19:40: müssen alle mehr leisten,

00:19:42: wir müssen alle arbeiten und

00:19:44: da denkt der Care-Arbeit gar nicht

00:19:46: mit, kommt in seiner Welt gar

00:19:47: nicht vor, habe ich so den Eindruck.

00:19:49: Und bei den anderen "Wir machen

00:19:51: jetzt den Regierungswechsel"-Männern auf

00:19:53: den Fotos auch nicht.

00:19:54: Es geht aber nicht, wenn die immer

00:19:56: nur alle an die Erwerbsarbeit

00:19:57: denken. Es muss auch jemand

00:19:59: Care-Arbeit machen.

00:20:00: Das ist auch toll, aber es ist

00:20:02: irgendwie nicht vorgesehen in der

00:20:04: ganzen Gesellschaft, in der Arbeit

00:20:05: nicht, dass irgendwer Care-Arbeit

00:20:07: macht. Das machen die Omas,

00:20:09: das machen die Frauen so nebenbei.

00:20:12: Aber es ist eine Aufgabe für alle

00:20:14: und wenn man als Paar

00:20:15: die Möglichkeit hätte, irgendwie

00:20:18: vom Staat oder vom Unternehmen

00:20:19: bezuschusst zu werden, wenn beide,

00:20:22: Mann und Frau oder zwei Männer oder

00:20:23: zwei Frauen, wer eben gemeinsam ein

00:20:25: Kind erzieht, wenn beide vier Tage

00:20:27: die Woche arbeiten könnten,

00:20:30: da wäre schon so viel gewonnen.

00:20:32: Natürlich mit dem Gehalt für fünf,

00:20:33: ja, es kann sich ja jeder frei

00:20:35: einteilen, aber die

00:20:37: Idealvorstellung, die Jutta

00:20:38: Almendinger auch immer propagiert,

00:20:40: von der 35-Stunden-Woche,

00:20:42: wenn man da gesetzlich

00:20:44: Stellschrauben machen könnte,

00:20:47: das wäre schon super.

00:20:48: Systemisch sind wir da ja noch

00:20:50: nicht, haben wir festgestellt, aber

00:20:51: ihr löst da dann bestimmte

00:20:53: Dinge im Privaten, indem ihr

00:20:55: euch als Paar

00:20:58: dann diese Familienarbeit doch teilt

00:21:00: und du räumst im Buch ganz klar

00:21:02: ein, dass man ja hoffen könnte,

00:21:04: der Mental-Load halbiert sich, aber

00:21:06: das ist leider nicht der Fall.

00:21:08: Warum lohnt es sich trotzdem?

00:21:10: Es lohnt sich immer,

00:21:13: Dinge auszuhandeln, einfach weil

00:21:15: am Ende beide glücklicher sind.

00:21:17: Aber das drüber Sprechen und

00:21:19: das Aushandeln ist ja mitunter

00:21:21: ein steiniger Weg.

00:21:22: Und ich denke mir manchmal,

00:21:24: wenn man klar die Rollen aufgeteilt

00:21:26: hat, du kümmerst dich um Familie,

00:21:29: Arztbesuche, die Farbe der

00:21:31: Vorhänge, die neue Farbe im

00:21:33: Kinderzimmer,

00:21:35: die Termine bei der Lehrerin,

00:21:37: dann ist es immer noch genug zu tun,

00:21:38: aber man spart sich die Hälfte

00:21:40: der Zeit, wenn man nicht alles

00:21:42: mit seinem Partner oder seiner

00:21:44: Partnerin absprechen muss.

00:21:45: Kannst du, kann ich, nee, ich kann

00:21:46: nicht, ja, aber ich habe schon

00:21:47: letztes Mal, es ist schon sehr

00:21:49: nervig, dieses Aufrechnen

00:21:52: und ich weiß, es gibt Apps, es gibt

00:21:53: Kalender, es

00:21:55: gibt sicher hier auf der Messe auch

00:21:57: ganz viele Angebote, wie man das

00:21:58: spielerisch lösen kann, sodass

00:22:00: es nicht wie so

00:22:02: ein Aushandeln immer ist,

00:22:04: das Energie kostet, sondern etwas

00:22:06: ist, was Spaß macht.

00:22:06: Es ist aber leider nicht immer

00:22:08: spaßig.

00:22:10: Und natürlich würde ich

00:22:12: mir manchmal eben dann doch

00:22:14: wünschen, ich hätte einen Mann,

00:22:16: der mir den Rücken frei hält,

00:22:18: so wie viele Männer eben eine

00:22:20: Frau haben, die ihnen den Rücken

00:22:22: freihält.

00:22:23: Also du wärst nicht nur gerne Vater,

00:22:24: du wärs auch gerne Ehemann.

00:22:26: Manchmal.

00:22:27: Mir macht es ja auch Spaß, das

00:22:29: ist ja das Fiese, auch an dieser

00:22:31: Tradwife-Bewegung, mir macht es

00:22:32: wahnsinnig Spaß zu kochen, ich

00:22:34: suche wahnsinnig gerne die Farbe

00:22:37: der Wand oder der Gardinen raus,

00:22:39: ich mach das total gerne und

00:22:42: mein Mann macht es auch total gerne.

00:22:45: Da muss man sich halt absprechen.

00:22:48: Du hast dir noch für was ganz

00:22:49: anderes Zeit genommen.

00:22:50: Du hast einen Frauenstammtisch ins

00:22:52: Leben gerufen.

00:22:53: Und da könnte man ja auch sagen:

00:22:54: Ach, bleib mir weg.

00:22:56: Ich bin froh, wenn ich mal einen

00:22:57: Abend für mich habe.

00:22:59: Du bist in der Politik abends viel

00:23:01: unterwegs.

00:23:02: Warum ist dieser Frauenstammtisch

00:23:04: trotzdem eine sinnvolle

00:23:07: Sache für dich und die Frauen, mit

00:23:09: denen du da bist?

00:23:10: Das war eine Freundin

00:23:12: von mir, die Hannah, die diesen

00:23:14: Frauenstammtisch ins Leben gerufen

00:23:16: hat. Die Lorbeeren kann ich mir

00:23:18: jetzt nicht selber auf den Kopf

00:23:20: setzen, aber ich bin

00:23:21: total froh, dass sie das

00:23:24: gemacht hat und dass sie

00:23:26: einfach, weil sie in der Kita und

00:23:28: in der Schule, die hat drei Kinder,

00:23:30: die hat so viele Menschen und Frauen

00:23:32: kennengelernt und bringt

00:23:34: die einmal im Monat an

00:23:35: den Tisch.

00:23:36: Wir verabreden uns jedes Mal

00:23:38: woanders.

00:23:39: Es sind jedes Mal ein bisschen

00:23:40: andere Frauen dabei und

00:23:42: ja, wie gesagt, ich habe ja

00:23:44: gar nichts gegen Männer und ich

00:23:45: finde Männer großartig.

00:23:46: Es ist doch was

00:23:48: anderes, wenn man nur mit Frauen

00:23:50: an einem Tisch sitzt und sich

00:23:52: austauscht. Und es gibt keine

00:23:54: Agenda, aber allein dieser

00:23:56: Austausch und auch dieser fixe

00:23:58: Termin, dass man mal wieder

00:23:59: rauskommt, tut mir wahnsinnig

00:24:01: gut.

00:24:03: Welche Rolle spielt dabei,

00:24:05: festzustellen, dass du mit

00:24:07: diesen Fragen nicht

00:24:09: alleine bist?

00:24:11: Das ist total wichtig.

00:24:13: Weil man so schnell sonst in den

00:24:14: Tunnel rutscht, dass man...?

00:24:18: Ich frag mich gerade, ob es quasi

00:24:19: darum geht, dass man andere

00:24:21: Geschichten hört oder ob

00:24:23: der Trick auch der ist, dass man

00:24:24: seine eigene Geschichte

00:24:27: mitteilt.

00:24:27: Weil oft denkt man ja, entweder

00:24:29: das Problem hab nur ich

00:24:31: und es erdrückt mich.

00:24:33: Oder man denkt, ich darf

00:24:35: dieses Problem, ich schluck es

00:24:37: runter, ich vergesse es,

00:24:39: ich verdränge es und ich habe

00:24:41: gemerkt: Mir hilft es

00:24:43: total, schon immer habe ich Tagebuch

00:24:45: geschrieben, schon immer.

00:24:46: Ich muss irgendwie die Gedanken,

00:24:48: die ich habe, irgendwo

00:24:50: niederschreiben.

00:24:51: Deswegen bin ich auch Journalistin

00:24:52: geworden. Das war quasi, ich habe

00:24:53: mein Hobby zum Beruf gemacht, wenn

00:24:55: man so will. Aber selbst wenn man

00:24:56: dieses Glück nicht hat, kann ich

00:24:58: immer allen nur raten,

00:25:00: Dinge aufzuschreiben, Gedanken

00:25:02: aufzuschreiben und auch Geschichten

00:25:04: aufzuschreiben, wenn es nicht für

00:25:05: die Öffentlichkeit ist, dann für

00:25:07: sich oder für Frauen und

00:25:09: Freundinnen, am Stammtisch zumindest

00:25:11: darüber zu reden.

00:25:12: Das tut wahnsinnig gut.

00:25:14: Noch so eine Sache, wo Frauen ganz

00:25:15: oft ein schlechtes Gewissen haben,

00:25:17: ist, wenn sie ihre Bedürfnisse nicht

00:25:19: ans Ende der To-do-Liste setzen.

00:25:24: Warum findest du es richtig,

00:25:25: dass du nicht immer nach Kind,

00:25:28: Mann auf Platz drei sein musst?

00:25:30: Genau, das ist wieder dieses Dasein

00:25:32: als Ego-Mutter.

00:25:36: Dass es überhaupt dieses Wort gibt,

00:25:39: weil es offenbar impliziert, Mutter

00:25:42: steht an Nummer drei der

00:25:44: Nahrungskette.

00:25:46: Aber eine Ego-Mutter steht an Nummer

00:25:47: eins. Das finde ich so

00:25:49: wild, dass dieser Topos, ich

00:25:51: opfere mich, vielen Frauen

00:25:53: und auch mir selber irgendwie

00:25:55: eingetrichtert wurde, das

00:25:57: macht ja sonst keiner und es ist

00:25:59: auch nicht schlimm, Opfer zu

00:26:00: bringen.

00:26:02: Aber warum?

00:26:03: Warum?

00:26:05: Meine Mutter hat

00:26:07: schon immer gesagt, wenn sie - sie

00:26:08: ist Sportlehrerin, Biolehrerin - es

00:26:10: gab bei uns kein Nutella,

00:26:12: immer nur Apfelschnitze, und

00:26:14: manchmal gab es aber doch eine Tafel

00:26:15: Schokolade und manchmal hat

00:26:17: dann auch meine Mutter das letzte

00:26:19: Stück nehmen wollen und dann

00:26:21: hat sie immer gesagt: Also,

00:26:23: ich opfere mich, weil sie

00:26:25: ja sozusagen die Kalorien und...

00:26:29: dann genommen hat.

00:26:30: Sie hat es natürlich lustig

00:26:32: vielleicht gemeint, aber

00:26:34: dieser Satz "ich opfere

00:26:36: mich" ist mir doch irgendwie im

00:26:38: Kopf geblieben und sie hat

00:26:40: es oft nicht gesagt: Ich opfere

00:26:42: mich. Aber sie hat mir das schon

00:26:43: vorgelebt, dass wenn es

00:26:45: spitz auf Knopf kommt, die Mutter

00:26:47: einspringen muss und irgendwas

00:26:49: retten muss oder sich selbst hinten

00:26:50: anstellen muss und ich finde

00:26:52: das muss eigentlich nicht sein.

00:26:55: Wir können es alle ändern.

00:26:56: Was einen auch prägt, sind die

00:26:57: Männerbilder und im Gespräch mit

00:26:59: unserer Kollegin Kristina Appel,

00:27:01: da hast du erzählt, dass Markus

00:27:03: Söder, der

00:27:05: ja selbst vier Kinder hat,

00:27:07: sich damit gebrüstet haben soll,

00:27:10: noch nie in seinem Leben einen

00:27:11: Kinderwagen geschoben zu haben.

00:27:13: Im Moment scheinen wir ja auch bei

00:27:15: jungen Männern eine

00:27:16: Retraditionalisierung zu

00:27:18: erleben.

00:27:19: Und was, glaubst du, könnte helfen,

00:27:21: dass Männer das mit Stolz machen,

00:27:23: statt sich stolz

00:27:25: darüber zu zeigen, dass sie es nie

00:27:27: getan haben?

00:27:28: Ich weiß, es hat nicht jeder das

00:27:30: Glück, einen Partner an seiner Seite

00:27:31: zu haben, der sich wirklich

00:27:33: einbringen will, aber

00:27:35: warum nicht mit Lob arbeiten?

00:27:38: Also es wird sich oft drüber lustig

00:27:40: gemacht, dass dann eben Väter

00:27:42: den "Vater des Monats"-Award

00:27:43: bekommen oder so und dann,

00:27:45: ich weiß, dann tendiert man als

00:27:47: Mutter mal zu sagen, ja,

00:27:49: für einmal Kinderwagen Schieben

00:27:51: oder fürs Kind zur Kita Bringen und

00:27:53: so kriegst du jetzt gleich die

00:27:55: Aufmerksamkeit und den Applaus.

00:27:57: Aber so be it!

00:27:58: Wenn das der Weg ist,

00:28:00: Vätern die Arbeit

00:28:02: als Familienvater spaßig

00:28:05: zu machen, dann soll

00:28:07: es so sein.

00:28:08: Nur mit Druck wird das nicht

00:28:10: funktionieren.

00:28:11: Vielleicht muss man sie wirklich

00:28:12: ködern und dann sagt

00:28:13: man eben: Toll, dass du hier am

00:28:15: Spielplatz bist, toll dass du dein

00:28:16: Kind in die Kita bringst.

00:28:18: Dieses Lob ist nicht umsonst

00:28:20: verteilt.

00:28:21: Wenn du jetzt einen Wunsch äußern

00:28:23: könntest, was braucht es für eine

00:28:24: gleichberechtigte Zukunft?

00:28:27: Diese eine Stellschraube,

00:28:29: die hätte man gerne.

00:28:31: Die Vier-Tage-Woche habe ich schon

00:28:32: gesagt, eine Ministerpräsidentin,

00:28:35: eine Kanzlerin würde

00:28:39: schon viel bringen und einfach

00:28:41: eine Zeitmaschine, auf die ich

00:28:43: drücken kann, um zu sagen:

00:28:45: Morgen hat der

00:28:47: Tag bitte 28 Stunden

00:28:49: und nicht 24.

00:28:51: Das würde schon viel helfen.

00:28:53: Ach, ich glaube, da wären wir alle

00:28:54: dabei.

00:28:56: Ihr habt die Möglichkeit, Fragen zu

00:28:58: stellen. Es gibt ein Mikro, wenn

00:29:00: ihr Lust habt.

00:29:02: Zum Schluss zu deinen Wünschen.

00:29:03: Was hältst du denn von der Quote?

00:29:05: Nachdem ich jahrelang komplett

00:29:06: dagegen war, ich bin ja davon

00:29:08: inzwischen überzeugt, dass es eine

00:29:09: Frauenquote geben müsste.

00:29:11: Ich auch.

00:29:12: Und mir ging es auch so bis zu dem

00:29:13: Moment, wo ich eben ein Kind

00:29:15: bekommen hatte, dass ich dachte, wir

00:29:17: sind alle längst

00:29:19: gleichberechtigt, Leistung setzt

00:29:20: sich durch.

00:29:21: Ich brauche als Frau doch auch keine

00:29:23: Quote, weil es delegitimiert

00:29:25: mich doch auf eine Art, das sagt

00:29:27: ja, du schaffst es nicht mit eigener

00:29:29: Leistung.

00:29:30: Mittlerweile, mit Mitte 40, muss ich

00:29:32: sagen, es gibt in so vielen Branchen

00:29:34: dann doch eine gläserne Decke,

00:29:36: und um die zu durchbrechen,

00:29:39: braucht es fast in allen

00:29:41: Ebenen - gestern habe ich mit Ärzten

00:29:43: und Ärztinnen gesprochen.

00:29:45: Und überall, wo man im Studium

00:29:46: denkt, da gibt es sogar mehr Frauen

00:29:48: als Männer, die ein bestimmtes Fach

00:29:50: studieren. Wenn man nachher guckt,

00:29:51: wer wird Professor in dem Fach oder

00:29:53: wer wird Chefarzt in dem Fach,

00:29:56: dann sind es doch wieder die Männer.

00:29:57: Um dagegen anzuarbeiten, braucht

00:29:59: man ganz klar Quoten.

00:30:01: Und ich würde sogar so weit gehen,

00:30:03: zu sagen, es braucht eigentlich ein

00:30:05: paritätisches Wahlrecht.

00:30:07: Weil da fängt es schon an.

00:30:08: Wir hatten jetzt eine

00:30:10: Wahlrechtsreform vor zwei

00:30:12: Jahren, also bei der letzten

00:30:13: Bundestagswahl gab es ja, wurde ja

00:30:14: schon nach neuem Wahlrecht gewählt.

00:30:18: Es wurde da alles diskutiert über

00:30:19: Quoten, Verhältnis, Wahlrecht.

00:30:21: Die Wahlkreise wurden anders

00:30:23: gruppiert.

00:30:25: Aber worüber nicht gesprochen wurde:

00:30:28: Kann man es nicht irgendwie

00:30:29: schaffen, ein paritätisches

00:30:30: Wahlrecht zu schaffen, sodass im

00:30:32: Bundestag 50:50

00:30:34: Männer und Frauen sitzen?

00:30:35: Nein, es war nicht möglich.

00:30:37: Und das finde ich schade.

00:30:39: Danke erstmal für den Austausch.

00:30:41: In Social Media ist ja auch so ein

00:30:42: bisschen dieser Trend von

00:30:44: Mikrofeminismus auf verschiedenen

00:30:46: Seiten.

00:30:46: Zum Beispiel, dass Lehrerinnen immer

00:30:48: zuerst den Vater anrufen, obwohl

00:30:49: irgendwie die Mutternummer als erste

00:30:51: steht.

00:30:52: Gibt es da was, was du irgendwie dir

00:30:54: bewusst im Job oder im Freundeskreis

00:30:56: vorgenommen hast oder schon umsetzt?

00:30:59: Aber ich habe eine ganz

00:31:01: minikurze Anekdote:

00:31:03: Der Kinderarzt, bei dem

00:31:05: mein Mann und ich gemeinsam waren

00:31:07: zur Vorschuluntersuchung

00:31:09: unseres Sohnes, der bat

00:31:11: meinen Sohn, einen Relativsatz

00:31:12: auszusprechen, um zu sehen,

00:31:15: keine Ahnung, wie seine kognitiven

00:31:16: Fähigkeiten sind.

00:31:17: Und der Satz war "Der Kuchen,

00:31:20: den die Mutter backt, der schmeckt

00:31:21: mir gut".

00:31:22: Mein Sohn hat dann gesagt, bei uns

00:31:24: backt Papa den Kuchen.

00:31:26: Und dann dachte ich, ja, bitte

00:31:28: lass ihn einschulen.

00:31:31: Es hat dann auch geklappt

00:31:33: mit der Einschulung, obwohl der Satz

00:31:35: natürlich vollkommen falsch

00:31:36: wiederholt war.

00:31:38: Danke für das sehr nette Gespräch,

00:31:40: Silvia.

00:31:58: Danke, dass du dabei warst.

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